Ebay legt umstrittenes Zahlungssystem auf Eis

Die US-amerikanische Online-Handelsplattform Ebay verschiebt ihr neu angestrebtes Zahlungssystem über 2013 hinaus. Widerstände von Verbraucherseite und von Rechtswegen zwingen den „Silicon-Valley“- Riesen in die Knie.

Seit mehreren Jahren plant die Online-Handelsplattform Ebay eine Umstrukturierung ihres Zahlungssystems, das der Global Player nun, nachdem es schon einmal verschoben worden ist, endgültig aufzugeben scheint, wie der Ebay Deutschland Chef Dirk Weber in der „Wirtschaftswoche“ bekannt gab. Zwar wurde das neue System schon ab Herbst vergangenen Jahres mit knapp einer halben Million Verkäufer-Konten getestet, der Widerstand von Verbraucherseite blieb jedoch zu groß.

Geplant war, dass gekaufte Artikel nicht direkt beim Verkäufer, sondern über die Handelsplattform Ebay bezahlt werden, über die das Geld weitergeleitet werden soll. Zweck dieser Umstrukturierung seien Vorteile für die Verbraucher, weil der Käufer auf diese Weise abgesichert werden würde. Die Verbraucher befürchteten jedoch immense Verzögerungen bei der Auszahlung, zudem bestehe Unklarheit über die regulatorischen Erfordernisse. Auch rechtlicher Widerstand erhob sich gegen das Projekt. Die deutsche Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) forderte offiziell eine Lizenzierung des neuen Systems und auch die luxemburgische Finanzaufsicht CSSF verhielt sich skeptisch gegenüber Ebay´s Vorhaben. Problem sei vor allem die Verzögerungsfrist, weil private Verkäufer ihr Geld nicht binnen eines Tages, wie es rechtlich für Banken geregelt ist, bekommen würden, sondern deutlich länger auf den Geldtransfer warten müssten.

Robert Klatt

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