Etsy rationalisiert – französischer Marktplatz „A Little Market“ wird geschlossen

Das international aktive Handmade-Portal Etsy hat sich entschlossen, sich fortan nur noch auf eine Plattform zu konzentrieren. Das bedeutet für den französischen Marktplatz „A Little Market“, den Etsy 2014 gekauft hat, das Aus. Die auf diesem Portal aktiven Verkäufer möchte Etsy über die Basis-Portale weiter betreuen und in ihrer Arbeit unterstützen. Diese Entscheidung ist eines der aktuellen Symptome, die zeigen, dass sich die Handmade-Szene im Umbruch befindet.

Etsy strebt einen optimierten Service für eine einzige Plattform an

Bereits in den vergangenen Monaten wurde deutlich, dass Etsy an einer Neuausrichtung seines Unternehmenskonzepts arbeitet. Das zeigte sich unter anderem daran, dass ein neuer Finanzvorstand eingesetzt wurde, der den Betrieb auf Vordermann bringen soll. Zudem wurden Kosteneinsparungen und Rationalisierungen angekündigt. Jetzt ist offensichtlich eine Entscheidung gefallen, wie sich Etsy in Zukunft aufstellen möchte. Das Unternehmen plant, sich fortan auf eine einzige Plattform zu konzentrieren und den hier teilnehmenden Händlern jede erdenkliche Unterstützung zukommen zu lassen. Hierdurch sollen ein verbesserter Service und ein fokussiertes Arbeiten ermöglicht werden. Das hat zur Folge, dass vor allem im französischen Sektor Veränderungen vorgenommen werden und die Plattform „A Little Market (ALM)“ geschlossen wird. Die auf ALM aktiven Nutzer können aber die Basis-Portale des Unternehmens weiter nutzen, um von Etsys Service zu profitieren.

Die Neuausrichtung von Etsy in Zahlen und Fakten

Etsy hatte die französische Plattform ALM 2014 gekauft, um sich auf dem französischen Markt zu positionieren, neue Verkäufer anzusprechen und zusätzliche Käuferschichten zu erreichen. Jetzt wird der Marktplatz Ende September 2017 geschlossen. Außerdem hat das Unternehmen angekündigt, Einsparungen vornehmen und Mitarbeiter entlassen zu müssen. Insgesamt beläuft sich die Zahl der Entlassungen auf 230, was etwa 22% der Belegschaft von 2016 entspricht. Weitere Einsparungen sollen dadurch erreicht werden, dass die Zahl der internationalen Büros reduziert wird. Daher wird es in Zukunft kein eigenes australisches Büro mehr geben. Die Kundenbetreuung erfolgt stattdessen vom Hauptquartier in Brooklyn aus. Auf dem deutschen Markt möchte Etsy aber auch in Zukunft aktiv bleiben und behält daher sein Büro in Berlin und ein kleines Team vor Ort.

Etsys Entscheidung ist eine von vielen aktuellen Entwicklungen in der Handmade-Szene

Die aktuellen Entwicklungen bei Etsy sind nur einige Beispiele dafür, dass sich die Welt der Handmade-Produkte im Wandel befindet. Beispielsweise musste der große Etsy-Konkurrent DaWanda, der vor allem auf dem deutschen Markt aktiv ist, erst kürzlich zahlreiche Mitarbeiter entlassen. Offensichtlich entspricht unbegrenztes Wachstum nicht mehr dem Zeitgeist, sondern die Unternehmen beginnen, sich zu fokussieren und ihre Ressourcen auf eine Plattform zu konzentrieren. Das gilt schon für den deutschen Bereich und somit erst recht für ein international agierendes Unternehmen wie Etsy. Den Verkäufern will Etsy den Umzug auf die Basis-Plattformen dadurch versüßen, dass dort aktuelle Features, Tools und Technologien angeboten werden, die das internationale Handeln erleichtern. Zudem sind die Händler auf diesen Kanälen nicht an eine Region gebunden, sondern können weltweit Kunden ansprechen.

> Patrick Tarkowski

Patrick Tarkowski ist studierter Germanist und Anglist und arbeitet bereits seit 2008 als Autor für Onlineshops und Unternehmen. Er ist in ganz unterschiedlichen Themengebieten beheimatet, kennt sich aber speziell in den Bereichen E-Commerce, Onlinemarketing, Familie und Erziehung sowie SEO aus. Neben Fachtexten schreibt er eigene E-Books, Theaterstücke und Romane und entwickelt Unterrichtsmaterialien.

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