Jetzt haben wir all die schönen und interessanten Anwendungen im web 2.0. Schlagworte wie AJAX, Social Commerce, User Generated Contenet, Tagging, Produkt wikis, Widgets, Shopblogs sind ständig präsent.

Aber wer nutzt es ? Klar Amazon hat was, Otto erlaubt jetzt auch Kundenbewertungen. Was aber was machen die tausende hiesigen Händler. Von ein paar Ausnahmen abgesehen warten diese ersteinmal auf die die Integration von zielführenden Konzepten in ihre vorhandenen Anwendungen. Von den Hersteller allerdings hört man nichts in dieser Richtung ? Wer trägt diese Funktionen hinaus in den Markt wo auch Mittelständler ohne eigene Entwicklung oder großen Budgets an diesem Trend partizipieren wollen.
Im Moment tun sich deutsche Händler noch schwer mit dem Web 2.0, In einer Umfrage der Fachmagazine Internethandel und Internet World Business bieten zwei Drittel der befragten Händler ihren Kunden zwar die Möglichkeit, Produkte weiterzuempfehlen, aber nur 12 Prozent erlauben Produktrezensionen.

Dabei liegt es vielleicht gar nicht daran, dass die Interaktion mit den Kunden oft als lästig oder gar gefährlich empfunden wird sondern daran, dass die benötigten Funktionalitäten nicht oder noch nicht nahtlos in die verwendete Standardshopsoftware integrieren lässt oder schlicht nicht angeboten wird, Opensouce macht da keine Ausnahme. Eine AJAX Oberfläche oder Tagging für eine Standardshopsoftware ? Noch nicht gesehen.

Oder sehen sich die aktuellen E-Commerce-Software-Player gar durch diese Technologien bedroht ? Widgets, Mashups, Me Commerce, Shopcasting, Blogs, Rich Media Integration, Co-Creation, bieten das Potential auch ohne eigene Shoppingplatform am E-Commerce zu partizipieren. Also wo bleiben Ticker, Counter für Angebots Produkte und Restbeständen? Wo sind die sinnvollen User-zentrierten Shoppingtools und interaktive Verkaufsformen ?

> Mirko Peters

Mirko Peters ist als Medienkaufmann und Senior E-Commerce Manager seit 2002 auf Agentur- und Unternehmensseite. Er berät und betreut Unternehmen und Marken in den Themenfeldern E-Commerce, Online-Marketing und Internet-Strategie und begleitet federführend komplexe Projekte. Schwerpunkt seiner Arbeit sind die Datenanalyse, das Projektmanagement sowie die Entwicklung und Umsetzung effizienter Online-Marketing-Strategien sowie die Umsetzung von komplexen Online-Shops und deren Backend-Prozesse.

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8 Kommentare

  1. Mh…habe gerade im Blog von Fischmarkt diesen Artikel zur Usability gefunden:

    Irgendwie gibt es eine Überschneidung beider Themen. Ich kann aber noch nicht genau sagen, was es genau ist…ist nur so´n Gefühl.

    Vielleicht sind es die grundsätzlichen Fragen: Was braucht man, um den Kunden zu begeistern? Komplexität und unendliche Weiten? Oder Klarheit und Beschränktheit?

    Da geht es letztlich um zwei grundlegend verschiedene Ansätze, den Kunden zu gewinnen: mittels Explorativem Chaos (Abenteuer und Entdecken) oder mit klaren Strukturen & Sicherheiten.

    Was will der Kunde eigentlich im Onlineshop?

    Ich erinnere mich noch genau an meine erste eBay-Bestellung. Die Spannung, was sich letztlich im Paket befinden wird, war nahezu so groß, wie die Spannung, ob ich den Artikel meiner Träume überhaupt ersteigern werde…das hat Spaß gemacht! Wow!

    Vielleicht ergeht es mir ja nun mit den Widgets und Mashups ähnlich, wie mit eBay: Irgendwann bin ich dann gesättigt und freue mich über ein kühles klares Bier in meiner Stammkneipe…ohne Schnörkel und viel Tam-Tam! Das Leben kann so einfach sein 😉

  2. Auch wir sind immer wieder am Überlegen, welche Web 2.0 Anwendungen für unserne Shop Sinn machen würden. Klar, wir haben einen Blog, der sich um das Thema Männerpflege dreht. Aber gern würden wir auch mehr im Shop selbst machen, den User animieren, nicht NUR wegen der Produkte zu kommen / zu bleiben, sondern weil es Spaß macht, die Seiten anzuschauen.

    Allerdings gebe ich da meinem Vorredner Recht, wie komplex darf eine Shop (Einstieg) Seite sein? Ich bin oft hin- und hergerissen diese „Top 5 Produkte“, „das haben andere gekauft“ Geschichten einfach mal rauszuschmeißen und einen schönen klar strukturierten Aufbau zu zeigen, aber andererseits wollen wir dem User Hilfestellung geben und natürlich verkaufen.

    Und nun kommen noch weitere Gadgets dazu (Web 2.0). Wo sollen die denn dann noch hingepackt werden? Reizüberflutung ist fast garantiert.

    Wie gesagt, so gern wir das machen würden, zögern wir noch mit der Umsetzung.

    Grüße

    M.

  3. @ Kollege Kirsch: Besten Dank, dachte ich mir das du dich freust.
    @ Mr Jo & Micha,

    Es geht mir nicht darum jetzt jedem Hype hinterherzurennen und den User mit Funktionalitäten zuzumüllen, wer sagt denn das eine neue Technologie den Shop unbedingt aufblähen muss ? ich denke da auch an die vielen Komfortmerkmale die z.B. eine AJAX-Oberfläche bieteten kann, ohne das es jetz ein zusätzliches, neues, funky Feature währe. So eine Verfügbarkeitsanzeige in realtime (gerade bei knappen Beständen von Angebotsartikeln) oder ein CheckoutProzess der smooth blendet anstatt nachzuladen ist doch eine feine Sache oder ?

  4. Gerade für Unternehmen die mit Produktdaten handeln wie Pangora, Mentasys und Co. ist es ein leichtes ein einfaches zentrales Bewertungssystem aufzusetzen. Einfach nach dem iTunes Bewertungssystem 5 Sterne und die User können Ihre Meinung nennen. Das alles als Flash oder AJAX und zum Einbinden in Kategorien- und Detaiseiten. Beispiel dazu: und dann mal schauen wie die Einträge dort Bewertet werden können.

    @ Jochen: Wir haben nix gegen Web 2.0 und Social Commerce. Es muss nur für die Massen der Betreiber umsetz- und bezahlbar sein.

    @ Daniel: Massive Attack war Genial, hast was verpasst!

  5. @dergepflegtemann/Michael:
    Ich glaube ShopSeiten duerfen komplexer sein als man denkt. Solange Sie sinnvolle und klar voneinader trennbare Funktionen bieten.
    Ich denke, dass solange jedes kleine bisschen Funktionalitaet entweder selbsterklaerend oder gut erklaert ist.
    Ein riesig-tolles und leider viel zu oft vernachlaessigte Moeglichkeit von AJAX ist, dass es schrittweise eingesetzt und eingefuehrt werden kann. Es kann damit begonnen werden, nicht unmittelbare fuer die gewuenschte Funktion (z.B. checkout-Prozess) benoetigte Teile einer Seite initial auszublenden. Oder Dinge wie Newsletter-Anmeldung so einfach und schlicht wie moeglich zu machen, ohne Reload der Seite. Oder Aktionen auszuloesen, wenn bestimmte Verhaltens-Muster auftreten.

    Ausserdem muessen Ajax-basierte Funktionen laengst nicht nur auf einer Startseite unterkommen 😉 Die sollte in meinen Augen sogar so einfach und schlank wie moeglich sein und dem Besucher „nur“ einen moeglichst einfachen und schnellen Ueberblick ueber das „Was gibt es hier?“ geben. Aber auch hier kann Ajax eingesetzt werden. Besonders zur Steigerung der Schnelligkeit. Um den Nutzer an der Hand zu nehmen, und ihn moeglichst viel bei seiner Suche zu unterstutzen.

    Um die Benutzer dazu zu bringen wieder zu kommen, weil es Spass macht die Seiten anzuschauen, muss man sich fragen, was die Seite gegenüber anderen denn besonders macht. Punkte wie Design der Seiten gehoeren allerdings nicht auf diese Liste. Eher Dinge wie Angebotsvielfalt oder Interessen der Nutzer.
    Was oft vergessen wird: Man kann ueber jeden Besucher mit (unterschiedlich) hoher Wahrscheinlichkeit sagen, dass er sich fuer das Thema der Seite interessiert, wenn er sie aufsucht. Vor allem, wenn der Besucher ueber Suchmaschinen auf die Seite kommt, weiss man, dass er ernsthaft interessiert am Thema und hoechstwahrscheinlich auch am Kauf von Produkten zum Thema.

    Aber das weisst du wahrscheinlich schon alles und ich hab jetzt viel zu viel „gequatscht“.
    Kam halt einfach so raus 😉

    P.S: Schonmal die Links auf einer Amazon-ShopSeite gezaehlt? Ueber 100! Zeitweise auch ueber 200. Amazon-Seiten sind sehr komplex. Aehnlich wie eBay-Seiten.

    @Michael Jung:
    Die Textarea fuer Kommentare ist schon ein wenig knapp bemessen 😉

  6. Aber ist das Konzept von Amazon und Ebay die Zukunft? Braucht wirklich jeder Onlineshop eine Community? Selbst wenn ich mich zB. für den Kauf, die Ware ist rein zufällig gewählt 😉 , eines Männerpflegeprodukts entscheide, heißt das doch nicht das ich mich
    a) regelmäßig mit anderen darüber austauschen
    b) ständig neues über diese Warengruppe erfahren
    oder c) unbedingt der Welt meine Meinung zu diesem Produkt kundtun will.

    Ich habe mich erstmal dafür entschieden einen Shop mit klarer Struktur und nur dem nötigsten an Funktionen anzubieten. Bewertungen, weiterempfehlen, Beststeller, etc. hab ich aus meinem Xt-Commerce rausgeschmissen.

    Grundsätzlich kommt es aber sehr darauf an wie eng der Anbietermarkt da schon ist. Wenn ich mich in Preis und Angebot kaum mehr vom Shop nebenan unterscheide, kann vlt. ein witziger Blog genau das richtige Mittel sein. Die angebotetenen Waren sollten dafür aber auch geeignet sein …

  7. @ MAF 8: Nette Features. Soweit sogut. Nur die sind bei dem heutigen Stand der User nicht machbar. Die kennen sich damit nicht aus. Ich habe mich lang genug damit beschäftigt! Stichworte: Macromedia Flash, Rich Internet und User Expierence. Nach wie vor bin ich der Meinung das das Internet so Funktionieren wird, bis es jedoch so weit ist, vergehen noch einige Jahre. Kollege Schäfer wird bestimmt auch noch Stellung beziehen.

    Sorry, den TB ist ist im Spam gelandet und ich bin erst heute dazu gekommen den TB Spam zu sichten.

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