Wachstum des Schnäppchen-Anbieters Groupon geht stark zurück

In den Vereinigten Staaten ein Lifestyle-Portal, in Europa zukünftig am seidenen Faden? Groupon ist seit vielen Jahren der beliebteste Schnäppchen-Anbieter, doch besonders das von Berlin gesteuerte Europageschäft scheint sich als großes Problem zu erweisen.

 Groupon ist ein US-amerikanisches Unternehmen der Internetbranche, das sich zum beliebtesten Schnäppchen-Anbieter entwickelt hat – natürlich in den USA, aber auch hierzulande. Gewerbetreibende bieten dem Chicagoer Unternehmen Rabattcoupons an – bei einer bestimmten Anzahl von Interessenten kommt das Geschäft zustande und Kunden profitieren sichtbar von den günstigen Preisen, während sich Groupon und das Unternehmen sich den Profit teilen. Durch genau dieses Prinzip ist das 2008 gegründete US-Unternehmen einst auf die Erfolgsspur gekommen.

So galt Groupon als Wegbereiter für das soziale Netzwerk Facebook und wurde aufgrund überdurchschnittlicher Wachstumszahlen sogar von Google umworben, das auch schon das Berliner Schnäppchenportal „Dailydeal“ aufkaufte. Groupon-CEO Andrew Mason entschied sich damals für die Börse. Groupons Expansion nach Europa begann durch die Übernahme des Berliner Unternehmens „Citydeal“, hinter dem mit den die Brüdern Samwer Deutschlands bekannteste Internet-Investoren steckten. Die bundesdeutsche Hauptstadt wurde so zum zentralen Europasitz des Schnäppchen-Anbieters.

 Aktienkurse fallen – Wachstum flaut ab

Groupons Aktie fiel im dritten Quartal des Geschäftsjahres in den Keller – ein Rekordtief wurde erreicht. Grund dafür sind die verstimmten Anleger, denen der Wachstumsrückgang und zuvor unprofessionelle Buchführung Vertrauen nimmt. Bewog sich der Preis für eine Groupon-Aktie im Herbst 2011 noch bei über 20 Dollar, kostet sie aktuell knapp drei Doller – ein selten starker Rückgang. Zwar gewann das US-amerikanische Unternehmen im letzten Jahr wieder deutlich an Kundschaft und konnte den Quartalverlust zuletzt minimieren, doch Europa bleibt eine „anhaltende Herausforderung“, so der Gründer Mason.

Hoffnung machen den Verantwortlichen in Europa Dienstleistungen, die jenseits des Atlantiks für weiterhin große Nachfrage sorgen und hier noch nicht eingeführt worden sind, wie beispielsweise der mobile Bezahlungsdienst. Ob dies den erhofften Umschwung bewirken wird, bleib allerdings fraglich. Des weiteren ist auch negativ, dass der Wachstumsrückgang und die Verstimmung der Aktionäre eine Grundsatzdiskussion über das Geschäftsmodell des Schnäppchen-Anbieters im Internet angestoßen hat.

Robert Klatt 

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