Einhorn-Schokolade: Gelungenes Marketing im Multichannel

#glittersport - Einhorn-Sonderedition von Ritter Sport
Bildquelle: ritter-sport.de

Erfolgreiches Marketing ist für ein Unternehmen Gold wert. Angesichts der großen Konkurrenz online wie offline ist es aber äußerst schwierig, eine erfolgreiche Kampagne am Markt zu platzieren. Ritter Sport ist es mit seiner Einhorn-Schokolade nun gelungen, sowohl online als auch offline unzählige Fans zu begeistern. Die Kampagne kann als Erfolg einer dezidierten Multichannel-Strategie des Unternehmens verstanden werden.

#glittersport – einfache Maßnahme mit großem Erfolg

Die Kombination von Einhörnern mit Schokolade ist ebenso einfach wie effizient. Innerhalb kürzester Zeit war die Einhorn-Sonderedition von Ritter Sport ausverkauft und das ganze Netz hat darüber berichtet. Begeisterung löst hierbei aber vermutlich nicht in erster Linie die weiße Schokolade, die mit Jogurt und Himbeer-Cassis versehen war, aus. Gekauft wurde das Produkt vermutlich vorrangig wegen des Einhorns mit Glitzer-Regenbogen auf der Verpackung. Wer es geschafft hat, eine Packung zu ergattern, hat diese dann direkt im Netz präsentiert. Die sozialen Netzwerke sind voll mit Bildern und kreativen Darstellungsformen der limitierten Schokolade. Kostenlose Werbung für das Unternehmen Ritter Sport, das sich über den Verkaufserfolg und die Aufmerksamkeit im Netz gleichermaßen freuen dürfte.

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Verhältnisse wie bei Konzerttickets

Der Ansturm auf die Schokolade war unglaublich groß. Es hat nicht einmal 24 Stunden gedauert, bis die gesamte Schokolade ausverkauft war. Zudem war der Ritter Sport Server teilweise komplett überlastet und konnte nicht mehr aufgerufen werden. Das lag nicht zuletzt daran, dass die Sonderedition ausschließlich in den Ritter-Sport-Shops in Berlin und Waldenbruch sowie auf dem Internetauftritt des Unternehmens zu bekommen war. Einen solchen Run kennt das Netz sonst vor allem von Konzerttickets. Diese sind bei bekannten Künstlern oft ebenfalls innerhalb kürzester Zeit vergriffen.

Und noch eine Gemeinsamkeit besteht zwischen der Schokolade und solchen Tickets: Der Schwarzmarkt boomt. Auf eBay wird die Einhorn-Edition bereits zu horrenden Preisen angeboten. Teilweise werden 40 Euro für zwei Tafeln bezahlt. Ritter Sport ist von dieser Entwicklung nicht begeistert, sieht aber keine Möglichkeit, dagegen vorzugehen. Eine Personalisierung der Schokolade, wie dies bei Konzertkarten mittlerweile gehandhabt wird, ist jedenfalls nicht geplant.

Multichannel ist das Zukunftsmodell im Handel

Ritter Sport zeigt allen, wie gelungenes Marketing im Handel des 21. Jahrhunderts funktioniert. Im stationären Handel werden Produkte mit einem Alleinstellungsmerkmal in begrenzter Zahl verkauft und im Netz rollt die Marketingmaschine an. Das Unternehmen profitiert hierbei davon, dass es sein Produkt gar nicht selbst bewerben muss, sondern die Käufer ihre Begeisterung teilen und andere über die Einhorn-Schokolade informieren. Dass Ritter Sport auf seiner Website informiert, dass bei der Herstellung der Schokolade keine Einhörner zu Schaden gekommen sind, ist dabei nur ein Bonus. Zudem spart sich Ritter Sport den Verkauf in verschiedenen Läden vor Ort, sondern kann den eigenen Webshop gezielt für den Vertrieb der Schokolade nutzen. Das ist höchst effizient, was das Multichannel-Marketing angeht. Für den tatsächlichen Verkauf könnte es sich hingegen lohnen, in weiteren Filialen im stationären Handel vertreten zu sein. Die Frage ist immer, ob mit einer solchen Sonderedition Werbung gemacht werden soll oder ob möglichst hohe Verkaufszahlen das Ziel sind.

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1 Kommentar

  1. Sehr geehrter Herr Tarkowski,

    ich glaube anhand des vorgestellten Beispiels kann man ziemlich gut erkennen, wie erfolgreiches Marketing funktioniert. Eine geniale Idee gehabt, umgesetzt und nun profitiert man davon!
    Das tolle daran ist, dass die sozialen Netzwerke die meiste Arbeit machen. Bessere Werbung kann man eigentlich gar nicht machen, wenn alle darüber positiv davon berichten und alle es kaufen wollen. So ergreift man die Aufmerksamkeit der Zielgruppen!
    Im Zeitalter des dauerhaften Informationsschubs, ist es für den Konsumenten sehr schwierig geworden bei der Vielzahl an Angebot sich für was zu entscheiden. Da liegt es in der Verantwortung der Anbieter auf sich aufmerksam zu machen. Der Konsument wird nur auf einen Anbieter aktiv hingehen, wenn er ihn schon kennt und von der Qualität beeindruckt ist.
    Dabei gibt es viele Möglichkeiten auf sich aufmerksam zu machen. Im Grunde genommen ist es ja die Hauptaufgabe des Marketing.
    Beispielsweise sind in meinen Augen Werbeartikel immer noch sehr effektiv. Es kommt aber auch darauf an, welche Artikel man wählt. Kugelschreiber sind wahrscheinlich schon „langweilig“… zum Beispiel habe ich auf dieser Seite: http://www.tintag.de/ gesehen, dass man Energy-, Prosecco- oder Sektdosen bedrucken lassen kann. Das ist mal eine besondere Art von Werbeartikel! Sowas hat der Kunde noch nicht so oft gesehen, damit steigt auch die Wahrscheinlichkeit, dass die werbende Firma beim Kunden länger in der Aufmerksamkeitsspanne bleibt!

    Vielen Dank für den Artikel! Schade, dass diese Edition so schnell ausverkauft war. Ich war einfach zu langsam.

    Grüße!

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