Amazon als Schreckgespenst

Für 70% der Onlinehändler gehört Amazon zu den größten (zukünftigen) Konkurrenten. Das ergab eine aktuelle Studie der Agentur Territory. Allerdings meinen 75% der Betroffenen, dass sie die richtige Strategie zum Umgang mit dem Onlineriesen haben. Je nach Bereich sehen diese Strategien ganz unterschiedlich aus. In Sachen Digitalisierung besteht bei den meisten Unternehmen jedoch noch Nachholbedarf.

Amazon stellt für 70% der Onlinehändler eine Bedrohung dar

Die Agentur Territory hat sich mit der Frage beschäftigt, inwieweit Amazon für Onlinehändler und stationäre Händler eine Bedrohung darstellt. Um hierauf eine Antwort zu finden, wurden 100 Entscheider aus den Bereichen Onlinehandel (38%), Multichannel-Handel (25%) und stationärer Handel (37%) befragt. Die Ergebnisse sind eindeutig: Für 70% der Befragten stellt Amazon eine (zukünftige) Bedrohung dar. Entsprechend versuchen die meisten Händler schon heute, gezielt Strategien zu ergreifen, um gegen den Onlineriesen bestehen zu können. Bereits 75% der Befragten geben an, aktuell eine Strategie zu verfolgen, mit der das eigene Unternehmen wettbewerbsfähig bleiben und gegen die Marktmacht von Amazon ankämpfen kann.

Diese Strategien verfolgen die Händler

Die Strategien, die Händler im Kampf gegen Amazon verfolgen, variieren je nach Branche teilweise stark. Es gibt jedoch einige Techniken, die universell eingesetzt werden. So setzen viele Unternehmen (46%) darauf, die Regionalität ihrer Produkte auszubauen und somit eine größere Zielgruppe und Kundenschicht ansprechen zu können. Außerdem wollen sich viele Betriebe (44%) durch besondere Kundennähe und zusätzliche Services von Amazon abgrenzen. Zu diesem Zweck werden personalisierte und außergewöhnliche Dienstleistungen angeboten. Außerdem vertrauen immer mehr Händler (34%) darauf, ihre Eigenmarke zu stärken und diese zu einem festen Bestandteil der Lebenswelt der Kunden werden zu lassen. Ebenfalls entscheidend ist das Content Marketing. Hier sehen 33% der Befragten gute Chancen, mit der Zielgruppe in Kontakt zu treten, Aufmerksamkeit für die eigenen Angebote zu gewinnen und sich als lohnenswerte Alternative zu Amazon zu präsentieren. Für die Gewinnung von Neukunden müssen jedoch ausgefallene Wege beschritten werden. Es genügt nicht, sie lediglich über aktuelle Produkte und Preise zu informieren.

In Sachen Digitalisierung besteht Nachholbedarf

Im Bereich der Digitalisierung sind viele Händler noch nicht so weit, wie es für den Kampf gegen die Marktmacht von Amazon angeraten wäre. So muss mit 40% fast die Hälfte der Befragten eingestehen, dass sie keine klare Strategie zur Digitalisierung ihrer Filialen verfolgen. Das betrifft einzelne Elemente wie die Suchmaschinenoptimierung für den eigenen Vertriebskanal ebenso wie den Multichannel-Bereich. Gerade die Digitalisierung ist jedoch ein wichtiger Schritt zu einer besseren Position am Markt. Zwar ist Amazon der Onlinegigant schlechthin, der sich der Digitalisierung voll verschrieben hat. Gerade deswegen müssen Händler aber ebenfalls eine ähnliche Strategie für sich finden und eine Nische einnehmen, in der sie sich von Amazon abgrenzen können. Wer den Onlinebereich komplett Amazon überlässt, wird vermutlich sehr bald das Nachsehen haben.

Digitalisierung: mit Content Marketing gegen Amazon
Quelle: www.territory.de

> Patrick Tarkowski

Patrick Tarkowski ist studierter Germanist und Anglist und arbeitet bereits seit 2008 als Autor für Onlineshops und Unternehmen. Er ist in ganz unterschiedlichen Themengebieten beheimatet, kennt sich aber speziell in den Bereichen E-Commerce, Onlinemarketing, Familie und Erziehung sowie SEO aus. Neben Fachtexten schreibt er eigene E-Books, Theaterstücke und Romane und entwickelt Unterrichtsmaterialien.

Zeige alle Artikel

1 Kommentar

  1. na ja, wenn der gesamte Markt betrachtet würde, dann müssten die Händler eher vor den Chinesen Angst haben

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here