Produktfälschungen – Fluch und Segen für Online-Shops

Produktfälschungen auf Online Marktplätzen

Produktfälschungen wie Uhren, Parfums und Markenkleidung sind auf nahezu allen Online-Marktplätzen zu finden. Diese schädigen zum einen den Ruf einer Online-Plattform, sind zum anderen aber massiv an deren Umsätzen beteiligt. Entsprechend schwer tun sich manche Online-Shops damit, entschieden gegen solche Produktfälschungen vorzugehen. Eine Aussage von Alibaba-Chef Jack Ma sorgt jetzt zusätzlich für Unmut.

Der Einfluss von Produktfälschungen auf den E-Commerce

Immer wieder bieten Händler auf großen Online-Marktplätzen gefälschte Waren an. Vor allem Schmuck, Parfums und Markenmode sind nicht immer das, was sie zu sein scheinen. Für Käufer, die ein vermeintlich hochwertiges Produkt zu einem niedrigen Preis erstehen, ist das sehr ärgerlich. Das wiederum wirkt sich auf die Reputation des Online-Portals aus, weil dieses nicht in der Lage ist, Produktfälschungen von seinem Marktplatz zu verbannen. Deswegen haben die Plattformen im Netz durchaus ein Interesse daran, Fälscher zu erkennen und deren Produkte zu sperren. In der Realität hat man aber häufig das Gefühl, dass Produktfälscher nur halbherzig verfolgt werden. Das liegt unter anderem daran, dass der Verkauf von Fälschungen zunächst einmal Umsatz für den Online-Marktplatz bedeutet. Onlineportale sehen sich daher oftmals mit der schwierigen Aufgabe konfrontiert, Kundenzufriedenheit zu gewährleisten, ohne hierbei die Umsatzsteigerungen zu gefährden.

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Diese Aussage von Jack Ma stößt auf Unverständnis

Jack Ma
Von World Economic Forum at en.wikipedia, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=6419886

Vor dieser Herausforderung sieht sich auch der Online-Marktplatz Alibaba. Der E-Commerce Riese hat kürzlich angekündigt, bis 2020 1 Billion US-Dollar umsetzen zu wollen. Entsprechend müssen alle Maßnahmen vermieden werden, die zu Umsatzeinbußen führen könnten. Vor diesem Hintergrund muss vielleicht die Aussage von Jack Ma, dem Alibaba-Chef gesehen werden. Dieser hatte, auf die wachsende Zahl an Produktfälschungen auf Online-Plattformen angesprochen, gemeint, dass es immer schwieriger werde, Produktfälschungen zu erkennen. Die einzelnen Produkte seien teilweise extrem gut gemacht und nur schwer als Fälschung auszumachen. Er ging sogar soweit, zu behaupten, dass zahlreiche Fälschungen qualitativ hochwertiger als die Originale und unschlagbar günstig zu sein. Hinzu käme, dass die Originalprodukte und die Produktfälschungen oftmals in ein und derselben Fabrik hergestellt würden, was eine Unterscheidung zusätzlich erschwere. Solche Aussagen irritieren den E-Commerce, zeigen sie doch deutlich, dass es mit der gezielten Jagd auf Produktfälscher nicht so weit her ist. Entsprechend skeptisch stehen internationale Unternehmen aus dem E-Commerce der Online-Plattform gegenüber.

„Die Produzenten nutzen genau die gleichen Fabriken und Materialien, verwenden aber nicht den jeweiligen Markennamen“

– Jack Ma –

Entschiedeneres Vorgehen gegen Produktfälschungen im E-Commerce nötig

Bisher hat Alibaba kein überzeugendes Konzept gegen den Vertrieb von Produktfälschungen auf seiner Plattform vorgestellt. Entsprechend wurde die Kritik an dem Unternehmen und seiner Verkaufspolitik kontinuierlich lauter. Im Mai 2016 verlor Alibaba deswegen bereits seine Mitgliedschaft in der sogenannten International AntiCounterfeiting Coalition, einer Organisation, die sich dezidiert gegen Produktfälschungen im E-Commerce einsetzt. Denn was der E-Commerce unbedingt braucht, um langfristig erfolgreich arbeiten zu können, ist Glaubwürdigkeit. Die Kunden müssen davon überzeugt sein, auf einer Plattform sicher einkaufen zu können und genau die Produkte zu bekommen, für die sie sich interessieren. Daher sind Halbherzigkeiten kontraproduktiv und ein entschiedenes Vorgehen gegen Produktfälscher tut Not.

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