Sven Nobereit: „E-Mail-Marketing ist so lebendig wie eh und je“

E-Mail-Marketing
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E-Mail-Marketing wurde schon häufig totgesagt. Allen Kritikern zum Trotz ist es aber nach wie vor ein erfolgreiches Tool, das immer mehr Unternehmen für sich nutzen. Woran das liegt und in welche Richtung es zukünftig gehen wird, erklärt uns Sven Nobereit, Geschäftsführer der SuperComm Data Marketing GmbH, im Interview.

Herr Nobereit, SuperComm gibt es mittlerweile seit zehn Jahren. Welche Entwicklungen im E-Mail-Marketing haben sich in dieser Zeit als Flop erwiesen, welche haben sich durchgesetzt?

Grundsätzlich ist ein Wandel in der Ansprache der User erfolgt. Mit der Zeit ist es immer wichtiger geworden, den User individuell und persönlich anzusprechen. Auch die technischen Voraussetzungen für den Versand und der Versandzeitpunkt haben im Laufe der Jahre an Bedeutung zugenommen. Es gibt Branchen, die das E-Mail-Marketing seit der ersten Stunde aktiv nutzen und immer noch erfolgreich am Markt sind. Daneben gibt es aber auch solche, die erst in der letzten Zeit aufgewacht sind und derzeit durch Testings Erfahrungen sammeln.

Die Trends der vergangenen Jahre und auch die künftige, erfolgreiche Arbeit im E-Mail-Marketing gehen für uns als zuverlässiger und professioneller Partner aller Branchen klar in die Bereiche Mehrmarkenstrategie und Internationalisierung. Mehrmarkenstrategie, um gezielt auf die Bedürfnisse der Kunden einzugehen und Internationalisierung, um gegenüber den Kunden das Prinzip „one face to the customer“ leben zu können. Da die Kunden immer häufiger in mehreren Ländern aktiv sind, können wir so „alles aus einer Hand“ anbieten.

E-Mail-Marketing wurde schon des öfteren für tot erklärt. Wie stehen Sie zu dieser Aussage? Welche Zukunft sehen Sie für diesen Bereich?

E-Mail-Marketing ist so lebendig wie eh und je. Die E-Mail ist das am meisten verwendete Kommunikationsmittel. Daher eignet es sich nach wie vor hervorragend als Werbemittel. Auf keinem anderen Weg kann man die Menschen so schnell, leicht, zielgruppengenau und kosteneffizient erreichen. So lange sich dies nicht ändert, wird der vermeintliche Tod ein Gerücht bleiben.

Social Media wird zu einem immer wichtigeren Thema. Sehen Sie die sozialen Netzwerke eher als Gefahr oder als Chance für das E-Mail-Marketing?

Schafft man es, beides optimal zu mixen, können die sozialen Netzwerke eine wunderbare Ergänzung für das E-Mail-Marketing sein. Kampagnen lassen sich sinnvoll verbinden, indem man zum Beispiel in der Mail auf seine Social-Media-Kanäle verweist und den Lesern die Möglichkeit bietet, einzelne Informationen beispielsweise über Facebook zu teilen. Das nennt man auch SWYN – share it with your network. Newsletter können ganz leicht in die sozialen Netzwerke verlängert und so eine Interaktion mit dem Kunden begünstigt werden.

Auch der mobile Bereich nimmt zunehmend an Fahrt auf. Wie verändern Smartphones das E-Mail-Marketing? Stößt es damit langsam an seine Grenzen?

An die Grenzen stößt man nur, wenn man sich auf den Trend nicht einlässt und auf Neuerungen nicht angemessen reagiert. So ist es heute unumgänglich, zusätzlich mobile Versionen seiner Informationen anzubieten. Das schafft einen entscheidenden Vorteil: Smartphones sind immer mit dabei. Das bedeutet, dass auch der Newsletter die Menschen überall hin begleitet und jederzeit an jedem Ort gelesen werden kann. Mittlerweile ist es auch eine Tatsache, dass E-Mails verstärkt mobil abgerufen werden – das kann man bestens für seine E-Mail-Kampagnen nutzen. Coupon -oder Vouchercodes eignen sich zum Beispiel bestens für mobile Aktionen. Technisch und gestalterisch muss das Ganze natürlich erst einmal an die Formate der Devices angepasst werden, aber der Aufwand lohnt sich allemal.

Bei Newslettern ist der Grat zwischen Spam und lesenswerter Information meist sehr schmal. Wie stellen Sie sicher, dass Ihre Mailings nicht im Spamordner landen? Was macht eine Kampagne interessant?

Zunächst ist es von großer Bedeutung, Alarmsignale, die Spamfilter auf den Plan rufen, zu vermeiden. Das beginnt schon bei der Betreffzeile. Begriffe wie „Gewinnspiel“, „billig“, „gratis“, etc. sind prädestiniert dafür, die Mail in den Spamordner zu verfrachten. Der Betreff sollte also nicht zu plakativ sein, sondern lieber schlicht und aussagekräftig. Damit ist der erste Schritt getan und Interesse geweckt. Zudem ist es wichtig, nur einen Newsletter zu versenden, wenn man auch wirklich etwas zu sagen hat. Der Mehrwert für den Kunden muss an erster Stelle stehen. Um im richtigen Postfach zu landen, sollte ein zertifizierter Versandserver verwendet werden. Darüber hinaus ist auf eine einwandfreie Programmierung zu achten. Bei gehäuften Rechtschreib- und Programmierfehlern schlagen Spamfilter schnell an.

Eine sehr schöne Möglichkeit, Aufmerksamkeit zu gewinnen und den Nutzer ein wenig zu bauchpinseln, ist die Bildpersonalisierung. Dabei wird zum Beispiel der Empfänger-Name des Lesers als kleines Bild angezeigt. Ist der Sender ein Reiseveranstalter, könnte der Name in den Sand eines Strandes geschrieben sein, hat der Kunde Geburtstag, wäre der Name auf einer Torte denkbar. Das sind nur einige Beispiele, der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Es ist nachgewiesen, dass die Nutzer sich besser mit einem Unternehmen identifizieren, das sie auf eine solche Weise anspricht. Das wirkt sich auch positiv auf die Öffnungsraten aus. Allerdings sollte man es mit den Bildern nicht übertreiben, da sie sonst vom Text ablenken.

Ansonsten sollte der Inhalt übersichtlich dargestellt und mit wenigen Worten viel gesagt werden. Auch auf den Wiedererkennungswert ist zu achten, damit der Kunde auf den ersten Blick sieht, welches Unternehmen hinter dem Newsletter steckt. Empfehlenswert ist, sich dabei auf die Farbgebung zu konzentrieren und ein hoch auflösendes Logo zu verwenden.

Welche Möglichkeiten haben Unternehmen, die Empfänger ihrer Newsletter nachhaltig für sich zu begeistern?

Wichtig ist, die Kunden direkt von der Betreffzeile an zu begeistern und das Interesse zu wecken. Unternehmen sollten sich fragen, was der Empfänger wirklich wissen muss und vor allem, was dabei der Mehrwert für ihn ist. Zudem muss dem Leser das Gefühl gegeben werden, dass die jeweilige Mail speziell für ihn versendet wurde. Individualität ist das Stichwort. Spezifische Angebote und eine persönliche Ansprache sind dafür gute Möglichkeiten. Mittlerweile lassen sich unkompliziert und rechtlich unbedenklich allerhand Daten, zum Beispiel verschiedene Shopping-Vorlieben, identifizieren, auf die im Newsletter dann reagiert werden kann. Darüber hinaus ist die gerade angesprochene Bildpersonalisierung ein erfolgversprechendes Tool für die Kundenbindung.

Die Generierung der Empfängerdaten ist rechtlich nach wie vor ein schwieriges Thema. Wie sichern Sie sich ab? Woher beziehen Sie Ihre Daten?

Wir generieren unsere Daten über das Double-Opt-In-Verfahren, bei dem der potenzielle Empfänger erst bestätigen muss, dass er damit einverstanden ist, E-Mails zu erhalten. Dieses Verfahren ist rechtlich einwandfrei. Wichtig ist, dass der Kunde vom ersten Kontakt an auf sein Widerspruchsrecht hingewiesen werden muss, das dann in Form eines Abmeldelinks in der E-Mail umsetzbar ist. Dieser Link ist gesetzlich vorgeschrieben. Zudem gibt es auch für Newsletter eine Impressumspflicht, so dass der Sender jederzeit kontaktiert werden kann. Unsere Adressen beziehen wir über verschiedene Wege, zum Beispiel Newsletteranmeldungen, Umfragen oder Content-Portale. Wir verfügen über mehrere themenspezifische Portale, die dafür die Basis bieten.

Und zu guter Letzt: Was sind die aktuellen Trends im E-Mail-Marketing?

Zu den fortwährenden Trends zählt sicher die Trigger-Mail, auch anlassbezogene Mail genannt. Diese wird zu bestimmten Ereignissen, wie zum Beispiel dem Geburtstag des Empfängers, versandt. Da diese Mails sich direkt auf die aktuelle Situation des Lesers beziehen, haben sie eine überaus hohe Relevanz und verzeichnen wesentlich höhere Öffnungs- und Klickraten als normale Newsletter. Zukünftig wird der Fokus auf diese Form des Dialogmarketings sicherlich noch verstärkt. Eng damit verbunden ist das Lifecycle Marketing, das sich ebenfalls an den jeweiligen Lebensumständen der Empfänger orientiert. Den gesamten Kundenlebenszyklus über werden passende Ansprachen und Infos für den Nutzer generiert und so optimal auf ihn eingegangen.

Daneben erfreuen sich Transaktionsmails immer größerer Beliebtheit. Dazu zählen Anmelde- und Bestellbestätigungen, Versandbenachrichtigungen oder auch Statusmeldungen. Auch der Bereich Call to Action ist in diesem Zusammenhang ein wichtiger Trend. Diese Newsletter enthalten eine Handlungsaufforderung an den Empfänger in Form von Buttons, die zum Klicken, Herunterladen, Registrieren und ähnlichem animieren. Dazu kann zum Beispiel auch das Teilen zählen, womit wir wieder bei den Social Media Kanälen wären. Auch sie gehören zu den zukünftigen Trends – die Verknüpfung wird zunehmend vorangetrieben und optimiert.

Individualität wird immer bedeutender, deshalb werden diese Formen der Ansprache erfolgreich sein. Die Nutzer möchten auf sie zugeschnittene Angebote, die sich ihren Umständen anpassen. Ein Zusammenspiel der oben genannten Kommunikationswege ist deshalb eine optimale Grundlage, um kundenspezifische und authentische Kampagnen zu lancieren.

2 Kommentare

  1. Völlig richtig, das E-Mail Marketing ist durch das Social Media Euphorie etwas in den Hintergrund getreten, aber nach wie vor ein mächtiges Instrument. Besonder wichtig: Das Testen von Newslettern! Um mit Newslettern optimale Ergebnisse zu erzielen, ist es empfehlens-wert, sie auf Herz und Nieren zu überprüfen und möglichst viele verschiedene Formen und Angebote auszuprobieren:

    Verschiedene Betreff-zeilen, verschiedene Serviceleistungen und deren Wert und Auswirkung auf Bestellungen, Verhältnis von Abbildungen zu Texten, diverse Ange-botsformen (Sonderpreise, Rabatte, Musterproben) oder auch verschie-dene Versandtage und Versandzeiten. Idealerweise haben Sie dazu eine Testgruppe von Bekannten oder sehr guten Kunden, von der Sie schnelles aber auch kritisches Feedback bekommen.

    Ich traf gerade letzte Woche einen Shopbetreiber, der 25% seines Monatsumsatzes mit einem einzigen Newsletteraussand erzielt. Zudem tragen Newsletter mit Informations-Services und Spezialangeboten auch erheblich zur Kundenbindung bei.

  2. der rechtskräftig verurteilte hr. nobereit
    „Die SuperComm Data Marketing GmbH, GF Sven Nobereit, wurde wegen SPAM Mail vom Amtsgericht Bonn, Az. 102 C 140/09 vom 16.02.2010, zur Zahlung der Vertragsstrafe verurteilt, die Wirksamkeit der strafbewehrten Unterlassungs- / Verpflichtungserklärung wurde gerichtlich bestätigt. Die Berufung hat SuperComm, nach erstem Beschluss des Landgerichts Bonn, Az. 5 S 65/10 vom 11.05.2010, am 28.05.2010 zurückgenommen. Das Urteil gegen SuperComm ist seit 01.06.2010 rechtskräftig.“
    macht jetzt mit zarenga weiter. von supercom auf zarenga. TOLL!
    jeder unternehmer sollte solche mistbraten nützen. na klar. SPAMSPAMSPAM!

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