E-Commerce in Europa (Teil 10) – E-Commerce in Großbritannien

Stetiges Wachstum auf dem E-Commerce Markt in Großbritannien
Großbritannien zählt wie auch Deutschland und Frankreich zu den festen Größen des E-Commerce in Europa, wobei die Insel den anderen beiden Ländern noch um einiges voraus ist. Statistiken zeigen, dass im Januar 2011 beinahe 90 Prozent der Internetnutzer einen Internetshop besucht haben. Dies ist eine Verbesserung um über 6 Punkte im Vergleich zum Vorjahr. ( [23. Oktober 2012]) Im Jahre 2010 machte der E-Commerce Markt in Großbritannien einen Umsatz von 121 Milliarden Britische Pfund (über 150 Milliarden Euro). Dies sind 8,3 Prozent vom gesamten Bruttoinlandsprodukt des Landes. Bis zum Jahre 2016 wird eine weitere Umsatzsteigerung auf 225 Milliarden Pfund (etwa 280 Milliarden Euro) erwartet. Insgesamt machen britische Konsumenten etwa 13,5 Prozent ihrer Einläufe online. Damit liegt Großbritannien im Vergleich zu anderen Ländern weit vorne. In Deutschland werden zum Beispiel nur 7,1 Prozent der Einkäufe online erledigt, während es in den USA um die 5 Prozent sind. Sogar in Südkorea, in denen die Vorbehalte gegen die virtuelle Welt am wenigsten ausgeprägt sind, machen die Interneteinkäufe nur etwa 6,6 Prozent aus.

Die Anzahl derjenigen, die in den Internetshops recherchieren und dann in lokalen Geschäften einkaufen, liegt noch wesentlich höher, so dass der britische Markt trotz der guten Marktlage weitere Entwicklungsmöglichkeiten für die Zukunft bietet. Aus diesem Grund nutzen auch immer mehr kleine und mittelständische Unternehmen die Möglichkeiten, sich im Internet zu präsentieren und ihre Waren online zugänglich zu machen. Im Wirtschaftsjahr 2011 wuchs die Internetpräsenz dieser Unternehmen um etwa 12 Prozent. Die beliebteste Produktgruppe, die in Großbritannien über das Internet bestellt wird, sind Kleidungsstücke. Dann folgen Reisen und Übernachtungen. Haushaltsgegenstände, Musik, Film und Bücher liegen etwa gleich auf. ( [23. Oktober 2012]). Damit sich Großbritannien und vor allem London als Finanzzentrum weiter in Europa und der Welt etablieren kann, fördert die Regierung diese Entwicklung des E-Commerce durch entsprechende Programme. Besonders den ländlichen Gegenden des Landes wird in der kommenden Zeit Aufmerksamkeit geschenkt. Die Regionen sollen mit besseren Internetverbindungen ausgestattet werden. So soll sichergestellt werden, dass der E-Commerce Markt in Großbritannien in den nächsten Jahren nicht stagniert, sondern weiter wachsen kann, so dass es sich auch für deutsche Unternehmen lohnt, ihre Shops auf dem britischen E-Commerce Markt zu präsentieren. (http://www.ft.com/intl/cms/s/0/ef3e1a04-71b4-11e1-8497-00144feab49a.html [23. Oktober 2012]) Damit dies reibungslos vonstatten gehen kann, sollte man sich zuvor über die dortigen Bestimmungen informieren. So müssen sich Onlinehändler zum Beispiel bei einer Datenschutzbehörde registrieren lassen. Zudem muss der Umgang mit den Kundendaten öffentlich gemacht werden, denn hier sind die britischen Kunden sehr empfindlich. Sollten Verkäufer den britischen Bestimmungen in Bezug auf Kundendaten nicht entsprechen, sind harte Sanktionen die Folge.

 

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