Sicherheitslücke bei Magento – etwa 200.000 Onlinehändler betroffen

Magento bekommt eine akute Sicherheitslücke nicht in den Griff. Bereits seit November 2016 ist den Machern der Software das Problem bekannt. Dennoch liegt nach wie vor kein Patch zu dessen Behebung vor. Rund 200.000 Onlinehändler sind durch die Sicherheitslücke gefährdet und müssen beim Einsatz von Magento besonders wachsam sein. Dennoch sehen die Verantwortlichen von Magento optimistisch in die Zukunft. Das wurde bei der „Imagine Conference“ deutlich.

Diese Sicherheitslücke macht Magento zu schaffen

Die Sicherheitslücke, mit der Magento derzeit zu kämpfen hat, erlaubt es Unbefugten, eigene Codes in fremden Magento-Shops zu aktivieren. Hierdurch sind sie in der Lage, ungültige Dateien in den Shop zu bringen und Anfragen auf unsichere URLs umzuleiten. Um dies zu erreichen, wird zum Beispiel ein Vimeo-Video bei einem Produkteintrag eingefügt, das nahezu jede gewünschte Datei auf den Server des Shops bringt. Das stellt ein enormes Risiko für die Daten der Nutzer und den Geldfluss über das Shopsystem dar. Besonders betroffen sind Onlinehändler, die die Option „Secret Key zu URLs hinzufügen“ deaktiviert haben. Hierdurch wird ein Shop nämlich für Cross-Site Request Forgeries (CSRF/XSRF) anfällig. Wenn die Option hingegen genutzt wird, braucht ein Angreifer Zugriffsrechte auf das Shopsystem. Hierfür genügen aber meist einfache Benutzerrechte.

Rund 200.000 Onlinehändler sind betroffen

Bereits im November 2016 haben Sicherheitsprofis von „Defensecode“ Magento auf die bestehende Sicherheitslücke in ihrem System aufmerksam gemacht. Die Macher des Tools haben das Problem bestätigt, aber bisher noch nicht gelöst. Es wurde lediglich ein Patch angekündigt, der die Lücke schließen soll. Wann die Nutzer damit rechnen dürfen, steht allerdings noch nicht fest. Aktuell sind rund 200.000 Magento-Nutzer durch das Sicherheitsleck in dem Shopsystem gefährdet. Sie müssen damit rechnen, dass Malware auf die Server gelangt, sensible Daten abgegriffen und zum Beispiel Kreditkarteninformationen gestohlen werden. Bis zur erfolgreichen Softwareanpassung müssen Magento-Nutzer und Onlinehändler daher besonders wachsam sein und mit ihren Daten sehr vorsichtig umgehen.

Diese Hoffnungen hegen die Verantwortlichen bei Magento für die Zukunft

Trotz dieser aktuellen Schwierigkeiten blickt Magento sehr positiv in die Zukunft. Das hat sich bei der „Imagine Conference“ in Las Vegas gezeigt. Hier hat Magento ein Großevent organisiert, zu dem rund 3.000 Gäste aus 50 Ländern erschienen sind. Neben der Möglichkeit zum Austausch und zur Vernetzung ging es vorrangig darum, die Strategie des Unternehmens aus erster Hand zu erfahren und einen Blick in die Kristallkugel zu werfen. Aktuell wickelt Magento mit seiner Software etwa ein Bestellvolumen von 100 Milliarden Dollar ab. Für die Zukunft sind weitere Investitionen in Wachstum und Modernisierung geplant. Das Ziel ist es, die über Magento generierten Umsätze bis 2020 auf 224 Milliarden Dollar zu erhöhen. Das Bestellvolumen würde sich somit mehr als verdoppeln.

Um dieses Ziel zu erreichen, muss Magento solche Probleme wie die Sicherheitslücke in seinem System aber vermeiden. Nur wenn die Nutzer und Onlinehändler volles Vertrauen in die Software haben und dieses Vertrauen gerechtfertigt ist, können die ehrgeizigen Ziele erreicht werden. Sollte es dennoch einmal zu Schwierigkeiten und Problemen mit der Software kommen, ist schnelleres Handeln gefragt. Eine Sicherheitslücke, die ein halbes Jahr Bestand hat, ist jedenfalls nicht gut fürs Image.

> Patrick Tarkowski

Patrick Tarkowski ist studierter Germanist und Anglist und arbeitet bereits seit 2008 als Autor für Onlineshops und Unternehmen. Er ist in ganz unterschiedlichen Themengebieten beheimatet, kennt sich aber speziell in den Bereichen E-Commerce, Onlinemarketing, Familie und Erziehung sowie SEO aus. Neben Fachtexten schreibt er eigene E-Books, Theaterstücke und Romane und entwickelt Unterrichtsmaterialien.

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