Neueinsteiger im E-Commerce schlagen Alt-Größen

Nicht die Branchengrößen, sondern Newcomer im E-Commerce für Online-Aufschwung verantwortlich. Während Douglas aktuell verkauft wird und Neckermann`s Zukunft unklar ist, bewirken die jungen Neueinsteiger im Markt den E-Commerce-Boom. Der Bundesverband des Deutschen Versandhandels bestätigt mit den neusten Zahlen eine Verschiebung innerhalb des Marktes (www.bvh.info) . Zwar scheinen sich auch einige bekannte Größen mit dem neuen Medium vertraut gemacht zu haben, das Geschäft beleben jedoch neue und innovative Unternehmen. 

Mit fast 20 Milliarden Euro in den ersten drei Quartalen des Geschäftsjahres übertrifft der Onlinehandel jegliche Erwartungen. Mittlerweile wird ein Gesamtwachstum von 26,5 % im Jahr 2012 prognostiziert, womit sich die Branche erneut als Zukunftsweiser herausstellt. Umsatzspitzenreiter bleibt die Warengruppe der Bekleidung und Textilien, doch besonders Elektronikartikel verzeichnen ein deutliches Plus im Vergleich zum Vorjahr. Die Leistungsträger des Online-Hypes sind allem voran E-Commerce-Startups. Zwar kommt nicht jeder Neueinsteiger direkt auf die Erfolgspur, doch in den vergangenen Monaten stellten sich eine Reihe von Newcomern als ernstzunehmende Herausforderer in der Branche heraus, die sich mit durchaus beachtlichen Wachstumszahlen im Markt etablieren konnten.

Der Wettbewerb wird härter.

Das gilt nicht nur für junge Unternehmen, sondern auch für bekannte Alt-Größen wie Douglas oder Thalia, die unter Zugzwang stehen. Nach mehreren gescheiterten Sanierungsversuchen und einer immer noch auf sich warten lassenden E-Commerce-Strategie, steht die Hagener Douglas-Gruppe vor dem Verkauf durch den US-amerikanischen Investor „Advent“. Die Beteiligungsgesellschaft firmiert unter dem Namen „Beauty Holding Three AG“ – so könnte Advent neben den Parfümerien auch am Schmuckgeschäft Christ, der zur Douglas-Gruppe gehört, interessiert sein. Für die 75%ige Tochter Thalia sieht es jedoch denkbar schlecht aus – die schwarzen Zahlen der Buchhandlung sind bezeichnend für ihre Verdrängung durch Amazon und dem wachsenden E-Book-Markt.

E-Commerce ist und bleibt Zukunft

Das zeigen nicht nur aufstrebende Unternehmen und steigende Umsatzzahlen, sondern auch hohe Investments. Für Investoren ist die Branche durch geringes Risiko und berechenbare Geschäftsumfelder trotz vergleichsweise geringeren Renditen weiterhin hochinteressant.

Robert Klatt

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