Neue Gebühren – Amazon bittet FBA-Händler stärker zur Kasse

Nachdem eBay seine Gebühren bereits angepasst hat, kündigt auch Amazon einen entsprechenden Schritt an. Ab Juni 2017 gelten die neuen Gebühren für das FBA-Programm. Der Onlineriese will durch die Ankündigung seinen Händlern die Möglichkeit geben, sich auf die neuen Preise einzustellen. Die neuen Gebühren betreffen sowohl den Versand als auch die Lagerung und die Retouren von Produkten.

Das FBA-Programm wird teurer

Das FBA-Programm (Fulfillment by Amazon) bietet Händlern zahlreiche Vorteile. Sie benötigen kein eigenes Warenlager, müssen sich nicht um den Warenversand und Retouren kümmern und sind im Amazon-Ranking deutlich sichtbarer als Mitbewerber. Diesen Service lässt sich Amazon gut bezahlen. Ab Juni 2017 steigen die Gebühren für das FBA-Programm teilweise deutlich. Schon jetzt informiert das Unternehmen seine Marketplace-Händler via E-Mail, damit diese genügend Vorlauf für die Vorbereitung haben. Als Grund für die Gebührensteigerung gibt Amazon wachsende Kosten für den Versand, die Lagerung und die Retournierung von Produkten an. Die neuen Preise gelten sowohl für den Versand im inländischen Markt als auch für Sendungen über das europäische Versandnetzwerk nach Europa.

Änderungen beim Versand

Um für eine möglichst gute Übersicht zu sorgen, hat Amazon eine Preistabelle mit den neuen Gebühren erstellt. Diese ist in die drei Kategorien „Nicht-Medienprodukte“, „Medienprodukte“ und „Produkte in Übergröße“ aufgeteilt. Händler können somit gezielt nach Preisen suchen, die für ihre jeweiligen Produkte anfallen. Diese unterscheiden sich je nach Produktart nämlich teilweise deutlich. So fallen für ein Standard-Paket zwischen 2001-3000 Gramm ab sofort 4,20€ statt 4,18€ an und für ein Paket zwischen 1001-1500 Gramm müssen statt 3,04€ nun 3,17€ bezahlt werden. Diese Änderungen betreffen ganz unterschiedliche Märkte, auf denen Amazon aktiv ist. So müssen sich beispielsweise Händler in Deutschland, Frankreich, Spanien, Großbritannien und Italien mit den neuen Preisen auseinandersetzen. Besondere Regelungen betreffen zudem Händler, die nicht am „Programm Mitteleuropa“ teilnehmen. Dieses Programm ermöglicht es Amazon, Waren im gesamten Amazon-Versandnetzwerk einschließlich Polen und Tschechien zu lagern. Händler, die dieses Programm nicht unterstützen, müssen eine zusätzliche Versandgebühr bezahlen.

Änderungen bei Lagerung und Retouren

Neben dem reinen Versand fallen auch für die Lagerung von Produkten und die Organisation von Retouren zusätzliche Gebühren an. Hierbei ist es unerheblich, in welchem Land Amazon die jeweiligen Waren lagert. Die Gebühren steigen zwischen Januar-September von 12,50€ auf 20€ pro Kubikmeter an. In der Vorweihnachtszeit ist die Preissteigerung sogar noch deutlicher. So müssen zwischen Oktober-Dezember statt 18€ fortan 28€ bezahlt werden. Zudem müssen Händler, die Produkte aus den Bereichen „Schuhe“ und „Bekleidung“ anbieten, zusätzliche Gebühren für Warenrücksendungen in Kauf nehmen. Zwar bleibt die Rücksendung für die Kunden weiterhin kostenlos, was einen enormen Wettbewerbsvorteil für die Händler darstellt, allerdings erhebt Amazon in Zukunft eine Bearbeitungsgebühr für Warenrücksendungen. FBA-Händler müssen in ihrer Preisgestaltung diese neuen Gebühren unbedingt berücksichtigen, um im E-Commerce wettbewerbsfähig zu bleiben. Deswegen muss die Vorlaufzeit, die Amazon ihnen für die Vorbereitung auf die Preisänderungen gewährt, unbedingt genutzt werden.

> Patrick Tarkowski

Patrick Tarkowski ist studierter Germanist und Anglist und arbeitet bereits seit 2008 als Autor für Onlineshops und Unternehmen. Er ist in ganz unterschiedlichen Themengebieten beheimatet, kennt sich aber speziell in den Bereichen E-Commerce, Onlinemarketing, Familie und Erziehung sowie SEO aus. Neben Fachtexten schreibt er eigene E-Books, Theaterstücke und Romane und entwickelt Unterrichtsmaterialien.

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