Social Media Relations von Bernhard Jodeleit: Ein Fachbuch für Neueinsteiger – aber auch mehr?

Social Media Marketing wird immer wichtig. Gerade erst veröffentlichte das Deutsche Institut für Marketing eine Studie, in der es ermittelte, dass mittlerweile fast 69 Prozent der Unternehmen hierzulande diesbezüglich aktiv sind. Von den restlichen Firmen wollen 35 Prozent der Betriebe diesen Schritt im kommenden Jahr machen. 40 Prozent ziehen ihn zumindest in Erwägung. An sie richtet sich das Werk „Social Media Relations“ von Bernhard Jodeleit, das insbesondere im englischsprachigen Raum den Ruf genießt, der Guide für Einsteiger schlechthin zu sein. Aber kann das Fachbuch auch mehr sein?

Der Inhalt: Willkommen in der Social Media Welt
Autor Bernhard Jodeleit ist zugleich Journalist als auch verantwortlicher Geschäftsführer einer im Social Media Bereich tätigen Agentur. Er bezieht aus diesen beiden Quellen seines beruflichen Schaffens die nötige Expertise für sein Werk. Dieses ist eine fast-wissenschaftliche Auseinandersetzung mit den Social Media, allerdings in einer Sprache, die sich für Jedermann eignet. Jodeleit führt in seinem Buch eine Bestandsaufnahme durch und informiert über die Chancen der Social Media Relations, bevor er ins Detail geht. Abgehandelt werden anschließend nötige Guidelines, Strategie- & Krisenprävenationen, das Corporate Blogging, Twitter als PR Medium, die großen sozialen Netzwerke, geteilte Unterhaltungen, die Idee Konvergenz statt Kampagne und schließlich Mobile Social Media und Social Media als Change-Prozess.

Die Stärken des Werks
Neben dem Schreibstil und der erkennbare Expertise des Autors gewinnt „Social Media Relations“ vor allem als Nachschlagewerk. Das Buch behandelt alle wichtigen Bereiche des Themas und bietet sich deshalb an, um es nach einiger Zeit noch einmal aus dem Regal zu nehmen und sich in ein neues Thema einzuarbeiten. Es ist deshalb ein guter Ratgeber für alle Firmen, die im Social Media Bereich aktiv werden wollen, aber auch für die Unternehmen, die anschließend kontrollieren möchten, ob sie ihre Maßnahmen korrekt umgesetzt haben. Besonders sticht dabei das Kapitel über die Krisenprävention hervor, weil es ehrlich mit der Tatsache umgeht, dass Social Media auch Gefahren (z.B. den gefürchteten „Shistorm“) beinhaltet. Zugleich gibt es die nötigen Handreichungen, wie mit diesen Bedrohungen umzugehen ist.

Die Schwächen des Werks
„Social Media Relations“ nimmt an manchen Stellen Gewichtungen vor, die nicht ganz glücklich erscheinen. Das soziale Netzwerk Facebook wird beispielsweise gemeinsam mit Google+ und Xing abgehandelt. Facebook ist alleine fünfmal größer als die beiden anderen Netzwerke zusammen. Das Deutsche Institut für Marketing hat ermittelt, dass 92 Prozent aller Unternehmen, die sich in den Social Media engagieren, bei Facebook aktiv sind. Zugleich wird das Netzwerk auch im Mobilbereich immer wichtiger. Der Messenger ersetzt vielerorts die SMS. Die Frage ist, ob solchen Großphänomenen nicht mehr Raum hätte gegeben werden können. Zudem wäre ein „Blick über den Tellerrand“ spannend gewesen: In China gibt es ein neues Netzwerk, dass schneller wächst als Facebook, schon jetzt 200 Millionen Mitglieder aufweist und nach Europa und Nordamerika expandieren möchte. Wie solche „Neuankömmlinge“ das Bild verändern können, wäre ebenfalls ein lohnendes Thema gewesen. Dies sind aber keine wirklichen Schwächen, sondern Gewichtungsfragen – und die diesbezügliche Auswahl von Jodeleit ist in jedem Fall sinnvoll.

Fazit: Auf jeden Fall ein guter Griff
Wer sich für den Erwerb von „Social Media Relations“ entscheidet, macht auf jeden Fall einen guten Kauf. Neueinsteiger werden sanft „an die Hand genommen“ und in die Thematik eingeführt. Aber auch Experten finden weitere Informationen und Tipps, die sie vermutlich noch nicht kannten. Wem die Gewichtung an manchen Stellen falsch erscheint oder wer beispielsweise mehr Informationen über das richtige Marketing bei Facebook bekommen möchte, kann anschließend noch immer zur vertiefenden Spezialliteratur greifen. Das Werk von Jodeleit erinnert dabei jederzeit daran, dass Social Media Relations aber mehr sind als die bloße Präsenz in den großen Netzwerken.

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