Wie Sie die richtige E-Commerce Shopsoftware finden

Der IT-Markt bietet zahlreiche Lösungen für E-Commerce Shopsoftware. Als Unternehmer gilt es das richtige Produkt zu wählen. Mittelstand oder kleines Unternehmen, für jedes Business bietet der Markt unterschiedliche Softwarepakete. Dieser Artikel hilft dem Unternehmer, sich für das richtige Softwarepaket zu entscheiden. Mit den folgenden Richtlinien soll die Auswahl einer bestimmten Lösung erleichtert werden.

Oberfläche der E-Commerce Shopsoftware
Der erste Eindruck zählt. Diese alte Weisheit gilt auch für die Shopsoftware. Wenn ein Kunde den Onlineshop betritt, muss alles stimmen. Erscheint eine Website unübersichtlich oder nicht seriös, verlässt er sie wieder. Daher sollte die Oberfläche übersichtlich gestaltet sein und über eine solide Navigation verfügen. Niemand möchte mehrere Stunden nach einem Produkt suchen. Apropos Produkt: Die Darstellung der einzelnen Waren ist kaufentscheidend. Gefällt dem Kunden was er sieht, kauft er es eher. Der anschließende Bestellprozess sollte ohne Mühen vonstattengehen.

Werbung
idealo

So selbstverständlich sich diese Punkte auch anhören, in der Praxis werden sie oft vernachlässigt. Gerade bei der Suchfunktion und der Produktbeschreibung ergeben sich Probleme. Die meisten Onlineshops sind auf Experten ausgerichtet. Als Beispiel soll ein Notebook-Verkauf dienen. Viele Verkäufer können mit Begriffen wie RAM, SSD und Flash nichts anfangen. Ein Experte würde die Suchfunktion nach diesen komplizierten Begriffen durchforsten, während der Neuling eher mit Stichwörtern wie „großes Display“ oder „schnelles Notebook“ hantiert. In einem realen Kaufgespräch würde sich der Verkäufer um die Beratung kümmern, die beim eBusiness meistens komplett entfällt. Die Kaufentscheidung wird von einigen komplexen Daten und Zahlen beeinflusst, mit denen die meisten Käufer nichts anfangen können. An diesem Beispiel wird klar, wie wichtig Beratungsgespräche und Kaufempfehlungen sind. Damit lassen neue und vor allem zufriedene Kunden generieren. Die E-Commerce Shopsoftware sollte nicht nur Raum für harte Fakten bieten. Sie muss den Kunden von ihrer Oberfläche überzeugen und ihn zum Kauf animieren – ganz so wie im echten Ladengeschäft.

Customizing und individuelle Anpassungsmöglichkeiten
Jedes Unternehmen möchte seine eigenen Ideen verwirklichen. Daher muss die Shopsoftware über eine gewisse technische Basis verfügen. Sie sollte sich den individuellen Bedürfnissen anpassen und notfalls auch erweitert werden können. Der Hersteller sollte neben einer Standard-Version auch über Systeme mit erweiterter Funktionalität verfügen. Regelmäßige Updates sprechen für eine hochwertige Software, vor allem wenn diese neue Funktionen beinhalten. Wer es auf eigene Faust versuchen möchte, kann die Software nach eigenen Bedürfnissen umprogrammieren. Allerdings kann es zu juristischen Komplikationen kommen, ganz zu schweigen von der Schwierigkeit dieses Unterfangens. Die Zukunft gehört dem Onlineshop. Immer mehr Ladengeschäfte werden in das Internet verlagert, Kostengründe und weltweite Erreichbarkeit sprechen dafür. Wer einen Onlineshop gründet, geht von einem wachsenden Kundenstamm aus. Was passiert, wenn sich immer mehr Kunden auf dem Shop einfinden? Bei steigenden Zugriffszahlen ist eine erhöhte Rechnerkapazität notwendig. Gegenseitige Lastverteilung lautet das Sprichwort: Die E-Commerce Shopsoftware sollte über die Funktion verfügen, mehrere Rechner parallel arbeiten zu lassen. Sie sollte auf Java beruhen und einem Application Server zugrunde liegen. Ansonsten könnte der Kunde eine leere Website zu sehen bekommen und das möchte wirklich niemand.

Bevor man sich für eine E-Commerce Shopsoftware entscheidet, sollte die Fähigkeit der Mitarbeiter geprüft werden. Beherrschen sie Programmiersprachen wie beispielsweise C++ oder Java? Die meisten Hersteller greifen auf Java zurück und das mit gutem Grund. Onlineshops, die auf dieser Sprache beruhen, genießen einen hohen Ruf. Verfügen die Mitarbeiter über das Know-how, um das Customizing durchzuführen? Sollte es daran mangeln, kann ein externen Dienstleister zurate gezogen werden. Hierbei ist eine Webagentur zu empfehlen, da sich die Einstellung von neuen Mitarbeitern meistens als teurer erwiesen hat. Wer die vorhandenen Kräfte für solche Aufgaben nutzen möchte, sollte mit Kapazitätsengpässen rechnen. Eine gute Shopsoftware hat ihren Preis und ist entsprechend teuer.

Verwaltung der Produkte und Kundendaten
Die Shopsoftware sieht gut aus und scheint über einen vernünftigen Funktionsumfang zu verfügen. Viele Unternehmer lassen sich von einem edlen Design blenden. Ein E-Commerce System kann unnötige Arbeit verursachen, die sich leicht vermeiden lässt. Beim Kauf gilt es auf eine breite Auswahl an Verwaltungsfunktionalitäten zu achten, wie zum Beispiel das Ändern und Löschen einzelner Produkt- und Kundendaten. Hierbei ist das Freigabe-Workflow nicht zu ersetzen. Wenn der Sachbearbeiter einige Daten einreicht, sollten sie sofort beim Abteilungsleiter landen. Ansonsten zieht die Administration den Verkaufsprozess unnötig in die Länge. Mit der richtigen Shopfunktion werden die einzelnen Dokumente direkt zum gewünschten Ansprechpartner weitergeleitet, das eine enorme Zeitersparnis darstellt. Leider sind manche Shopsysteme in dieser Hinsicht mangelhaft ausgestattet. Die Administrationsprozesse laufen nur schwer oder äußerst kompliziert ab. Eine gute E-Commerce Software bietet umfangreiche Admin-Einstellungen: Benutzer erstellen, neue Mitarbeiter hinzufügen und verschiedene Rollen definieren. Während der Geschäftsführer Zugriff auf alle Daten hat, kann der Sachbearbeiter nur die einzelnen Kaufverträge überarbeiten und sie zum Abteilungsleiter schicken. Je einfacher, desto besser. Dafür sollten die benötigten Funktionen umso leichter gestaltet sein. Viele Software-Hersteller werben mit hübschen Systemen, doch es zählt nur die praktische Verwendbarkeit. Als Unternehmen sollte man sich nicht von einem mangelhaften Angebot blenden lassen.

Die Verwaltung lässt sich mit den richtigen Schnittstellen enorm erleichtern. Ein Unternehmen besteht aus mehreren Abteilungen und nutzt verschiedene Systeme. Es ist von Vorteil, wenn die verschiedenen Abteilungen direkt miteinander kommunizieren und ihre Daten austauschen können. Dabei sind die Daten-Schnittstelle behilflich, über die die E-Commerce Shopsoftware nach Möglichkeit verfügen sollte. Damit lassen sich Bestellinformationen und Kundendaten bequem austauschen. Gerade große Onlineshops sollten auf diesen Punkt achtgeben, da sie sonst unnötige Ressourcen verschwenden. Größere Unternehmen sollten mit dem XML-Format arbeiten, während Mittelständler ruhig zum CSV-Format greifen können. Kleinere Händler können ihre Daten manuell eingeben. Eine Faustregel besagt: Spätestens beim 1000. Kunden sollte mit elektronischen Schnittstellen gearbeitet werden.

Shopsoftware: ein langfristiges Konzept
Neue Unternehmen kommen und gehen. Gerade im IT-Bereich werden Start-Ups gegründet, die mehrere Monate später pleite sind. Daher sollte man sich für eine E-Commerce Software entscheiden, die Zukunft hat. Sie sollte von einem seriösen Anbieter stammen, der auf dem Markt einen gewissen Ruf genießt. Dazu zählen Support und Kundenzufriedenheit. Eine Software nützt wenig, wenn sie nicht weiterentwickelt wird. Es kann immer etwas schiefgehen. Ein guter Support zahlt sich aus, denn ein Onlineshop ist 24 Stunden am Tag erreichbar. Mehrere Stunden Systemausfall können hohe Verluste bedeuten, vor allem wenn diese in der Maintime stattfinden. Hierbei ist ein deutscher Anbieter zu empfehlen, da ein Mitarbeiter sofort vorbeischauen kann. Ein Unternehmen aus den USA müsste den Techniker erst einschicken, was entsprechend viel Zeit in Anspruch nimmt. Weitere Probleme wie unterschiedliche Sprache und Zeitzone kommen hinzu und erschweren eine schnelle Reparatur.

Mietmodelle für kleinere Unternehmen
Große Unternehmen kommen an einer E-Commerce Shopsoftware nicht vorbei. Der Mittelstand muss es sich genau überlegen, ob er von einer solchen Lösung Gebrauch machen will. Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten, sondern hängt vom Einzelfall ab. Das mittelständische Unternehmen sollte vor allem auf die richtige Kundenberatung achten. Je besser das Produkt durch die Shopsoftware beschrieben wird, desto weniger Fragen kommen beim Vertrieb an. Die Shopsoftware wird rentabel, wenn die Kundenberatung direkt in den Onlineshop verlegt wird.

Gilt das auch für den kleinen Onlinehändler? Gerade bei ihm zählt der persönliche Kontakt, damit er seine Kunden halten kann. Für einen solche Anbieter hat sich schon oft ein Mietmodell als rentabel erwiesen. Hierbei handelt es sich um einen Shop, der nur über wenige Produkte verfügt. Der Verwaltungsaufwand ist verschwindend gering. Entscheidet sich der Unternehmer zu expandieren, muss er zu einer besseren Lösung greifen. Solche Mietmodelle stoßen bei wachsenden Onlineshops schnell an ihre Grenzen.

Tipp: Ein Onlineshop muss 24 Stunden am Tag erreichbar sein – und das täglich! Ansonsten drohen enorme Umsatzeinbußen und negative Kundenbewertungen. Niemand sollte sich von einer Verfügbarkeit in Höhe von 99 Prozent blenden lassen. Ein solcher Shop ist 3-4 Tage im Jahr nicht erreichbar.

Werbung
idealo

Kommentieren Sie den Artikel