Payment Service Provider vergleichen
So finden Sie den richtigen Zahlungsdienstleister für Ihr E-Commerce-Projekt!

Mit freundlicher Genehmigung der iBusiness-Redaktion darf ich folgenden kritischen Web 2.0 Artikel veröffentlichen.

Planetactive-Chef Matthias Kurwig rechnet jetzt mit der allgegenwärtigen Web-2.0-Euphorie ab. Seiner knallharten Aufarbeitung zufolge ist das viel propagierte Web 2.0 nicht mehr als eine bloße „Mogelpackung“, die „schlimmste Erinnerungen an die New Economy“ weckt. Eine Web-2.0-Demontage, für die Kurwig erstaunlich viel Zuspruch aus der Online-Branche erntet.

„Das Web 2.0 ist eine Mogelpackung, deren Inhalt nicht hält, was die bunte Hülle verspricht“: Matthias Kurwig, Geschäftsführer der international aufgestellten Planetactive GmbH, hält nicht besonders viel von der aktuellen Web-2.0-Euphorie. Ganz im Gegenteil, Kurwig befürchtet sogar das Schlimmste: „Wir erleben gerade einen Hype, der unliebsame Erinnerungen an die Zeit der New Economy aufkommen lässt“, warnt er die gesamte Branche. „Es ist zu befürchten, dass dieser Hype dem seriösen Online-Marketing mehr schadet als nutzt.“

Seine Abrechnung ist für Kurwig nur die logische Konsequenz aus den Gesprächen mit seinen Kunden. Laut dem Planetactive-Chef gibt es viele Auftraggeber von Online-Werbung, die vom derzeitigen Web-2.0-Boom verunsichert sind. „Die sehen dann, wie Millionen Internutzer auf MySpace und YouTube unterwegs sind und fragen sich, was sie mit ihrer Online-Werbung falsch machen.“ Laut Kurwig übrigens nichts, denn „Online-Werbetreibende müssen unterscheiden zwischen Botschaften, die sie über Online-Werbung vermitteln möchten und privaten Dingen, wegen denen Nutzer auf Social-Networking-Portalen unterwegs sind.“

Einmal in Fahrt, kommt Kurwig kaum zur Ruhe. So seien bei genauerer Betrachtung viele sogenannte Web-2.0-Technologien „ein alter Hut“, schließlich gebe es Communities und Foren schon immer. „Vieles von dem, was heute als mehr oder minder neu propagiert wird, ist nur ein Aufguss dessen, was schon vor Jahren breit diskutiert wurde“, echauffiert er sich. In der Online-Branche ernten Kurwigs Äußerungen erstaunlich viel Zustimmung. So ist beispielsweise nach Meinung von Christoph Ringwald, Unternehmenssprecher von Pixelpark, das Community-Konzept „ein klassisches Internet-Feature und nicht dem Web 2.0 zuzurechnen.“ Allerdings habe sich durch die Open-Source-Bewegung das Nutzerverhalten verändert. „Der Nutzer ist mittlerweile zu einem aktiven Sender geworden.“

Das sieht übrigens auch Planetactive-Chef Kurwig so. „Nicht das Web, sondern die Menschen haben sich verändert“, erklärt er. Statt Web 2.0 propagiert Kurwig daher den ‚Nutzer 2.0‘. Beifall bekommt er dafür von seinem Hamburger Kollegen Martin Recke: „Es setzt sich immer mehr die Erkenntnis durch, dass sich die Internetnutzer vom klassischen Medienverhalten wie beim Fernsehen emanzipieren“, erklärt der Unternehmenssprecher von SinnerSchrader.

Den Aussagen kann ich zustimmen. Nicht das Web sondern die Nutzer ändern sich. Rich Internet, Communitys und Co. gab es schon. Nur wenige Elemente lassen sich im E-Commerce umsetzen. Ob sich E-Commerce von einer zentralen Plattform in reine Long Tail Prozessketten wandelt wird die ZUkunft zeigen, ich sehe es zumindest nicht kurzfristig.

> Mirko Peters

Mirko Peters ist als Medienkaufmann und Senior E-Commerce Manager seit 2002 auf Agentur- und Unternehmensseite. Er berät und betreut Unternehmen und Marken in den Themenfeldern E-Commerce, Online-Marketing und Internet-Strategie und begleitet federführend komplexe Projekte. Schwerpunkt seiner Arbeit sind die Datenanalyse, das Projektmanagement sowie die Entwicklung und Umsetzung effizienter Online-Marketing-Strategien sowie die Umsetzung von komplexen Online-Shops und deren Backend-Prozesse.

Autoren-Seite
Anzeige

Payment Service Provider vergleichen

Payment Service Provider vergleichen
So finden Sie den richtigen Zahlungsdienstleister für Ihr E-Commerce-Projekt!

10 Kommentare

  1. ja und so drehen sich die Experten endlos im Kreis: inzwischen ist es eben nicht mehr „in“ auf das Web 2.0 als Marketinginstrument zu setzen, sondern es ist „in“ den Begriff „web 2.0“ zu verdammen. Denn somit kann man sich ja wieder als Experte outen. Und dann auch noch immer die ewigen Verweise auf den New Economy Crash.
    Es geht doch immer nur um Verkaufsstrategien, und die aktuelle ist die:

    Agentur: „Web 2.0 ist ein alter Hut, glauben sie mir, die anderen wollen Ihnen nur teure und absolut nicht effektive Dinge verkaufen, die seit Jahren geläufig sind. Glauben Sie nicht an den Hype, ansonsten blüht Ihnen das, was um das Jahr 2000 vielen Kunden viel Geld gekostet hat. Glauben Sie unserer Agentur, wir zeigen Ihnen Wege, die Sie vor unnötigem Geld-Ausgeben schützen.“
    Kunde: Danke, für ihre ehrliche Antwort, da geb ich doch gerne Geld bei Ihnen aus!

  2. Wer beständig und unaufgeregt an sein Business glaubt und dran arbeitet wird Erfolg haben. Egal ob in web 2.0 bis 270 oder mit user 2.0 bis ultimo … wer sich von agenturen sagen lassen muss was der neueste trend ist, kennt seine kunden nicht … sry aber das is meine meinung.

  3. ich teile die meinung von herrn kurwig nicht zu 100% aber es ist schon was dran! technisch ist durch die ganze rss sache mit blogs und podcasting schon was dazugekommen, aber „user generated content“ ist im grunde ein alter hut. ende der 90er nannte man sowas zb „expertenportale“. daher: abwarten, wie sich das ganze entwickeln wird.

  4. Hier gehen die Meinungen der „jungen wilden von damals“ mit denen der „jungen wilden von heute“ auseinander.

    Meine Meinung: Wer das Platzen der Blase mitbekommen und überlebt hat, den erinnert die jetzige Euphorie recht stark an damals.

    Vieles hängt jetzt davon ab, ob wieder das gleiche Schindluder getrieben wird wie damals.
    (Beispiel: VC-Tochter eines namhaften Konzerns investiert erst in Unternehmen, bereitet es auf den Börsengang vor, verkündet strategische Partnerschaft des Mutterkonzerns und erntet dann beim Börsengang)

    Da es auch heute wieder um exorbitante Summen geht, die im Raum stehen, könnte, wer böses denkt, soetwas vermuten.

    Sicher, es gibt viele interessante Ansätze, vieles macht Sinn. Die Euphorie sehe ich dennoch sehr skeptisch.

  5. jo, schließe mich hendrik an. ein bißchen großkotzig finde ich den tenor des artikels ja schon. was bedeutet „seröses online marketing“ was nicht schon gnadenlos von spam plattgemacht wurde? banner .. popups .. layer ads .. gewinnspielchen?

    und ich frage mich, warum in frankreich und den USA wirklich neue plattformen und services entstehen und hier in deutschland darüber diskutiert, ob es nun um nutzer oder web2.o geht. albern. und schlichtweg zu kurz gedacht.

  6. Der gute Herr Kurwig hat wohl den Unterschied zwischen Foren und Weblogs immer noch nicht verstanden, um nur einen Punkt zu nennen.

    In sofern macht es natürlich Sinn, erstmal auf den Hype zu schimpfen.

    Gerade hier bei uns scheint der Punkt ja wieder mal zu sein: „Das ist doch alles schon mal dagewesen. Das brauchen wir jetzt nicht auch noch.“

    Soll er sich doch mal mit dem T-Com Bereichsvorstand Bernd Kolb unterhalten.

    Und von Nutzer 2.0 zu reden halte ich für sehr unverfroren. Menschen ändern sich mit Sicherheit in ihrem Verhalten sehr viel langsamer als Webseiten. Dass der Nutzer 2.0 jetzt plötzlich anders sein soll, als vor 10 Jahren, daran glaube ich nicht. Nur gibt es jetzt die Möglichkeiten überhaupt erst einmal, dass sich der Nutzer das Internet überhaupt zu Nutze machen kann.

    Mit den Websites aus den 90ern war das nur schwerlich möglich. Und das jetzt wieder als Arguement für veraltete Forensoftware zu nutzen, finde ich gelinde gesagt sehr naiv.

  7. Hat jemand eigentlich heue das Streitgespräch zwischen Kurwig und dem Web-2.0-Propheten Andreas Weigend auf der OMD gesehen? Ich war leider gerade anderweitig beschäftigt.

  8. Ich finde das Schlagwort Nutzer 2.0 gar nicht schlecht, die User haben in den letzen Jahren gelernt wie einfach es ist über das Netz sich nicht nur zu Informieren sondern auch zu kommunizieren, jenseits der eMail. Heute sind es nicht mehr nur die Nerds die in Technikforen Posten sondern die breite Masse sucht dort erste Hilfe bei alltäglichen Problemen. Die User haben die scheu verloren auch Inhalte beizutragen und sind bereit wissen (und seien es nur bookmarks ) zu teilen. Schon eine soziale Angelegenheit. Die neuen Techniken machen es Ihnen dabei noch einfacher und angenehmer.

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here