Open Graph Protocol Vor- & Nachteile

2008 ging Facebook Connect an den Start und bot erstmals die Möglichkeit sich auf verschiedenen Seiten ohne Registrierung anzumelden. Es genügte die Anmeldung bei Facebook. 2010 wurde dann das Open Graph Protocol vorgestellt, der Nachfolger, welcher noch mehr Möglichkeiten, vor allem für Unternehmen, bot. Doch nun schon wieder die Abschaffung bis Oktober? Wir möchten Ihnen die Möglichkeiten aufzeigen, welche hierdurch gegeben waren, Vor- und Nachteile erläutern sowie Tipps geben, was jetzt zu tun ist.

Facebook Connect
Stichwort bei Facebook Connect ist die Eilanmeldung. Einmal mit dem sozialen Netzwerk verbunden, hat man die Option, seine Daten auf andere Homepages zu importieren ohne sich dort erneut registrieren zu müssen. Es können somit das Profil, Fotos und auch die Kontakte mitgenommen werden. Facebook zeigt diese Aktivitäten im Newsfeed der Freunde an. Ebenfalls die bekanntesten Spielekonsolen nutzen die Möglichkeit, um ihre Reichweite zu erhöhen. Nutzer können so ganz einfach ihre neuen Erfolge in einem Spiel auf Facebook publizieren und nebenbei Werbung für Konsole und Spiel machen.

Open Graph Protocol
Das Open Graph Protocol ist der Nachfolger des Facebook Connect. Es ermöglicht Anwendungen außerhalb Facebook mit dem Netzwerk zu verbinden. Beispiele hierfür sind iPhone Apps, welche die Anfrage stellen, ob die Erfolge auf Facebook geteilt werden sollen oder Freunde eingeladen werden sollen. Aber auch Musikplattformen wie Spotify nutzen Open Graph für Marketingzwecke. Es erscheinen Meldungen wie „X hört gerade Song Y auf Spotify“, teilweise ergänzt mit Ortsangaben und Teilnehmern. Die Meldungen werden im Newsfeed angezeigt, wie auch beim Anbieter direkt. Im Ticker ist sie ebenfalls zu lesen. Nur in der Timeline kann der User die Einträge unterdrücken, damit diese nur ihm angezeigt werden.  Das „Liken“ wird also überflüssig. Für jede Anwendung wird jedoch das Einverständnis des Nutzers benötigt.

Für Unternehmen, Vereine etc. hat Open Graph viele Möglichkeiten gegeben. Oftmals wurde, beziehungsweise wird noch, von der Facebook Page auf die Homepage weitergeleitet. Vorher musste man einer Datenweitergabe an die Page zustimmen. Die Aktivitäten konnten dann in der Timeline angezeigt werden. Es ergab sich für die Betreiber die Möglichkeit, jedes Produkt oder jeden Sportler auf der Seite darzustellen und ihnen einen Like-Button zu geben. Ein bekanntes Beispiel ist die Seite des amerikanischen Sportsenders ESPN. Allein auf Facebook konnte man nur die Firma insgesamt mit einem „Gefällt mir“ unterstützen oder es gab für alles eine extra Seite. Wird Open Graph wieder abgeschafft, muss also für jedes Objekt eine eigene Seite angelegt werden, was einen enormen Aufwand bedeutet.

Wurde eine Open Graph Seite geliked, entstand für den Administrator eine Seite speziell für dieses Objekt. So wurde ermöglicht, den Usern nur über dieses Objekt Informationen im Newsfeed anzuzeigen. Der User bekam also keine lästigen und für ihn uninteressante Informationen.

Vorteile durch Open Graph
Wie schon erwähnt, wurde man als User nicht mit unnötigen Informationen überschüttet. Es wurden abgestimmte Content-Strategien entwickelt.  Neue Werbeformen im Sinne von Empfehlungsmarketing waren denkbar. Auch die Einfachheit mit nur einer Fanseite, die mit einher ging, war von Vorteil.

Nachteile durch Open Graph
Open Graph ersparte Infos um alle Produkte einer Firma, bei der man Fan ist. Hingegen bekam man mehr Benachrichtigungen im Newsfeed von Freunden zu sehen, die gerade etwas irgendwo hörten, lasen oder kochten. Einfach alles wurde bekanntgegeben, sofern man die Aktivitäten der Freunde nicht blockiert hat. Aus der Sicht des Gegenübers, muss man sich fragen, ob wirklich alle Freunde über Aktivitäten Bescheid wissen sollen. Hat man beispielsweise seinen Chef unter seinen Freunden, weiß er genau, was Sie in Ihrer Freizeit tun, was nicht immer von Vorteil ist.

Was jetzt zu tun ist
Nutzen Sie als Administrator die noch verbleibende Zeit, um Ihre Fans auf andere Seiten zu verweisen. Hiermit ist viel Aufwand verbunden, denn diese anderen Seiten müssen erst erstellt werden. Überlegen Sie sich deshalb, ob es sich für Sie lohnt, verschiedene Pages zu erstellen oder nur eine einzige. Bei einer Seite sollten Sie die Informationen überdenken und eventuell Speziellere reduzieren, um nicht „ignoriert“ zu werden oder schlimmer: den Fan zu verlieren. Ebenfalls zu beachten ist die Anpassung des „Gefällt mir“-Buttons an ein Mindestalter. Eine Aufspaltung ist deshalb womöglich noch einmal zu überdenken und eventuell notwendig.

Ob es sinnvoll ist, diese Funktion abzuschaffen, darüber lässt sich streiten. Dass sie abgeschalten wird, ist jedoch nicht zu verhindern. Tatsache ist, dass das Open Graph Protocol zu wenig genutzt wurde und für die Nutzer Arbeit ansteht. Unweigerlich werden Fans verloren gehen, denen der Aufwand zu hoch sein wird oder die die Aufforderung nicht mitbekommen. Bleiben werden jedoch loyale Kunden und wirklich interessierte User.

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