E-Commerce in Europa (Teil 16) – E-Commerce in Niederlanden

E- Commerce in den Niederlanden – verlockende Angebote und Transparenz halten den Kunden
Ein Vergleich der Jahre 2010 und 2011 zeigt, dass der E-Commerce Markt in den Niederlanden um etwa 10 Prozent gestiegen ist. Die positive Entwicklung birgt jedoch einen kleinen Wermutstropfen, denn bei den einzelnen Bestellungen gaben die Niederländer 2011 durchschnittlich etwas weniger aus als im Vorjahr. Am häufigsten werden Produkte aus dem Segment Urlaub online gekauft. (http://www.e-commerce-magazin.de/ecm/news/onlinehandel-westeuropa-regional-sehr-unterschiedlich-ausgepraegt [29. Oktober 2011]) Daher richten auch immer mehr traditionelle Geschäfte den niederländischen Kunden die Möglichkeit ein, ihre Produkte online zu kaufen. Ein wesentlicher Grund, warum dieser Bereich in den letzten Jahren so gewachsen ist, liegt in der zunehmenden Sicherheit der Zahlungssysteme, so dass die Kunden immer mehr Vertrauen in den Onlinemarkt aufbauen konnten.

Der größte Teil der niederländischen Kunden beschränkt sich jedoch darauf, Waren aus den nationalen Internetshops zu bestellen. Lediglich etwa 14 Prozent bestellen auch aus anderen europäischen Ländern und nur etwa 8 Prozent der Internetkäufe stammen aus einem Nicht- EU Land. Ein Blick auf den europäischen Durchschnitt zeigt jedoch, dass die Zahlen weit darüber liegen. Bei den Unternehmen, die ihre Produkte im In- und Ausland verkaufen sehen die Prozentanteile ähnlich aus. (E-Commerce workshop data pack – European Comission, S. 5f.) In den Niederlanden werden vor allem Bekleidung und Sportzubehör sowie Bücher, Magazine und Veranstaltungstickets im Internet erworben (je zu 31 beziehungsweise 29 Prozent). Mit Abstand folgen dann Filme und Musik beziehungsweise Haushaltsgegenstände und Computersoftware. Onlineangebote zu Nahrungsmitteln und Finanzprodukten werden in den Niederlanden eher weniger genutzt (E-Commerce workshop data pack – European Comission, S.41). Die niederländischen Onlineshopper zahlen am liebsten per elektronischer Überweisung oder mit Scheck- beziehungsweise Girokarte (E-Commerce workshop data pack – European Comission, S. 71). Schätzungen gehen davon aus, dass bis zum Jahre 2020 in den Niederlanden ein Viertel der Käufe online abgewickelt werden. Ausländische Unternehmen, die dieses Potential nutzen möchten, sollten sich jedoch über die rechtlichen Bestimmungen des Landes informieren, bevor sie ihren Onlineshop auch für den niederländischen Markt öffnen. Zudem ist Transparenz für die Kunden sehr wichtig, so dass sie im Internetshop auch etwas bestellen. Alle Kosten müssen deutlich sichtbar gezeigt werden. Es muss angegeben werden, ob die Preise mit oder ohne Mehrwertsteuer ausgezeichnet sind. Die Lieferkosten müssen ebenfalls klar erkennbar sein. Nur wenn ausreichend Informationen zum Unternehmen und der Preiszusammensetzung klar für den Kunden erkennbar sind, wird er auf der Seite bleiben und etwas bestellen.

 

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