Amazons Mindestgebühren werden abgeschafft
Abschaffung der Amazon Mindestgebühren ist vor allem ein Vorteil für Händler mit kleinpreisigem Sortiment.

Amazon schafft zum 1. September 2017 die Mindestgebühren für Artikel, die über die Plattform verkauft werden, ab. Das berichteten mehrere E-Commerce-Medien. Stattdessen berechnet sich die Gebühr fortan über den Gesamtverkaufspreis des Händlers. Auf diese Weise werden die Gebühren fairer und nehmen keine astronomischen Größen an. Somit lohnt es sich deutlich mehr, kleinpreisige Artikel bei Amazon zu verkaufen. Händler können sich somit in Zukunft stärker auf ihre Umsätze konzentrieren und zahlen nur noch feste Prozentsätze statt fester Preise.

Warum werden die Mindestgebühren bei Amazon abgeschafft?

Bisher wurden für Händler bei einem Verkauf beim Onlineriesen Amazon Gebühren in Höhe von 15% des Verkaufspreises fällig. Allerdings wurde bei sehr geringen Umsätzen eine Mindestgebühr erhoben. Diese betrug bisher 0,50€. Das führte zu teilweise astronomischen Prozentsätzen bei kleinpreisigen Artikeln. Hat ein Händler beispielsweise einzelne Produkte zu 1,00€ das Stück verkauft, kassierte Amazon 50% des Umsatzes. Da solche Artikel mit einem EAN-Code des Herstellers für eine bestimmte Verkaufseinheit (VE) versehen sind, konnte der Händler dieses Problem nicht umgehen, indem er mehrere Produkte gesammelt (zum Beispiel 5 Stück für 5,00€) anbot. Amazon ging immer vom EAN-Code aus, der von den Herstellern in der Regel für einzelne Produkte vergeben wird. So kam es bisher schon einmal vor, dass ein Händler 1.000 solcher Artikel verkauft hat und 500€ Gebühren an Amazon abtreten musste. Gelegentlich fiel den Händlern dieses Missverhältnis gar nicht auf, da sie sich vor allem auf die Umsätze statt auf den tatsächlichen Gewinn konzentriert haben.

Wie wirken sich die neuen Regelungen für Händler aus?

Die Abschaffung der Mindestgebühr macht das Verkaufen auf Amazon für Händler transparenter und fairer. Sie müssen jetzt keine Mindestgebühr mehr bezahlen, wenn ein Artikel einen bestimmten Verkaufswert unterschreitet, sondern ebenfalls die bei Amazon üblichen 15%. Auch bei niedrigen Preisen wird die Gebühr in Bezug zum tatsächlichen Gesamtpreis erhoben und nimmt so keine unverhältismäßigen Größen mehr an. Bisher mussten zum Beispiel für ein Produkt, das für 2,00€ verkauft wurde, 0,50€ bezahlt werden, da 15% von 2,00€ weniger als die Mindestgebühr war. Somit mussten Händler 25% statt 15% bezahlen. Nach den neuen Regelungen, die ab dem 01.09.17 in Kraft treten, sind in diesem Fall 0,30€ zu zahlen, was 15% des Verkaufswertes entspricht. Hierbei ist zu beachten, dass für diese Berechnung der Gesamtverkaufspreis zugrunde gelegt wird. In diesem sind auch die Kosten für Versand und Verpackung inkludiert.

Vor allem Händler kleinpreisiger Artikel werden gestärkt

Von den neuen Regelungen profitieren insbesondere Händler kleinpreisiger Artikel. Diese hatten bisher keine Möglichkeit, Einfluss auf die Amazon-Gebühren zu nehmen, wenn diese für jeden einzelnen ihrer Artikel erhoben wurden. Durch die Abschaffung der Mindestgebühr werden sie den anderen Händlern gleichgestellt und müssen genau wie diese 15% ihres Verkaufspreises an Amazon bezahlen. Somit können sie sich verstärkt auf die tatsächlichen Umsätze konzentrieren, ohne befürchten zu müssen, gigantische Gebühren zahlen zu müssen. Allerdings ist zu beachten, dass Amazon die neuen Regeln ausdrücklich erst einmal testweise in Kraft setzt. Der Onlineriese behält sich das Recht vor, die alten Regelungen wieder in Kraft zu setzen, falls das notwendig erscheinen sollte.

> Patrick Tarkowski

Patrick Tarkowski ist studierter Germanist und Anglist und arbeitet bereits seit 2008 als Autor für Onlineshops und Unternehmen. Er ist in ganz unterschiedlichen Themengebieten beheimatet, kennt sich aber speziell in den Bereichen E-Commerce, Onlinemarketing, Familie und Erziehung sowie SEO aus. Neben Fachtexten schreibt er eigene E-Books, Theaterstücke und Romane und entwickelt Unterrichtsmaterialien.

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