Steuerhinterziehung im E-Commerce: dem Staat gehen jährlich hunderte Millionen Euro verloren

Wie das Politikmagazin „Kontraste“ ermittelt hat, haben zahlreiche Onlinehändler keine Umsatzsteueridentifikationsnummer und sind nicht in Deutschland angemeldet. Hierbei handelt es sich vorrangig um chinesische Unternehmen, die ihre Waren auf großen Marktplätzen wie Amazon und eBay anbieten. Politiker fordern nun mehr Transparenz von den Marktplatzbetreibern ein. So soll dem Betrug mit der Umsatzsteuer entgegengewirkt und Geld in die Staatskasse gespült werden.

Das Problem mit fehlenden Anmeldungen in Deutschland

Das Politikmagazin „Kontraste“ hat sich mit dem Thema Umsatzsteuern im E-Commerce beschäftigt. Die Recherchen haben ergeben, dass vor allem asiatische Onlinehändler, die auf Amazon und eBay aktiv sind, keine Umsatzsteuer in Deutschland zahlen. Das ist möglich, weil diese Unternehmen in Deutschland nicht registriert sind und auch keine Umsatzsteueridentifikationsnummer besitzen. Dies trifft auf etwa 99,8% der chinesischen Anbieter zu, die ihre Produkte in Deutschland aufbewahren und verkaufen. Mark Steyer, ein Finanzanalyst, geht davon aus, dass sich der Schaden für den deutschen Fiskus allein bei den auf Amazon und eBay präsenten asiatischen Händlern auf 800 Millionen Euro pro Jahr beläuft.

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Politiker wollen mit Transparenz gegen Steuerhinterziehung im E-Commerce vorgehen

Viele Politiker fordern im Kampf gegen Steuerhinterziehung im E-Commerce recht lautstark mehr Transparenz seitens der Marktplätze. Amazon und eBay sollten dem deutschen Staat genauer mitteilen, welche Händler auf ihrer Plattform aktiv sind. Mit diesem Wissen könnten die Finanzämter solche Händler dann gezielt kontrollieren und gegebenenfalls zur Zahlung der fälligen Umsatzsteuer zwingen. Aktuell sind die Finanzämter mit diesem Thema aber heillos überfordert. Das gilt nicht zuletzt für das Finanzamt Neukölln in Berlin, das speziell für die auffällige Gruppe der asiatischen Onlinehändler verantwortlich ist. Oftmals fehlt es den Finanzämtern an den nötigen Mitarbeitern und Mitteln, um gezielt gegen Steuerhinterziehung vorgehen zu können. Entsprechend sind die Techniken und Methoden zur Vermeidung und Aufdeckung von Steuerhinterziehung in vielen Fällen extrem veraltet.

Steuerhinterziehung im E-Commerce ist auch für ehrliche Onlinehändler ein Thema

Einige Onlinehändler sind der Meinung, dass sie das Thema nichts anginge, da sie selbst ja zuverlässig ihre Steuern zahlen. Das ist aber etwas zu kurz gedacht. Die konkurrierenden Händler aus Asien können ihre Produkte nicht zuletzt deshalb so unglaublich günstig anbieten, weil sie keine Abgaben an den deutschen Staat zu zahlen haben. Die deutschen Händler müssen dies aber sehr wohl tun, was einen entscheidenden Wettbewerbsnachteil darstellt. Steuerehrlichkeit ist somit eine wichtige Voraussetzung für Chancengleichheit im E-Commerce, weswegen alle Händler mit Nachdruck dafür eintreten sollten. Ein Wirtschaftssystem kann nur dann vollständig transparent und gerecht sein, wenn alle Händler gleichermaßen ihre Umsatzsteuer zahlen. Das gilt nicht zuletzt für große Marktplätze. Amazon und eBay haben ein berechtigtes Interesse daran, dass die bei ihnen registrierten Anbieter ehrlich sind und keine Steuerhinterziehung betreiben. Deswegen sollten kleine und große Shops gleichermaßen für Transparenz eintreten und geschlossen gegen Steuerhinterziehung im E-Commerce vorgehen.

> Patrick Tarkowski

Patrick Tarkowski ist studierter Germanist und Anglist und arbeitet bereits seit 2008 als Autor für Onlineshops und Unternehmen. Er ist in ganz unterschiedlichen Themengebieten beheimatet, kennt sich aber speziell in den Bereichen E-Commerce, Onlinemarketing, Familie und Erziehung sowie SEO aus. Neben Fachtexten schreibt er eigene E-Books, Theaterstücke und Romane und entwickelt Unterrichtsmaterialien.

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