Angesichts weiter steigender Umsätze hat Tesco.com im Süden Londons ein erstes reines Kommissionierzentrum in Betrieb genommen. Auch die Konkurrenten Sainsbury, Ocado und Asda bauen ihre Lebensmittel-Lieferservices auf der Insel aus. Tesco.com, der Internet-basierte Lebensmittel-Lieferservice des britischen LEH-Marktführers, hat in Croydon im Süden der Metropole London ein erstes Kommissionierzentrum eröffnet.

Für alle anderen Liefergebiete lässt Tesco.com die Kommissionierer Bestellungen in normalen Verbrauchermärkten zusammenpacken, um die Investitionen zu begrenzen und Lieferwege kurz zu halten. Offenbar hat die Kundenzahl des Heimdienstes im Süden Londons aber jetzt die kritische Grenze für ein eigenständiges Kommissionierzentrum erreicht. Von dem Lager aus können bis zu 100 Lieferwagen die Ware zu Kunden bringen.

Dotcom-Business ist profitabel
Der Umsatz des Online-Shops hat im vergangenen Jahr nach Angaben von Tesco-CEO Terry Leahy „fast 1 Mrd. Britische Pfund“ (1,4 Mrd. Euro) erreicht. Das entspricht einer Steigerung von 31,9 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Nach den Worten von Leahy ist „das Dotcom-Business profitabel und wächst schnell“. Der Jahresgewinn hat sich gegenüber 2004 mehr als verdoppelt und wird von Tesco mit 2005 rund 80 Mio. Euro angegeben. Der Internet-Shop verzeichnet nach eigenen Angaben mehr als 200.000 Bestellungen pro Woche. Die Gesamtzahl der „regelmäßigen Kunden“ liege bei 750.000.

Bedeutung des Nonfood-Sortiments erhöhen
Leahy kündigte Ende April an, dass Tesco die Bedeutung des Nonfood-Sortiments im Internet ebenso wie im stationären Handel erhöhen will. Bisher bietet der LEH-Filialist unter der Adresse www.Tesco.com/Extra bereits Elektrogeräte, DVDs, Musik-CDs, Bücher, Computerspiele, Wein und Blumen an.

Die Ware wird nicht von den normalen Tesco.com-Lieferwagen ausgeliefert, sondern von Paketdiensten und der britischen Otto-Versand-Tochter Grattan distribuiert. Nach Informationen der Zeitschrift The Grocer will Tesco noch dieses Jahr ein deutlich ausgeweitetes Nonfood-Sortiment im Internet präsentieren.

Sainsbury und Ocado kämpfen um Platz
Hinter Tesco.com kämpfen die Lebensmittel-Lieferservices von Sainsbury und Ocado/Waitrose um Platz zwei. Beide kommen nach eigenen Angaben zurzeit auf rund 48.000 Auslieferungen pro Woche.

Die britische Wal-Mart-Tochter Asda investiert ebenfalls in ihren Online-Food-Shop. Richard Ramsden, Chef des Home Shopping Bereichs, kündigte gegenüber The Grocer „wesentliche Verbesserungen der Web-Site in den nächsten zwölf Monaten“ an. 45 Prozent der Briten leben in dem vom Asda-Lieferservice abgedeckten Bereich.

Ich bin ja mal gespannt wann die gr. deutschen Ketten folgen. In Köln gab es ja mal netconsum.de die es mit eigenem Case versucht haben, leider ist es bei einem Versuch geblieben und NetConsum ist Geschichte.

> Mirko Peters

Mirko Peters ist als Medienkaufmann und Senior E-Commerce Manager seit 2002 auf Agentur- und Unternehmensseite. Er berät und betreut Unternehmen und Marken in den Themenfeldern E-Commerce, Online-Marketing und Internet-Strategie und begleitet federführend komplexe Projekte. Schwerpunkt seiner Arbeit sind die Datenanalyse, das Projektmanagement sowie die Entwicklung und Umsetzung effizienter Online-Marketing-Strategien sowie die Umsetzung von komplexen Online-Shops und deren Backend-Prozesse.

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