Da lese ich gerade ein wenig in unserem Blogarchiv und da fällt mir ein Artikel in die Finger über die Online-Trends 2006.

Da ja nun das Jahr langsam auf seine Zielgerade einbiegt (im letzten Quartal werden ja eigentlich schon die Trends für 2007 gesammelt), bietet es sich ja förmlich an, schon mal einen Blick zurück zu riskieren, was denn aus den „Buzz-Words“ der vergangenen Monate wirklich geworden ist.

Alle genannten „Trends“ anzudiskutieren, ist wahrscheinlich zu erschöpfend, weshalb ich hiermit einfach mal eine kleine Serie starte, um die Revue passieren zu lassen (Off-topic-Frage: wo kommt diese Redensart eigentlich her?)

Was wurde eigentlich aus „Barrierefreiheit“?

Die Barrierefreiheit ist ja eigentlich schon seit 2001 in aller Munde und jedes Jahr wird das Thema erneut auf den Olymp der Trends gehievt. Zurecht?

Seit Inkrafttreten der BITV redet Gott und die Welt davon, im Internet Barrieren zu beseitigen. Der Erfolg ist nur zum Teil erkennbar.

Richtig ist, dass die meisten öffentlichen Auftritte zum größten Teil barrierefrei sind, auch folgen einige Corporate Websites den Grundsätzen der BITV, aber ein Trend in 2006? Erkennen konnte ich keinen – zumindest keinen deutlicheren als in den Jahren vorher.

Ich würde sogar soweit gehen, dieses leidige Topic in den Topf der „ollen Kamellen“ zu schmeissen und „Barrierefreiheit“ zu einem der Unworte der letzten Jahre zu küren.

Wenn nach 5 langen Jahren immer noch keiner kapiert hat, wo die Tücken der Internet-Technologie liegt oder immer noch der Meinung ist, mit missionarischem Eifer „Barrierefreiheit“ zum Kardinalsproblem zu erheben, der ist, despektierlich gesprochen, User 1.0.

Denn, die Frage mag erlaubt sein, was sind denn alles Barrieren? Ich denke, wir alle wissen, dass es dabei auch darum geht, sauberen Webcode zu produzieren, welcher auch von Screenreadern verstanden werden kann, dass man ALT-Tags richtig setzt und auch verwendet. Aber wissen wir auch, dass barrierefrei nicht gleich barrierefrei ist?

Ein gutes Beispiel ist die Website der Christoffel Blinden-Mission. Eigentlich sollte man meinen, ein Paradebeispiel der Barrierefreiheit. Schmeisst man die Website aber mal in einen Validator, kommen zig Fehler zum Vorschein. Trotz allen gilt sie als „barrierefrei“.
Kann es sein, dass sich die Damen und Herren „Validatoren“ selber nicht einig sind, was Barrierefreiheit wirklich bedeutet?

Wie ein Bekannter von mir schon 2003 erkannt hat: Wenn ich mir so die Ergebnisse der Pisa-Studie anschaue, dann sind selbst zwei Absätze Text ohne Bild für viele eine unüberwindbare Barriere.

Wo er Recht hat…

> Mirko Peters

Mirko Peters ist als Medienkaufmann und Senior E-Commerce Manager seit 2002 auf Agentur- und Unternehmensseite. Er berät und betreut Unternehmen und Marken in den Themenfeldern E-Commerce, Online-Marketing und Internet-Strategie und begleitet federführend komplexe Projekte. Schwerpunkt seiner Arbeit sind die Datenanalyse, das Projektmanagement sowie die Entwicklung und Umsetzung effizienter Online-Marketing-Strategien sowie die Umsetzung von komplexen Online-Shops und deren Backend-Prozesse.

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