Yahoo verabschiedet sich vom Kerngeschäft – was hat Verizon mit dem Internet-Dino vor?

Für 4,8 Milliarden US-Dollar hat sich der Telekommunikationsanbieter Verizon den Internet-Dino Yahoo gesichert. Zusammen mit dem 2015 eingekauften AOL will das Unternehmen einen Giganten in Sachen Mobile Media Technology ins Leben rufen. Für die Zukunft des Internets ist diese Entwicklung mit Sicherheit interessant. Für Yahoo bedeutet der Abschied von seinem Kerngeschäft jedoch den Endpunkt in einer langen Kette von Fehleinschätzungen und Missgriffen.

Verizon plant die Verschmelzung von AOL und Yahoo

Einst waren AOL und Yahoo Pioniere in Sachen Internet und haben eigene Maßstäbe in der Entwicklung der Onlinewelt gesetzt. Durch diverse Fehlentscheidungen konnten die Unternehmen jedoch nicht im digitalen Kosmos bestehen und sind jetzt an den Verizon-Konzern übergegangen. Das Unternehmen plant, die Stärken der beiden Konzerne zu bündeln und einen neuen Mobile Media Technology Anbieter ins Leben zu rufen. Verizon setzt somit auf den Mobilbereich als Zukunftsmodell, das sowohl die Kommunikation der Menschen untereinander als auch das Einkaufen im E-Commerce betreffen und dominieren wird.

Der rapide Fall des einstigen Internet-Riesen Yahoo

Für Otto-Nomalverbraucher klingen die 4,8 Milliarden US-Dollar, die Verizon für Yahoo bezahlt hat, nach einer Menge Geld. Tatsächlich stellt dieser Betrag aber nur einen Bruchteil dessen dar, was Yahoo einst wert war. So bot Microsoft noch im Jahr 2008 40 Milliarden US-Dollar für die Übernahme von Yahoo an. Damals ging es dem Unternehmen aber noch deutlich besser und es hoffte darauf, in der Internetwelt weiterhin eine marktdominierende Rolle spielen zu können. Diese Hoffnungen zerschlugen sich und in diesen Tagen wurde Yahoo für rund ein Zehntel des damaligen Angebotspreises verkauft.

Ein Grund für den rasanten Abstieg des Internet-Dinos sind diverse Fehleinschätzungen in Bezug auf die Entwicklung des Internets und der in diesem Zusammenhang nachgefragten Produkte. So erhielt Yahoo zusammen mit anderen Suchmaschinenbetreibern die Möglichkeit, den Suchalgorhythmus von Google für eine Million US-Dollar zu kaufen. Yahoo schlug nicht zu, bereute diesen Schritt aber bereits im Jahr 2002. Jetzt erkannte der Konzern das Potential von Google und wollte den Konzern gerne für 3 Milliarden US-Dollar übernehmen. Google verlangte 5 Milliarden und der Deal kam nicht zustande.

So ist es dazu gekommen, dass Google heute der bedeutendste Player in der Welt der Suchmaschinen ist. Hätte Yahoo damals zugegriffen, als ihm der Suchalgorhythmus angeboten wurde, wäre das Unternehmen heute vielleicht so wertvoll wie nie und Verizon hätte stattdessen Google einkaufen können.

Quelle: http://de.statista.com/statistik/daten/studie/167841/umfrage/marktanteile-ausgewaehlter-suchmaschinen-in-deutschland/
Quelle: http://de.statista.com/statistik/daten/studie/167841/umfrage/marktanteile-ausgewaehlter-suchmaschinen-in-deutschland/

Ausblick auf die Zukunft der Unternehmen

Die Zukunft von AOL und Yahoo sieht wenig rosig aus. Zwar bleiben die Stärken der Unternehmen im Kerngeschäft von Verizon erhalten, wie viel das aber tatsächlich ist, lässt sich heute noch nicht beurteilen. Gut möglich, dass die Yahoo-Technologie noch immer einen hohen Wert hat und den Erfolg von Verizon maßgeblich fördern wird. Ebenso ist es aber denkbar, dass die Technologie lediglich als Grundbaustein dient und so lange umgewandelt wird, bis das einstige Yahoo vollständig verschwunden und in der Bedeutungslosigkeit versunken ist. Ob das Konzept von Verizon aufgeht, einstige Internetgrößen aufzukaufen und zu einem neuen Player am Markt auszubauen, wird sich ebenfalls erst noch zeigen müssen. Tatsache ist aber, dass der Mobilbereich aktuelle eine so große Bedeutung hat wie noch nie.

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