So richtig ist das Thema in Deutschland noch nicht am Rennen, vereinzelte Player stecken gerade ihre Claims ab. Ein kurzer Überblick soll für eine Orientierung sorgen.

Intershop
Mit insgesamt drei flexiblen Tarifen will Intershop auf die unterschiedlichen Geschäftsanforderungen seiner Kunden reagieren, der Funktionsumfang von Enfinity Suite 6 ist dabei in allen Tarifen identisch. Mit dem „Express“-Tarif will Intershop vor allem dem Mittelstand ein attraktives Preismodell bieten, aber auch Großkunden will man so einen Einstieg schmackhaft machen. Der „Standard“-Tarif hingegen ist für Kunden mit High-End-Anforderungen ausgelegt. Partner in den Bereichen Logistik und Payment ist die yellowworld ag (Tochter der Schweizer Post). Um die Dienstleistungen im Bereich Online Marketing abzudecken, hat Intershop die Frankfurter SoQuero GmbH mit ihren 12 Mitarbeitern übernommen.

Neu ist vor allem der „On Demand“-Tarif, der nutzungsbezogen, genauer genommen mit variablen Kosten, die sich aus dem Transaktionsaufkommen ergeben, abgerechnet wird. Das Angebot wurde auf der Cebit 06 vorgestellt und Intershop hat den ersten (unbekannten) Kunden. Bin mal auf den Spätsommer gespannt und was die Freunde aus Jena dann gezaubert haben.

Demandware
Intershopgründer Stefan Schambach hat bei seinem Ausstieg aus dem Unternehmen mitgedacht und eine Lizenz mitgenommen. Von Boston und San Francisco macht er sich auf den Weg das Business zu etablieren. Deutsche Partner sind T-Systems Multimedia Solutions und MOBIZCORP. Ein erster Demandware-Kunde in unserem Land ist der Elektronikdiscounter Promarkt mit promarkt.de und seiner Schwestersite yagma.com. Als Neukunde kann Demandware nun auch Playmobil begrüssen.

Xsite
Ganz aggressiv (was die Werbung angeht) ist Xsite am Markt präsent. Das Düsseldorfer Unternehmen hat den Fokus auf den Mittelstand gelegt. Technische Basis scheint eine Jakarta zu sein ist eine skalierbare Eigenentwicklung, aber ich erkenne noch keinen „Full-Service“ Ansatz. Sieht mir eher aus wie klassische Mietshops, sicher interessant ist hier auf jeden Fall die transaktinsbasierte Abrechung.
Truition

Seit 1998 ist Truition besonders stark in Auktionen für grosse Unternehmen allerdings überwiegend in den USA. Darunter Major League Baseball, die NHL oder Toshiba. Die PLattfom wurde weiter ausgebaut und unterstütze nun auch direkte E-Commerce Funktiionalitäten. Die Hälfte aller Kunden nutzen mittlerweile diese Funktionen. Truition bietet feste monatliche Mieten oder auch Umsatzbeteilligungsmodellen u.a. für Kunden wie Dell Financial Services-. Sicher eine alternative für den „Jump Start“ von größeren Unternehmen.

Heycom
Hält sich nach aussen hin mit seinen Dienstleistungen bedeckt, scheint aber ein echtes Schwergewicht in der Modebranche zu sein.

E-Commerce on Demand ist aber mehr als ein Mietshop
Was mir irgendwie bei allen fehlt, on Demand ist m. E. mehr als ein Mietshop, den gibt es ja an jeder Ecke. Alle reden von Prozessintegration, aber keiner sagt, wie er es macht. Payment, Logistik, E-Commerce Management, Marketing und Vertrieb, auch diese Punkte gehören dazu. Also, zur Zeit gibt es noch keinen Player (ausser Intershop), der dieses Feld mit strategischen Partnern besetzt und wirklich das Angebot macht, alles aus einer Hand anzubieten.

Ein anderes Thema, welches mich brennend interessiert, wie sehen die Kostenstrukturen aus? Was kostet der Spaß vom Setup bis zum Betrieb. Hat da jemand Informationen zu? Was sind die Abrechnungsmodelle?

In den USA beackern eine ganze Reihe von Unternehmen den Markt von denen allerdings noch längst nicht alle den Sprung in die Gewinnzone geschafft haben, hier ein Linkliste zum selber schlau machen ;).

ATG
Blue Martini Software
Comergent
eFashion Solutions
Fry Inc.

GSI
Imano Inc.
La Garde
Market Live
Net Suite
Prosiede Interactive
VCommerce
Venda

> Mirko Peters

Mirko Peters ist als Medienkaufmann und Senior E-Commerce Manager seit 2002 auf Agentur- und Unternehmensseite. Er berät und betreut Unternehmen und Marken in den Themenfeldern E-Commerce, Online-Marketing und Internet-Strategie und begleitet federführend komplexe Projekte. Schwerpunkt seiner Arbeit sind die Datenanalyse, das Projektmanagement sowie die Entwicklung und Umsetzung effizienter Online-Marketing-Strategien sowie die Umsetzung von komplexen Online-Shops und deren Backend-Prozesse.

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16 Kommentare

  1. Was verstehst Du unter „alles aus einer Hand“?
    Wo fängt das an und wo hört es auf? Was macht dann das Unternehmen wenn „alles aus einer fremden Hand kommt“?

    Mit sportlichen Grüßen
    Nikolaos

  2. Alles aus einer Hand heisst für mich in diesem Falle die Auslagerung der Internetgestützten Geschäftsprozesse an einen Partner. Gerade für Hersteller oder Retailer nicht uninteressant die (noch) keine ausreichendes eigenes Know How in Sachen IT, Online Marketing und Fulfillmet besitzen.
    Auch für einen schellen Start sicher eine Alternative. Immer unter der Prämisse das es sich noch rechnet ;). Eigentlich gelten wohl die selben Gründe wie beim klassischen Outsourcing.

    – Strategie
    – Konzentration auf das Kerngeschäft
    – Kostenreduktion im laufenden Betrieb
    – kleinere Organisation
    – Kooperation statt Hierarchie
    – Flexibilität
    – Risikotransfer
    – Standardisierung
    – klar definierte Leistungen und Verantwortlichkeit
    – rasche Verfügbarkeit von Kapazitäten
    – Kosten
    – variable statt fixe Kosten
    – Kostentransparenz
    – Risikominimierung
    – Personal
    – weniger Probleme bei Personalbeschaffung und Qualifizierung

    Gruessle Daniel

  3. kleine Korrektur zum Artikel: Der DEMANDWARE Partner heisst nicht „Mobizorb“ sondern MOBIZCORP. Die URL im Artikel ist falsch. Es sollte eher http://www.mobizcorp.de/de/ heissen.

    Promarkt war der erste ist aber nicht er einzige Demandware Kunde in Deutschland. Weiterhin ist bereits auf der Plattform live. Vor einigen Tagen konnte auch Playmobil für Demandware gewonnen werden.

  4. Modelle beruhen bei allen Anbietern auf Provision (Umsatz-) je Modul auf mehr oder weniger %.

    Ein Anbieter vllt. nicht vergessen: Amazon Services

  5. @ Steffen großes SORRY, URL ist gefixt, Jochen Schweizer ist interessant, Playmobil hatten wir ja vor ein paar Tagen schon ausführlicher.

    @ xenon: Soweit ich weiss sind doch noch ein paar weiter Modelle im Spiel als nur die Unsatzbeteilligung, da scheint es Modellen nach Visits zu geben, und- auch monatliche Flatrates ?

  6. Intershop hat den „On-Demand-Tarif“ schon etwas länger im Programm, hat allerdings nicht wirklich etwas mit „Software on Demand“ zu tun. Es handelt sich um ein Lizenzmodell, die Software wird trotzdem an den Kunden auf DVD ausgeliefert.

    Neu bei Intershop seit der Cebit 2006 ist das erweiterte Geschäftsmodell „Full Service E-Commerce“. Könnte man als eine Erweiterung eines On-Demand-Modells auffassen, bei dem nicht mehr nur die Software, sondern sämtliche Dienstleistungen rund um einen E-Shop aus einer Hand angeboten werden. On Demand hilft einem Markenhersteller, der noch keine E-Commerce Erfahrung hat, schliesslich auch nicht weiter, weil die Software eben nur ein Aspekt von vielen ist. Als Markenhersteller hat man typischerweise keine oder wenig Erfahrungen mit dem Direktvertrieb, Online Marketing, Zahlungsabwicklung, Retourenabwicklung, Inkasso, Call Center-Vertrieb usw.

  7. Ich denke im Moment vermischen wir hier ein bisschen On Demand und Fullservice. Wobei es ja auch Full Service On Demand gibt 😉 Interessant wäre ja etwas über die dabei enstehenden Kosten der einzelenen Modelle zu erfahren, hat da jemand Infos zu ?

  8. Bei Mobizcorp habe ich noch diese Präsentation gefunden: . FullService und On Demand ist ja nicht etwas was sich gegenseitig ausschliesst. Ich sehe ehr das die Anbieter in ZUkunft erfolg haben, die alles aus einer Hand bieten und somit zu einem Dienstleister werden der Unternehmen in dem Zentralbereich „E-Commerce“ entlastet. Dazu gehören auch Payment, Online Marketing und Logistik.

  9. ON Demand, Software-as-Service….
    Ich denke, dass in diesem Umfeld viele Begrifflichkeiten parallel genutzt werden. Auch springen viele Anbieter im E-Commerce, siehe Intershop oder Xsite, mit ihrer Lizenzsoftware auf den Marketing Zug auf. Allein eine Änderung des Pricing von E-Commerce-Lösungen bringt den Kunden noch lange nicht die Vorteile eines Software-as-Service. Inbesondere die Laufzeitkosten einer solchen Lösung bleiben für die Kunden gleich. Ich verweise da gern auf einen Artikel „How True Software-as-a-service Delivers More Value“ () , welcher vielleicht vielen hilft, das Konzept dahinter von sogenannten Mietsystemen abzugrenzen.

  10. Mittlerweile hat dieser Beitrag und die Disskussion es auch in das Forum von Wallstreet-Online.de gebracht.

  11. @Denis: Genau das ist der knackende Punkt. Die meisten der sogenannten On-Demand-Anbieter bieten dieses Modell nicht wirklich . 1. Sind viele technologisch nicht richtig dazu in der Lage (Intershop) oder Sie fahren ein kompliziertes Hybrid-Modell mit einem Mix aus lokalen Installationen und webbasierten Services sowie einem Mix aus umsatzbasierten und trafficbasierten Gebühren.
    Zur Richtigstellung: Xsite verwendet kein Hybris Jakarta. Es ist eine rein java-basierte Eigenentwicklung die seit 2003 besteht, jedoch erst seit Herbst 2005 unter dem Titel „On-Demand“ existiert.
    Bei Xsite ist das Modell das Folgende: Das frei konfigurierbare und endlos skalierbare System wird individuell auf die Kundenwünsche und seine Geschäftsprozesse angepasst. Für diese Anpassungsdienstleistung fallen einmalig Kosten an. Danach läuft das System voll erfolgbasiert auf Basis einer prozentualen Beteiligung am jeweiligen Warenkorbwert.

  12. @Christoph: Das klingt ja alles sehr spannend. Betreibt Ihr da ein zentrales System wo die Shops quasi als Mandanten enthalten sind oder habt Ihr für jeden Kunden eine eigene Instanz, die dann mit seinen Anforderungen wächst. Soweit ich weiß gibt es da ja verschiedene Ansätze, von einzelnen Installationen hin zu nem Cluster.

  13. Hallo Dirk, ja im Prinzip ist das richtig. Wir haben mehrere Rechenzentren auf denen die Shops, Backups und Spiegelungen laufen. Die Instanz wächst mit den Anforderungen bzw. der Last. Das ist ja gerade der Witz. Der Shopbetreiber soll ja nicht, wenn seine Bestellungen von 1000/Monat auf 10.000 gestiegen sind wieder auf ein leistungsfähigeres System umsteigen müssen. Wir Clustern und passen das System der jeweiligen Last an. Das ist für viele sehr entscheidend die starken saisonalen Schwankungen unterliegen, also an Weihnachten, Muttertag, Valentinstag ..etc ein Vielfaches an Last haben, aber eben diese Resourcen den Rest des Jahres nicht ungenutzt betreiben und warten wollen. Technisch kann ich dazu aber mangels Know-how keine wirkliche Auskunft geben 😉 Da wir an dem Wachstum unserer Shops partizipieren haben wir ein eigenes Interesse am jeweiligen Umsatzwachstum. Deshalb profitiert der einzelne auch von neuen Tools zur Absatzförderung.

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