Bezahlen per Gesichtserkennung
Können wir bald mit einem Lächeln bezahlen?

Das bargeldlose Bezahlen gewinnt sowohl im Onlinehandel als auch im stationären Handel immer mehr an Bedeutung. Während sich einige Anbieter auf Techniken wie Zahlungen mit dem Smartphone konzentrieren, geht der chinesische Onlineriese Alibaba mit Alipay etwas andere Wege. Kunden können hier per Gesichtserkennung zahlen. Aktuell können Nutzer in China das System bereits testen. Ob das sogenannte „Smile to pay“ auch nach Europa kommt, ist allerdings noch fraglich.

Bargeldloses Zahlen auf dem Vormarsch

Im E-Commerce gehört bargeldloses Bezahlen zum Tagesgeschäft. Das Geschäftsmodell von Anbietern wie Paypal besteht darin, den Nutzern schnelles, sicheres und bargeldloses Bezahlen zu ermöglichen. Aber auch im stationären Handel gibt es bereits deutlich mehr Bezahloptionen als die EC- oder Kreditkarte. Dass das Thema für Händler relevant ist, zeigt die Tatsache, dass große Konzerne wie Apple, Amazon und Facebook an eigenen Bezahlsystemen arbeiten und diese etablieren wollen. So stehen mit Apple Pay Cash, Amazon Pay und WhatsApp Payments diverse Zahlungsoptionen zur Verfügung, die allerdings einen jeweils anderen Entwicklungsgrad besitzen. Während diese Systeme vorrangig auf das Bezahlen mit dem Smartphone setzen, konzentriert sich Alibaba mit Alipay auf eine andere Technik: die Gesichtserkennung.

So funktioniert Smile to pay

Bei Smile to pay erfolgt die Bezahlung über einen Gesichtsscan. Zusätzlich muss eine Telefonnummer zur Authentifizierung der Bezahlung eingegeben werden. Die vom chinesischen Großkonzern Alibaba entwickelte Technik arbeitet mit einer 3D-Kamera. Sobald die Bestellung auf einem POS-Touchscreen eingegeben wurde, scannt die Kamera das Gesicht des Nutzers oder der Nutzerin und orientiert sich hierbei an Kriterien wie der Augenfarbe, der Augengröße und anderen biometrischen Daten. Die Technik ist hierbei so entwickelt, dass sie die jeweiligen Gesichter selbst dann erkennt, wenn sie stark geschminkt sind oder die Nutzer eine Perücke tragen. Ebenso ist es kein Problem, wenn sich der Käufer bewegt oder im Schatten steht. Außerdem prüft die Technik, dass es sich beim Nutzer um einen echten Menschen und weder um ein Foto noch um ein Video handelt.

In Europa sind die Hürden für Smile to pay hoch

Nach einer ausgiebigen Testphase hat Alibaba die neue Technik jetzt für den kommerziellen Gebrauch freigegeben. Aktuell wird sie in einem Fast-Food-Restaurant in Hangzhou getestet. Für die Entwicklung hat sich der Onlineriese sehr viel Zeit genommen. Immerhin wurde eine Beta-Version der Payment-Technik bereits auf der CEBIT 2015 vorgestellt. Sollte sich das System in der Testphase als funktional und zuverlässig erweisen, will Alibaba es schrittweise erweitern, ausbauen und in weiteren Einsatzbereichen anbieten. Ob zu diesem erweiterten Einsatzgebiet auch Europa gehört, ist aktuell noch fraglich. Hier bestehen deutlich größere Hürden beim Daten- und Personenschutz als in China, was einen Einsatz von Smile to pay hierzulande erschwert. Sollte es die neue Technik jedoch nach Europa schaffen, stellt sie eine ernst zu nehmende Konkurrenz für andere Bezahlsysteme und Anbieter dar.

> Patrick Tarkowski

Patrick Tarkowski ist studierter Germanist und Anglist und arbeitet bereits seit 2008 als Autor für Onlineshops und Unternehmen. Er ist in ganz unterschiedlichen Themengebieten beheimatet, kennt sich aber speziell in den Bereichen E-Commerce, Onlinemarketing, Familie und Erziehung sowie SEO aus. Neben Fachtexten schreibt er eigene E-Books, Theaterstücke und Romane und entwickelt Unterrichtsmaterialien.

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