Junge Frauen für die IT begeistern – MOOC machen es möglich

Junge Frauen IT und Programmieren

Die IT-Welt wird vielfach noch von Männern dominiert. Das liegt aber nicht am fehlenden Interesse oder Können seitens der Frauen, sondern an der Ansprache. Es fehlt an Vorbildern und Methoden, um Frauen gezielt für die IT und das Programmieren zu begeistern. Die sogenannten Massive Open Online Courses (MOOC) wollen das ändern und haben mit der Bildungsministerin Johanna Wanka eine prominente Fürsprecherin. Wenn sich mehr Frauen für einen IT-Beruf entscheiden, hat das deutliche Auswirkungen auf die Wirtschaft und nicht zuletzt auf den E-Commerce.

Das Problem – die IT geht zu wenig auf Frauen ein

IT-Jobs sind kalt, technisch und analytisch. Diese Vorstellungen verbinden viele nach wie vor mit der Informatik und dem Programmieren. Dabei ist die Erstellung von Websites und Programmen eine durchaus kreative Angelegenheit. Wenn Frauen in der Branche aktiv sind, begeistern sie sich vor allem für die gestalterische Seite der IT und bringen ihre Kreativität in den Entwicklungsprozess mit ein. Diese Facette der Informationstechnologie kommt in Schulungen und bei der Berufsinformation viel zu kurz. Entsprechend fühlen sich nur wenige Frauen von der IT angesprochen und streben eine Karriere in diesem Bereich an. Sie wissen zu wenig um die zahlreichen Möglichkeiten, die eigenen kreativen Ideen in eine Programmiersprache zu übersetzen und ein attraktives Ergebnis dabei zu erzielen. Wer Frauen für die IT-Branche begeistern will, muss hier ansetzen.

Die Lösung – MOOC sprechen Frauen gezielt an

Das Hasso-Plattner-Institut (HPI) hat im Rahmen der CeBIT einen Onlinekurs speziell für Mädchen und junge Frauen angekündigt, der über die interaktive Plattform des Instituts durchgeführt wird. Dieser wird von der HPI-Bachelorstudentin Lisa Ihde (20) organisiert und realisiert. Bildungsministerin Johanna Wanka hat vor Ort eine klare Einladung zu diesem Kurs ausgesprochen und hofft, möglichst viele Mädchen für das Angebot begeistern zu können. Der MOOC vom HPI erläutert den Teilnehmerinnen anhand ganz praktischer Beispiele, wie sie eine eigene Website gestalten und für die persönlichen Interessen nutzen können. Reisefans haben die Möglichkeit, ihre Fotos, Geschichten und Erfahrungen auf der Website zu präsentieren, Modequeens können ihre neuesten Schnäppchen und liebsten Produkte vorstellen und Freundinnen des Tanzens bieten anderen über einen Blog die Möglichkeit, an ihrem Hobby teilzuhaben. Außerdem richtet sich das Angebot an Schülerinnen, die eine eigene Website für ihre Klasse oder Schule planen. Hier können neben Informationen zur Schule und dem Unterricht auch Projekte und Klassenfahrten organisiert und schülergerecht geplant werden. Wichtige Themen wie Urheberrechte, die Farbwahl und die Beschaffung von Icons werden angesprochen und klar verständlich erläutert. Der praxisnahe Ansatz will Mädchen und junge Frauen da abholen, wo sie stehen, und sie für die IT-Welt begeistern.

Die Wirkung – das Gesicht des E-Commerce verändert sich

Sollten sich in Zukunft tatsächlich mehr Frauen für die IT und das Programmieren begeistern, hätte das selbstverständlich Auswirkungen auf den E-Commerce. Mehr Frauen würden dann ihre eigenen Onlineshops eröffnen und besonders kreative und ausgefallene Angebote machen. Das Shopping- und Surfverhalten der Frauen würde in den digitalen Shops deutlich mehr aufgegriffen und deren individuelle Interessen stärker zur Geltung kommen. Das kreative Potential würde zu innovativen und außergewöhnlichen Angeboten führen. Die MOOC haben somit das Potential, das Gesicht des digitalen Einkaufens und des E-Commerce zu verändern und eine neue Herangehens- und Sichtweise auf die Erstellung und Pflege von Onlineshops zu etablieren.

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