Juneg Kunst erobert das Netz

start your art ermöglicht Sammlern und Künstlern den Einstieg in den Kunstmarkt

Rekorde für zeitgenössische Kunst bei den großen Auktionshäusern in London und New York, Besucheranstürme bei Akademie-Rundgängen in Düsseldorf und München. Das Interesse an junger Kunst ist enorm. Doch die Galerie bleibt ein Raum, in den man sich nicht so wirklich hineintraut. Und dabei hätte man doch gerne ein Werk eines noch unentdeckten Talents. Der erste Blick geht da erst einmal ins Internet. Doch sucht man dort ein exklusives und bezahlbares Unikat, wird es schwer. Abhilfe soll jetzt ein Online-Auktionshaus für junge Kunst schaffen.

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Die Idee, sich mit einem Online-Auktionshaus für junge Kunst selbstständig zu machen, kam der Kunsthistorikerin und Jungunternehmerin Jenny Seul während ihrer Arbeit im internationalen Kunsthandel. Hier wurde ihr klar, dass nicht etablierte Künstler in der Regel keine Chance haben, ihre Objekte bei Auktionshäusern zu platzieren. Auch die Suche nach Galeristen gestaltet sich für sie schwierig. Und sollte es doch einmal gelingen, einen Galeristen zu begeistern, sind strenge Auflagen, Exklusivverträge und hohe Provisionen an der Tagesordnung.
Auf der anderen Seite ist das Interesse speziell an „junger“ Kunst sehr groß, wie aktuelle Besucherzahlen von Akademierundgängen renommierter Hochschulen zeigen. Vor allem bei jungen Menschen zwischen 25 und 40 Jahren ist das Interesse gestiegen, „echte“ Kunst zu erwerben, sie scheuen aber den Gang zu Galerien. Häufig empfinden sie dort die Atmosphäre als zu steril und fühlen sich verunsichert durch ihre mangelnde Fachkenntnis. Besonders die Preise von Kunstwerken sind für sie nur schwer nachvollziehbar.

Diese beiden Gruppen, Künstler und Kunstinteressierte auf zeitgemäße Weise zusammenzubringen, führte Seul zu der Idee, ein spezialisiertes Online-Auktionshaus zu gründen.

Zwar gibt es im Internet bereits virtuelle Galerien, in denen „junge Kunst“ vorgestellt wird, doch findet bei vielen dieser Angebote keine Qualitätskontrolle statt, so dass jeder, der sich selber für einen Künstler hält, seine Werke präsentiert. Bei anderen Online-Angeboten stimmt hingegen die Qualität, jedoch werden Interessenten lediglich an den Künstler oder dessen Galeristen weiterverwiesen. Erst bei Kontaktaufnahme werden Preise und Konditionen mitgeteilt. Die Wege sind oft verschlungen und dem Käufer ist zumeist nicht einmal klar, mit wem er eigentlich sein Geschäft tätigt.
Einen Vertriebsweg für exklusive Kunst zu günstigen Konditionen zu schaffen, der für beide Seiten einen sicheren Ablauf und Service garantiert, ist das Ziel von start your art: Das Auktionsprinzip sorgt für transparente Preisbildung und Käufer haben eine feste Partnerin für alle Geschäftsabläufe, die den Transport und Zahlungsfluss garantiert.

„Mit start your art wollen wir Studierende der Kunsthochschulen und Absolventen von Akademien, aber auch talentierten Autodidakten, eine faire Chance geben, sich ohne großen finanziellen und zeitlichen Aufwand am Kunstmarkt zu etablieren“, so Jenny Seul. Denn ob Marketingmaßnahmen, Kundenakquise oder Versicherungen und Transport – Kenntnisse in all diesen Bereichen sind die Grundvoraussetzung für erfolgreiche Kunstverkäufe und sind den Künstlern meist unbekannt. Nutzen von der umfassenden Betreuung und Organisation haben auch die Käufer. Diese können sich ungestört und in Ruhe am heimischen PC die Werke ansehen und entscheiden. Um alles weitere – von der Zahlungsabwicklung bis zur Anlieferung – kümmert sich start your art.

Die Künstler für start your art findet die Unternehmerin und ihr Team bei Akademierundgängen, Messen und Ausstellungen. Mittlerweile treffen außerdem fast täglich Bewerbungen junger Künstler ein. Doch die wenigsten genügen den hohen Qualitätsansprüchen. Angeboten wird nur, was dem geschulten Blick der Experten standhalten kann. So haben Künstler die Sicherheit, ihre Objekte in einem durchweg anspruchsvollen Umfeld anzubieten – und Kunstinteressierte die Garantie, ausschließlich qualitativ hochwertige Werke zu ersteigern.
Kommt es schließlich zu einer Zusammenarbeit mit dem Künstler, werden entsprechende Objekte ausgewählt, die Preislimits festgelegt sowie biografische Daten und Referenzen der Künstler zusammengestellt. Der Käufer kann sich  dann auf der Homepage ausgiebig über Künstler und Werke informieren. Neben Gemälden, Zeichnungen und Skulpturen findet dieser auch Fotografien und Installationen im Programm des Auktionshauses. Angeboten werden in der Hauptsache Unikate und Auflagenobjekte aus kleinen Serien. Massenware gibt es hier nicht. Dabei variieren die Preise von unter 100 Euro bis hin zu mehreren tausend Euro.
Design und Programmierung der Webseite mit Auktionssystems war eine der größten Herausforderung bei der Unternehmensgründung, sagt Seul. Dass im Vordergrund die Werke für Käufer ansprechend präsentiert werden und im Hintergrund die Auktionstechnik reibungslos und sicher läuft, war eine Grundanforderung. Es bedurfte zuverlässigen Programmieren und Designern, da für start your art speziell ein eigenes Auktionssystem entwickelt wurde: Erst wenn das erste Gebot für ein Werk eintrifft, startet die entsprechende Auktion und endet am 7. Tag um 20 Uhr. Während dieses Zeitraums können andere Interessenten in die Auktion einsteigen und mitbieten.

Eine erste Version der Plattform ging am 18.11.2010 mit 23 Künstlern und 160 unterschiedlichen Werken online. Bereits in den ersten 2 Monaten wurden 13 Werke verkauft. „Wir dachten eigentlich, wir würden ein halbes Jahr benötigen, bis wir überhaupt einmal wahrgenommen würden. Dass wir bereits in der Anfangsphase Werke verkaufen, damit hatten wir gar nicht gerechnet“, so die Unternehmerin. Auch die täglich wachsende Zahl der facebook-Fans zeigt, dass die Gründerin einen Nerv getroffen hat und mit knapp 6.500 Besuchern seit Gründung hat sie allen Grund, optimistisch in die Zukunft zu blicken.
Dennoch bleibt keine Zeit sich auszuruhen. Weitere Verbesserungen der Website sind bereits geplant und neue, vielversprechende Künstler haben sich schon angekündigt. So kann man gespannt sein, wie sich start your art weiter entwickeln wird.

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1 Kommentar

  1. Der Bericht ist sehr gut, lieben Dank. Ich hatte nur zuerst Schwierigkeiten, Euren RSS-Feed zu in meinen Reader zu laden. Passiert das anderen Blogbesuchern auch? Na gut, jedenfalls hat es dann funktioniert, mal schauen, ob der RSS arbeitet wie er soll.

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