Das Social Networking Phänomen des Web 2.0 findet nun auch in der Realität Anwendung. FON ist eine weltweite „Social WiFi-Community“, bei der man seine Internetanbindung drahtlos mit anderen „Foneros“ teilt. Der Service wird in drei selbsterklärende Pakete aufgeteilt: „Linus“, „Bill“, und „Alien“; das einprägsame Motto lautet „Melke dein WiFi“.

Als „Linus“ bekommt man weltweit kostenlosen Netzzugang über die Access-Points der anderen Foneros, als „Bill“ kann man anstatt des kostenlosen Roamings mit seinem Anschluss abkassieren. FON ist kein ISP per se, vorausgesetzt wird weiterhin ein eigener Internet-Anschluss, was den klassischen Anbietern sicher sehr entgegen kommt und interessante Möglichkeiten für Partnerschaften eröffnen dürfte. Es gibt zwar die Möglichkeit, als „Alien“ komplett ohne eigenem WiFi-Sharing auszukommen, die Preise hierfür sind allerdings nach eigener Aussage absichtlich so gelegt, dass ein klassischer ISP günstiger wäre. Gleichzeitig werden ISPs am „Alien“-Gewinn beteiligt. Das ganze wird von Google und eBay/Skype mitsubventioniert. In Anbetracht des Google-Mantras „Umsatz durch Free-For-All“ ist das auch gar nicht so überraschend. Nettes Gimmick: aktuelle Access-Points findet man auf einer Karte, die mit Google Maps realisiert wird. Und für Skeptiker: das private Heimnetzwerk ist durch WPA2-Verschlüsselung sicher vor äußerem Zugriff geschützt.

Gerade läuft eine Aktion, bei der man den WiFi-Router umsonst bekommt, ohne sonstige anfallende Kosten. Die Aktion ging ursprünglich bis heute, wurde allerdings bis Mittwoch verlängert (keine Ahnung, ob es sich hierbei um eine sich selbstständig verlängernde Aktion handelt oder sie wirklich zeitlimitiert ist). Der Grund ist klar: FON kann damit seine Verfügbarkeit gut aufstocken, die Userbase erfährt gesunden Wachstum. Auf jeden Fall einen Blick wert.

Auf jeden Fall gibt es demnächst Ecke Märchenweg/Finkenschlag (in Duisburg) einen öffentlichen Hotspot.

> Mirko Peters

Mirko Peters ist als Medienkaufmann und Senior E-Commerce Manager seit 2002 auf Agentur- und Unternehmensseite. Er berät und betreut Unternehmen und Marken in den Themenfeldern E-Commerce, Online-Marketing und Internet-Strategie und begleitet federführend komplexe Projekte. Schwerpunkt seiner Arbeit sind die Datenanalyse, das Projektmanagement sowie die Entwicklung und Umsetzung effizienter Online-Marketing-Strategien sowie die Umsetzung von komplexen Online-Shops und deren Backend-Prozesse.

Autoren-Seite

4 Kommentare

  1. Das Konzept ist, afair, aus dem letzten Jahr und eine der treibenden Kräfte ist Christiane zu Salm, die damals maßgeblich 9live aus der Taufe mit gehoben hat.

    Ob sich die Idee aber wirklich etabliert und durchsetzt, weiß ich nicht. Der Daumen geht erst mal tendentiell nach unten.

  2. Ich glaube, dass sich mit der Aktion einiges tut. Man beachte zumindest die aktuelle Anzahl der Hotspots im Düsseldorfer Zentrum oder Hamburg.

    Die orangenen Punkte ohne grünem Schein sind registrierte, inaktive Access-Points, die vermutlich durch die aktuelle Aktion hinzugekommen sind und noch mit dem Router beliefert werden müssen.

  3. …und ich dachte immer der Daumen ginge „tendenziell“ nach oben. Gründe dafür kannste aber nich anführen oder? Ein bloßes Bauchgefühl also, ohne wesentliche Relevanz für andere….

  4. Klar kann ich den einen oder anderen Grund anführen. Erstens frage ich mich, wie der ganze Case finanziert werden soll. Die Subventionen werden ja nicht ewig laufen. Aber viel wichtiger finde ich die Frage nach der Sicherheit. Klar ist das eigene WLAN durch Verschlüsselung noch gesichert, aber ich würde meinen Hotspot nicht öffnen wollen und ich kann mir vorstellen, dass es anderen nicht anders geht. So pures Bauchgefühl.

    Dass meine vollkommen unerhebliche Meinung keine wesentliche Relevanz für andere hat, ist mir schon bewusst.

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here