Zalandos Betriebssystem der Mode
Lässt Zalando nun alle schreien?

Schon seit längerer Zeit spielt die Personalisierung eine große Rolle für den Berliner Modekonzern Zalando. Jetzt hat das Unternehmen angekündigt, in den kommenden anderthalb Jahren einen zweistelligen Millionenbetrag in neue Technologien zu investieren. Hierzu gehören unter anderem eine künstliche Intelligenz, eine Zalando-App mit Sprachsteuerung und ein neues Logistikzentrum. Zudem soll die Kooperation mit Influencern ausgebaut werden.

Für jeden Kunden das passende Produkt

Mittlerweile umfasst das Produktsortiment von Zalando mehrere hunderttausend Artikel. Das Ziel bei dieser großen Auswahl ist es, für jeden Geschmack und Kunden das passende Produkt anbieten zu können. Hierbei spielt die Personalisierung eine entscheidende Rolle. Nur wenn Zalando weiß, welche Vorlieben und Wünsche ein Kunde hat, lässt sich das individuell am besten passende Produkt finden. Aus diesem Grund investiert Zalando einen zweistelligen Millionenbetrag in die Entwicklung neuer Technologien, die die Personalisierung voranbringen sollen. Insgesamt arbeiten 600 der 1.900 Tech-Mitarbeiter daran, die technischen Voraussetzungen für eine optimale Personalisierung zu schaffen. Unter anderem soll die Zalando-App so ausgebaut werden, dass sie Kundenwünsche per Sprachsteuerung verstehen kann. Dieses Vorgehen ist vermutlich eine Reaktion auf Amazons Strategie, mit dem Service Echo Look ebenfalls auf Personalisierung zu setzen und individualisierte Outfits zu verkaufen.

Diese Neuheiten strebt Zalando an

Vor allem geht es Zalando um die Entwicklung einer künstlichen Intelligenz mit Spracherkennung. Diese soll in der Lage sein, die Wünsche der Kunden zu verstehen und im Zusammenspiel mit einer Big-Data-Analyse die am besten geeigneten Produkte aus dem Zalando-Sortiment herauszusuchen. Hierbei ist es Zalando wichtig, dass die Kunden ihre Angaben jederzeit verändern und löschen können, da sich persönliche Vorlieben und Geschmäcker mit der Zeit verändern können. Außerdem soll die Eingabe von Daten in die Chatbots so einfach wie möglich gehalten werden, damit Kunden nicht während des Auswahlprozesses entnervt aus dem Shop verschwinden. In diesem Zusammenhang soll es 2018 eine neue Shopoberfläche geben, die unter anderem auf eine professionelle Suchfunktion und individualisierte Angebote setzt. Hierbei strebt Zalando an, die Umsätze pro Kunde zu erhöhen und für mehr Traffic auf dem eigenen Webauftritt zu sorgen. Nicht zuletzt investiert Zalando in einen Ausbau seiner Logistik. So soll es demnächst ein neues Logistikzentrum in Polen geben, das die Internationalisierung des Konzerns vorantreibt.

Influencermarketing soll ausgebaut werden

Das Thema Personalisierung spielt zudem im Marketing von Zalando eine große Rolle. So will das Unternehmen stärker auf Influencer setzen, die individuelle Anreize für ihre Anhänger schaffen, Zalando-Produkte zu kaufen. Unter anderem ist es das Ziel, Netz-Stars für das Unternehmen zu gewinnen und als Models und Werbeträger zu nutzen. Des Weiteren werden 600 Stylisten ins Boot geholt, die saisonale Empfehlungen aussprechen und für mehr Individualität beim Einkaufen sorgen. Langfristig soll so jeder einzelne Kunde individuell angesprochen und auf dessen persönliche Wünsche und Vorlieben maßgeschneiderte Angebote erhalten. Der zu erwartende Gewinn ist hierbei so groß, dass sich die Investition von einem zweistelligen Millionenbetrag für Zalando auszahlen wird.

> Patrick Tarkowski

Patrick Tarkowski ist studierter Germanist und Anglist und arbeitet bereits seit 2008 als Autor für Onlineshops und Unternehmen. Er ist in ganz unterschiedlichen Themengebieten beheimatet, kennt sich aber speziell in den Bereichen E-Commerce, Onlinemarketing, Familie und Erziehung sowie SEO aus. Neben Fachtexten schreibt er eigene E-Books, Theaterstücke und Romane und entwickelt Unterrichtsmaterialien.

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