Funding Optionen – Wie kann ich meine Idee finanzieren?

Gute Ideen gibt es viele, nur wenige werden aber auch tatsächlich in die Praxis umgesetzt und können dem theoretischen Ansatz dann einen praktischen Erfolg folgen lassen. Damit die Idee zur Realität wird, sind Start-Ups nahezu immer auf Finanzierungsmöglichkeiten angewiesen. Denn ein Unternehmen zu gründen und dieses erst einmal am Markt zu etablieren kostet Geld. Auch kann nicht sofort mit einer Rendite oder überhaupt einem signifikanten Umsatz gerechnet werden, während laufende Kosten aber vom ersten Tag an übernommen werden müssen. Funding Optionen für Start-Ups sind Möglichkeiten, mit denen die Gründung und Anfangsphase finanziert werden kann, bis das Unternehmen auf eigenen Beinen steht und Investoren einen Exit unternehmen können – oder der entsprechende Kredit ausgeschöpft ist.

Moderne Finanzierung via Crowdfunding
Crowdfunding wird immer populärer und stellt schon jetzt eine der wichtigsten Finanzierungsmöglichkeiten für Start-Ups dar. Dabei wird tendenziell zwischen zwei Varianten unterschieden, auch wenn die Grundidee gleichbleibt. Bei dieser finanzieren viele kleine „Investoren“ in ein Projekt, eine Idee oder ein Unternehmen und tragen so durch viele kleine Geldtransfers zur benötigten Masse von Kapital bei. Mehrere Plattformen im Netz bieten mittlerweile einen guten Anlaufpunkt um seine Idee beziehungsweise ein Projekt vorzustellen und so mögliche Investoren von sich überzeugen zu können. Durch die vielen kleinen Beträge ist Crowdfunding vor allem ideal, wenn erstes Kapital benötigt wird, da üblicherweise keine fortlaufenden Zahlungen stattfinden. Die Höhe des Kapitals kann entweder so festgelegt werden, dass dieses tatsächlich erst einmal nur zur Umsetzung taugt oder so hoch bemessen sein, dass auch über einen festgelegten Zeitraum der Geschäftsbetrieb aufrechterhalten werden kann.

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Je nach Art des Crowdfundings erhalten die einzelnen Investoren entweder eine spätere Rendite oder investieren kleine Beträge als Spende, also ohne eine Rendite zu erwarten. Letzterer Fall trifft meist zu, wenn es sich um ein Herzensprojekt handelt, was viele Personen gern in die Realität umgesetzt sehen würden. Crowdfunding als klassisches Investment ist seltener, weil die vielen kleinen Investoren keinerlei Einfluss auf den Geschäftsbetrieb nehmen können und häufig auch keinen persönlichen Kontakt mit den Unternehmern haben. Die Höhe ist beim Crowdfunding immer variabel und wird vor allem dadurch bestimmt, wie stark die Masse von Menschen (und potentiellen Investoren) von der Idee überzeugt werden kann.

Angel Investoren
Angel Investoren (oder auch Business Angels) sind reiche und vermögende Personen, die jungen Unternehmern mit guten Ideen unter die Arme greifen möchten. Angel Investoren sind im Regelfall auch bereit ein hohes Risiko einzugehen und engagieren sich meist auch stark im Unternehmen. Die Zuwendungen umfassen oftmals nicht nur finanzielle Mittel, sondern auch Kontakte und den Eintritt in diverse Netzwerke, die dem Unternehmen weiterhelfen könnten. Sie sind quasi die „gute Seele“ unter den Investoren und investieren im Regelfall in Projekte die sie selber begeistern. Insbesondere in der frühen Phase eines Start-Ups werden Angel Investoren von jungen Unternehmern geschätzt, da sie nicht nur finanzielle Mittel bereitstellen und tatsächlich von der Idee begeistert sind, sondern auch mit gutem Rat, Erfahrungswerten und Wissen weiterhelfen.

Venture Capital
Wagnis-Investoren, die Venture Capital bereitstellen, investieren in ein Unternehmen aus einem einzigen Grund: sie möchten möglichst schnell eine möglichst hohe Rendite beim Verkauf oder Börsengang erzielen. Venture Capital wird meist aus Fonds bereitgestellt, die von den jeweiligen Investoren eigenständig aus wiederum anderen Investoren und Anlegern zusammengetragen werden, unter dem Versprechen, diese Anlage zu vermehren. Ein Venture Capitalist ist also auf eine Rendite angewiesen, da er damit sich selber finanziert und die Erwartungshaltung seiner Anleger befriedigt. Venture Capital fließt üblicherweise nur in fundierte Ideen, die mit einem ebenso fundierten Businesskonzept auch wirtschaftliche Erfolge erzielen können. Moralische Ideen oder Herzensunternehmungen werden durch Venture Capital nicht unterstützt, wenn diese nicht in absehbarer Zeit auch einen Gewinn erwirtschaften und damit teuer verkauft werden können. Abseits der finanziellen Unterstützung sind von einem venture Capitalist nicht viele Zuwendungen im operativen Alltag zu erwarten, auch weil diese Personen oder Unternehmen im Regelfall in eine Vielzahl von Start-Ups investieren.

KfW Förderkredit
Die Förderungen und Kredite der KfW sind vielfältig und umfassen nicht ausschließlich nur Start-Ups. Auch in Modernisierungen, Umwelt und Bildung wird investiert. Die Kredite werden immer nur dann ausgehändigt, wenn auch tatsächlich ein fundiertes Businesskonzept hinter der Idee steckt. Die Finanzierungen unterteilen sich sowohl in einzelne, unterschiedliche Kredite, regionale Förderprogramme und verschiedene Coachings als auch in Beteiligungen der KfW. Die Beteiligungen sind jedoch höchst selten, im Normalfall versteht sich die KfW als Förderer und Kreditgeber, nicht aber als operativer Beteiligter an einem Start-Up. Die Förderhöhen unterschieden zudem stark und bemessen sich auch an der Region und am Eigenkapital. Förderungen und Kredite werden mit der KfW persönlich ausgehandelt und müssen im Normalfall über einen vorher abgesteckten Zeitraum wieder an diese zurückgezahlt werden. Insgesamt können über die KfW Förderungen und Kredite in Höhe von bis zu 3 Millionen Euro ausgezahlt werden, üblicherweise bemessen sich die Förderungen aber in einem kleineren Bereich, da sie vorwiegend Existenzgründer und kleine Unternehmen mit Fremdkapital versorgt.

Financing über einen Inkubator
Ein Inkubator versorgt ein mögliches Start-Up mit Kapital und hilft auch abseits der finanziellen Aspekte weiter. Im Regelfall ist ein Inkubator eine Person, die selber sehr erfahren mit Start-Ups ist und womöglich in der Vergangenheit sogar ein oder mehrere Start-Ups eigenständig gegründet und zu Erfolg gebracht hat. Inkubatoren stellen in den meisten Fällen ihre eigenen Büroflächen kostenfrei zur Verfügung und unterstützen die Gründer mit Leistungen im Controlling und Accounting. So soll das Start-Up in einem kontrollierten und erfahrenen Umfeld langsam reifen, bis die Gründer auf eigenen Füßen stehen können. Inwiefern ein Inkubator am Unternehmenserfolg beteiligt wird, hängt immer von den individuellen Verträgen beider Parteien ab. Üblicherweise beansprucht ein Inkubator einen kleinen Prozentsatz des Unternehmens für sich, um im Falle eines Börsengangs oder späteren Verkaufs an Investoren verdienen zu können.

Die klassische Variante: Family, Fools and Friends
Die drei „F“ sind die klassische Finanzierung. Wenn an der Idee noch kein Investor und keine Bank interessiert ist, kann anfängliches Kapital von Freunden, Familien und -umgangssprachlich- Idioten beschafft werden. Während die beiden ersten Parteien unter Umständen an die Person hinter dem Start-Up glauben und dieser helfen möchten ihren Traum zu verwirklichen, sind „Idioten“ (Fools) einzelne Personen, die durch eine geringe Investition hoffen, damit später das große Geld erzielen zu können.

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