Versandhandelssystem für xt:Commerce, xtc modified, ECB, Gambio und Veyton

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Das Interview würde geführt mit Frank Fink, einem der Geschäftsführer von Codegarden und Hersteller der Onlineshop ERP Software Kontor.NET.

Kontor.NET ist ein ERP System für Onlineshops – was sind die Stärken ihres Systems?
Für den Onlinehandel steht da an erster Stelle natürlich die komfortable Verbindung der Shops und anderer Verkaufsplattformen wie eBay und Amazon mit Kontor.NET. Hier ist Kontor.NET die zentrale Schaltstelle, die alle Produktdaten und Verkaufsaktivitäten steuert. Gerade in diesem Bereich haben wir Kontor.NET 2010 extrem optimiert. Ein Beispiel dafür ist die Abbildung von Produktvarianten wie etwa Größe und Farbe in der Warenwirtschaft, was für eine reibungslose Synchronisation des Onlineshops bekanntlich ja sehr wichtig ist.
Viele weitere Features, wie z.B. CRM mit E-Mail Integration, Bestellplanung, Barverkauf, Lieferantenschnittstellen, drahtlose Kommissionierung im Versand und Live-Zugriff auf Lieferantenkataloge sind ebenfalls Stärken und in dieser Ausprägung in unserem Preissegment sicherlich die Ausnahme. Auch diese Features werden im Onlinehandel bei steigenden Verkaufszahlen mehr und mehr benötigt. Gut, wenn man sie dann nachrüsten kann.

Ich möchte jedoch noch eine besondere Stärke der Software betonen, die für die allermeisten unserer Kunden sehr wichtig, wenn nicht unverzichtbar ist: Kontor.NET ist von Grund auf über einen Programmdesigner anpassbar. Diese Programmanpassungen beziehen sich nicht nur auf einfache optische Konfigurationsmöglichkeiten oder das Hinzufügen von Feldern in einer Bildschirmmaske. Ganze Programmabläufe, neue Bildschirmmasken und die Datensynchronisation mit dem Onlineshop lassen sich punktgenau so anpassen, wie der Kunde es benötigt. Und das alles, ohne die Basissoftware ändern zu müssen, damit es später keine Probleme mit Updates gibt.
Kontor.NET ist deshalb nicht nur eine sehr leistungsfähige Standardlösung für den Versandhandel, auch größere mittelständische Unternehmen, die eine optimal angepasste ERP Lösung benötigen, zählen zu unseren Kunden.

Gibt es Planungen neben xt:C in Zukunft auch andere Shopsysteme mit einer Schnittstelle anbinden zu können.
Neben xt:Commerce und den damit kompatiblen Shopsystemen, wie z.B. xtc:modified, ECB und gambio, unterstützen wir momentan auch Veyton 4.0, das kommerzielle Nachfolgeprodukt von xt:Commerce.

Wir arbeiten außerdem bereits an Schnittstellen zu Oxid, Magento und omeco. Natürlich sind wir aber auch für andere Systeme offen und suchen immer nach neuen Pilotkunden und Kooperationspartnern, um die Schnittstellen möglichst praxisnah und umfassend gestalten zu können.

Wird die Warenverfügbarkeit im Onlineshop in Echtzeit ausgespielt?
In „Quasi-Echtzeit“, denn die Shop-Datenbank und Kontor.NET befinden sich in der Regel ja nicht auf dem gleichen System. Bestands- und Verfügbarkeitsinformationen werden von Kontor.NET in einem konfigurierbaren Zeitintervall, z.B. alle 15 Minuten, zur Verfügung gestellt. Dabei werden dann natürlich auch Aufträge berücksichtigt, die über andere Vertriebswege, z.B. auch über Bar- oder Telefonverkäufe aufgenommen wurden. Es ist sogar möglich, die Verfügbarkeitsinformation auch auf die vom Lieferanten lieferbaren Bestände auszudehnen, wenn dieser über eine entsprechende Schnittstelle verfügt.

Beschreiben sie kurz die Prozess-Schritte, die in Kontor.net nach Eingang einer Bestellung fällig sind.
In Kontor.NET durchlaufen die Aufträge weitgehend automatisiert mehrere Stadien, bis der Versand abgeschlossen ist:
Zunächst landen alle Aufträge im Auftragseingangsordner. Aufträge, die bereits vom Shop als bezahlt gekennzeichnet sind, z.B. per Paypal bezahlt, oder die per Nachnahme versendet werden sollen, werden dabei separiert, diese Aufträge sind direkt nach der Datenübernahme lieferfähig.

Für noch nicht bezahlte Aufträge kann der Zahlungseingang entweder manuell oder über ein Zahlungsabgleichsmodul gebucht werden, dabei werden die auf dem Bankkonto eingegangen Zahlungen über eine konfigurierbare Zuordnungslogik voll- oder halbautomatisch den offenen Aufträgen zugeordnet. Nach dem Zahlungsabgleich sind die betroffenen Aufträge ebenfalls lieferfähig.

Nun erfolgt die Erstellung der Rechnungs- und Versandbelege für die lieferfähigen Aufträge. Diese geschieht normalerweise im Stapeldruckverfahren, also u.U. für Hunderte Aufträge gleichzeitig in einem einzigen Druckjob. Bei diesem Vorgang erfolgt auch die Kommunikation mit der Versandsoftware, z.B. DHL/EasyLog. Diese druckt während des Druckjobs die Versandaufkleber.

Anhand der erstellten Belege wird anschließend die Ware im Lager kommissioniert und versendet. Hier bieten wir für größere Lagereinrichtungen auch eine eigene, Pocket PC basierende Lagerlösung an, wo die Kommissionierung per Barcodescan erfolgt.

Aufträge, die aufgrund unzureichender Lagerbestände momentan nicht lieferbar sind, verbleiben im Status „lieferfähig“. Mit dem Modul Bestellplanung wird dann für die rückständigen Artikel die entsprechende Bestellung beim Lieferant generiert. Auch hier kann die Datenübermittlung elektronisch erfolgen, wenn eine entsprechende Schnittstelle existiert.
Nach der späteren Verbuchung des Wareneingangs vom Lieferanten sind die nachbestellten Artikel dann lieferbar und werden im nächsten Stapeldruckvorgang zum Versand gebracht.

Der Kreislauf schließt sich dann mit der Übermittlung der Trackingdaten aus der Versandsoftware an den Onlineshop, hier kann der Kunde dann sehen, dass seine Bestellung unterwegs ist und wo sie sich momentan befindet.

Das ist der Grobablauf, selbstverständlich gibt es hier an vielen Stellen Möglichkeiten, den Prozess für bestimmte Geschäftsfälle abweichend zu gestalten und auch manuell einzugreifen.

Zu welchen Standardsystemen (z.B. Payment, Newslettermarketing etc.) haben sie Standard Schnittstellen?
Es gibt vielfältige Schnittstellen zu anderen Systemen. Abgesehen von den Schnittstellen zu Shopsystemen auch Anbindungen zu eBay, Amazon und Yatego.
Für den Zahlungsabgleich können Daten im MT940 und CSV-Format eingelesen werden. Vorgefertigte Schnittstellen gibt es im Versandbereich weiterhin zu DHL, UPS und DPD. Allen diesen Schnittstellen ist gemeinsam, dass sie über Exportprofile leicht anzupassen und zu erweitern sind. Auch der Datenexport für den Newsletterversand ist bereits eingebaut, in diesem Bereich gibt es eine Fülle unterschiedlicher Systeme, die genutzt werden können.

Ist es notwendig, dass Sie Shop und ERP Projekt abwickeln?
Ganz und gar nicht: codegarden software ist ausschließlich im ERP Bereich tätig, wir bieten keine eigenen Shoplösungen oder andere Dienstleistungen im Onlinebereich an. Dafür arbeiten wir gern mit Agenturen und externen Entwicklungspartnern zusammen und immer an neuen Kooperationen interessiert. Ich denke, dass sich auch nur dann ein wirklich professionelles Gesamtprodukt für den Kunden realisieren lässt, wenn alle Beteiligten genau wissen, was sie tun.

Für IT-Dienstleistungsunternehmen gibt es das Kontor.NET Partnerprogramm, das dem Entwicklungspartner größtmögliche Freiheit lässt, Anpassungen an Kontor.NET auch in Eigenregie ohne Projektbeteiligung von codegarden durchzuführen und Kontor.NET auch selbstständig zu verkaufen.

Was ist eine durchschnittliche Projektlaufzeit für eine Einführung / Migration?
Da sich die einzelnen Projekte in Ihrer Komplexität und im Volumen stark unterscheiden, kann man hier schlecht einen Näherungswert angeben. Wir haben eigentlich zwei unterschiedliche Typen von Projekten, die sich stark voneinander unterscheiden:

a)    Im ersten Fall handelt es sich meist um größere, etablierte Unternehmen, die von einem Altsystem migrieren wollen. In diesen Fällen ist natürlich eine Prozessanalyse, Datenimport aus dem Altsystem, Programmanpassungen und vieles mehr zu berücksichtigen, damit ein sauberer Wechsel stattfinden kann. Die Projektlaufzeit bewegt sich in diesen Fällen meist im Bereich von 1-3 Monaten.

b)    Der zweite Typ von Projekten tritt dann auf, wenn der Kunde noch gar kein Warenwirtschaftsystem einsetzt und z.B. einfach Kontor.NET mit seinem bestehenden Shop verbinden möchte. Diese Fälle sind natürlich deutlich übersichtlicher, nach der Installation werden dann einfach die Produkte, Kunden und Aufträge aus dem Shop importiert und schon kann es losgehen. Wir unterstützen den Kunden in solchen Fällen meist bei der Konfiguration, aber der zeitliche Aufwand hält sich sehr in Grenzen. Das macht man schon mal gern an einem Wochenende.

In jedem Fall erhält der Kunde von uns aber nach einem eingehenden Vorgespräch ein unverbindliches Angebot, das in der Regel einen Festpreis für das Gesamtpaket und auch die zu erwartende Projektlaufzeit beziffert. Damit gibt es dann für den Kunden keine teuren Überraschungen.

Weitere Informationen auf des Webseite E-Commerce Versandhandel Systems Kontor.net

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> Mirko Peters

Mirko Peters ist als Medienkaufmann und Global Digital Marketing Analyst bei Sivantos. Er berät und betreut Unternehmen und Marken in den Themenfeldern E-Commerce, Online-Marketing und Internet-Strategie und begleitet federführend komplexe Projekte. Schwerpunkt seiner Arbeit sind die Datenanalyse, das Projektmanagement sowie die Entwicklung und Umsetzung effizienter Online-Marketing-Strategien sowie die Umsetzung von komplexen Online-Shops und deren Backend-Prozesse.