„Im von Discountern bestimmten Markt des Lebensmittel-Handels in Deutschland ist ein Lieferservice wirtschaftlich nicht zu realisieren.“ Das Statement des Otto-Konzerns zum Ende ihres Supermarkt-Services vor drei Jahren hat bis heute Gewicht in der Branche.“

Und was lese ich da in der LZ? Und es geht doch mit Gewinn…

Während fast alle deutschen Handelsunternehmen ihre Versuche mit Lebensmittel-Lieferservices eingestellt haben, überrascht Kaiser’s Tengelmann mit der Aussage, Food in seinen Hochburgen Berlin und München profitabel auszuliefern. In den beiden Städten und ihren Umgebungen erreichen die Bringdienste zusammen 15 Mio. Euro Umsatz.

Um so mehr überrascht Kaiser’s Tengelmann mit der Aussage, seine Lieferservices in München und Berlin seien profitabel. Gewinn würde der Service in Berlin bereits seit vier Jahren abwerfen, berichtet Tobias Tuchlenski, Regionsmanager von Kaiser’s in Berlin.

„Wir haben da nichts schöngerechnet“, versichert er. Das eigenständige Kommissionierlager würde keine Kosten fürs stationäre Geschäft verursachen. „Seit Edeka Reichelt, Spar und Karstadt ihren Lieferservice aufgegeben haben, sind wir die einzigen im Berliner Raum“, freut sich Tuchlenski.

In Berlin trage der Lieferservice mit rund 10 Mio. Euro, im Raum München mit rund 5 Mio. Euro zum Umsatz bei, verraten die Regionsmanager. Dabei hat der gedruckte Katalog, den die Supermarkt-Betreiber halbjährlich versenden, eine deutlich größere Bedeutung als der Internet-Shop.

„Wir erhalten ein Viertel aller Bestellungen via Internet – mit steigender Tendenz“, erklärt Thomas Nitze, Leiter des Lieferservices Berlin. Die übrigen Bestellungen gehen per Telefon und Fax im gemeinsamen Call-Center von Berlin und München ein.

Die Liefergebühr beträgt 5 Euro, der Mindestbestellwert liegt bei 15 Euro, die durchschnittliche Warenkorbwert beträgt 75 Euro. Der Konzern sagt aber auch, das es sich nur in Ballungsbebieten lohnt und ein bundesweiter Versand schon mal getestet und eingestellt wurde.

> Mirko Peters

Mirko Peters ist als Medienkaufmann und Senior E-Commerce Manager seit 2002 auf Agentur- und Unternehmensseite. Er berät und betreut Unternehmen und Marken in den Themenfeldern E-Commerce, Online-Marketing und Internet-Strategie und begleitet federführend komplexe Projekte. Schwerpunkt seiner Arbeit sind die Datenanalyse, das Projektmanagement sowie die Entwicklung und Umsetzung effizienter Online-Marketing-Strategien sowie die Umsetzung von komplexen Online-Shops und deren Backend-Prozesse.

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1 Kommentar

  1. In Neuseeland macht Woolworths das auch mit grossem Erfolg in den Ballungsräumen. Und auch hier gibt es Discounter-aehnliche Ketten.

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