Online-Werbung erstmals erfolgreicher als TV-Werbung

Die Werbebranche in Europa floriert. Das legt die aktuelle AdEx Benchmark-Studie nahe. Im vergangenen Jahr konnte ein Wachstum von 12,2% generiert werden. Vor allem die Online-Werbung ist hieran maßgeblich beteiligt. Sie ist erstmals erfolgreicher als der bisherige Spitzenreiter TV-Werbung. Nach wie vor ist Großbritannien in Sachen Werbung führend. Für die Zukunft wird eine Ausrichtung der Anbieter hin zu personalisierter Werbung erwartet.

Die Ergebnisse der Studie im Überblick

Die AdEx Benchmark-Studie wurde von der IAB Europe durchgeführt. Das Ziel war es, die Entwicklung der europäischen Werbebranche unter die Lupe zu nehmen. Die Studie zeigt deutlich, dass es sich hierbei um einen gigantischen Wachstumsmarkt handelt. Allein im vergangenen Jahr konnte die Branche ein Wachstum von 12,2% verzeichnen. Im Verlauf der letzten zehn Jahre haben sich die Umsätze sogar versechsfacht. Vor allem der Bereich Online-Werbung ist stark nachgefragt. So hat dieses Segment allein 41,8% der Umsätze von 2016 erwirtschaftet und ist somit erfolgreicher als die TV-Werbung.

Von diesen Entwicklungen profitiert insbesondere Google. So wurden rund 50% der Suchmaschinenanzeigen bei Google geschaltet und mit 19,1 Milliarden Euro sind die erwirtschafteten Umsätze beachtlich. Ein besonders hohes Wachstum ist hierbei im Bereich Mobil-Werbung zu beobachten. In diesem Bereich wurden 5,4 Milliarden Euro erwirtschaftet. Ebenfalls von großer Bedeutung ist die Video-Werbung. Diese hat immerhin 2,9 Milliarden Euro Umsatz generiert.

Großbritannien ist unangefochtener Spitzenreiter in Sachen Werbung

Ein Hauptfokus der Werbenden liegt auf Großbritannien. Daran konnten auch der Brexit und die schwierigen Verhandlungen mit der EU nichts ändern. Allein auf der Insel wurden 14,2 Milliarden Euro von den Werbetreibenden investiert. Zum Vergleich: In Deutschland, das nach Großbritannien den zweiten Platz in Sachen Werbung belegt, wurden gerade einmal 5,9 Milliarden Euro ausgegeben. Auffällig war bei der Studie zudem, dass die Umsätze von Märkten in die Höhe schossen, die man sonst nicht unbedingt auf dem Schirm hat. So stiegen die Umsätze in Irland, Slowenien und Rumänien beispielsweise um 30%. Hieran wird die wachsende Bedeutung dieser Märkte für den europäischen Binnenmarkt deutlich.

Diese Entwicklungen werden zukünftig in der Werbebranche erwartet

In Bezug auf das Wachstum von 2017 herrscht aktuell eine Mischung aus Optimismus und Realismus vor. Der Verband rechnet mit einem Wachstum von 10% in der Werbebranche, was etwas weniger als im vergangenen Jahr wäre. Begründet wird diese Einschätzung mit der anstehenden Verschärfung des Datenschutzes, die mit dem Inkrafttreten der EU-Datenschutzverordnung im Jahr 2018 einsetzen wird. Außerdem gehen die Studienleiter davon aus, dass in den kommenden Monaten und Jahren der Einsatz von Werbeblockern und Werbebetrug weiter zunehmen wird.

Dieser Entwicklung will die Branche proaktiv begegnen. So will das Interactive Advertising Bureau beispielsweise Publishern mit der ads.txt-Initiative die Möglichkeit geben, ganz bewusst zu entscheiden, welche Netzwerke bei ihnen Anzeigen schalten können. Auf diese Weise soll Werbebetrug entgegengewirkt werden. Außerdem sollen die Werbeanzeigen personalisiert und somit für die Zielgruppe noch interessanter gemacht werden. So können beispielsweise bei einzelnen Anzeigen Kriterien wie das Geschlecht der Nutzer oder regionale Besonderheiten berücksichtigt werden.

> Patrick Tarkowski

Patrick Tarkowski ist studierter Germanist und Anglist und arbeitet bereits seit 2008 als Autor für Onlineshops und Unternehmen. Er ist in ganz unterschiedlichen Themengebieten beheimatet, kennt sich aber speziell in den Bereichen E-Commerce, Onlinemarketing, Familie und Erziehung sowie SEO aus. Neben Fachtexten schreibt er eigene E-Books, Theaterstücke und Romane und entwickelt Unterrichtsmaterialien.

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1 Kommentar

  1. Die Messbare Conversion war bei Onlinewerbung schon sehr sehr lange besser als bei TV Werbung. Aber nachdem TV als solches unrelevant wird sollte man lieber über Werbung im Bewegtbild sprechen.

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