E-Commerce in Europa (Teil 1) – Zahlen, Daten & Fakten

E-Commerce in Europa – Zahlen, Daten & Fakten
E-Commerce, was auf Deutsch so viel wie elektronischer Handel bedeutet, nimmt eine immer größere Bedeutung ein. Immer mehr Käufe werden sowohl im privaten als auch im geschäftlichen Bereich über das Internet getätigt. Schätzungen gehen davon aus, dass im Jahre 2012 ein Umsatz von etwa 820,5 Millionen Dollar weltweit mit Onlinehandel erwirtschaftet wird (http://de.statista.com/statistik/faktenbuch/31/a/branche-industrie-markt/e-commerce-markt/e-commerce-markt/ 25. Oktober 2012). Dabei sind die Möglichkeiten des Internets noch lange nicht ausgereizt, denn bisher hat die Nutzung dieses Mediums ihren Höhepunkt noch nicht erreicht. Vor allem die kommenden Generationen, die mit der heutigen Technik aufwachsen, werden den Markt weiter expandieren lassen. Gerade in dieser Generation werden die heute noch geltenden Vorurteile zum Umgang mit persönlichen Daten oder mit dem elektronischen Zahlungssystem eine geringere Rolle spielen.
Auch wenn im Moment vor allem Versandhäuser und Spezialanbieter von dieser Form des Handels profitieren (Dipl.-Geografin Iris Fischer, Zur Beobachtung der Entwicklung des E-Commerce, www.destatis.de/DE/Publikationen/WirtschaftStatistik/BinnenhandelGastgewTourismus/ECommerce_42003.pdf?__blob=publicationFile 16. Oktober 2012), entwickelt sich der E-Commerce ständig weiter. Für kleinere und mittelständische Unternehmen empfiehlt es sich jedoch, sich auf bestimmte Produktsegmente zu spezialisieren, denn vor allem sogenannte Nischenprodukte werden von den Kunden gerne über das Internet bezogen.
Angesichts des Wachstums verwundert es auch nicht, dass die allgemeine Wirtschaftskrise auf diesem Sektor relativ geringe Auswirkungen zeigt. Der Bereich des E-Commerce ermöglicht es auch kleineren und mittelständischen Unternehmen, durch gezielte Marketingstrategien schnell gefunden zu werden und internationalen Handel zu treiben. Kunden haben so die Möglichkeit, direkt bei Herstellern ihre Waren zu erwerben und müssen nicht mehr auf Zwischenhändler ausweichen, wodurch sich Kosten einsparen lassen. Da E-Commerce zeitlich unabhängig betrieben werden kann, stellen auch Zeitverschiebungen zwischen den einzelnen Ländern der Erde kein Problem mehr dar. Dies erleichtert den weltweiten Handel um ein Vielfaches. Ein weiterer Pluspunkt ist die unkomplizierte Möglichkeit des Preisvergleichs per Mausklick, so dass jeder genau das passende Produkt zu den entsprechenden Konditionen zu erwerben.

E-Commerce in Europa
Sowohl weltweit als auch in Europa steigen die Zahlen der Onlineverkäufe stetig an. Dies betrifft sowohl den B2B (Business to Business) Bereich, in dem zwei Unternehmen miteinander handeln als auch den B2C (Business to Customer) Bereich, der den Handel zwischen einem Unternehmer und dem Endkunden einschließt. Der größte Anteil am Umsatz in Europa mit 21.654,42 Millionen Euro wurde im Jahre 2010 durch den Großhandel erwirtschaftet. An zweiter Stelle folgen mit deutlichem Abstand 13.826,72 Millionen Euro Bekleidung und Accessoires. Computer und Elektronik ist mit umgesetzten 8.901,09 Millionen Euro ebenfalls eine wichtige Branche. Dann folgt Bürobedarf, Haushaltswaren, Bücher, Musik und Video mit Umsätzen zwischen etwa 2.000 und 3.000 Millionen Euro. Mit 1.403 Millionen Euro waren Essen und Medikamente vertreten. (http://de.statista.com/statistik/daten/studie/183502/umfrage/ausgewaehlte-produktsegmente-nach-online-umsatz/ [20. Oktober 2012])

Trotz der angespannten Wirtschaft in Europa wächst der Umsatz im Bereich E-Commerce weiter. Im Jahre 2010 konnte ein Umsatzplus von 19,4 Prozent zum Vorjahr erwirtschaftete werden. Auch im Jahre 2011 nahm dieses Wachstum weiter zu und die Prognosen für das Jahr 2012 sagen eine weitere Steigerung voraus. Damit nimmt der Internethandel einen wichtigen Bereich in der europäischen Wirtschaft ein. Mit 52,1 Milliarden Euro war Großbritannien 2010 Spitzenreiter bei Onlineumsätzen. Deutschland konnte 39,2 Milliarden umsetzen und lag damit vor Frankreich mit 31,2 Milliarden Euro auf dem zweiten Platz. Diese drei Länder haben einen Anteil von etwa 70 Prozent des gesamten Onlinemarktes in der Europäischen Union. ( 20. Oktober 2012).
Die Entwicklung in Europa zeigt, dass die Umsätze im privaten Bereich (Business to Consumer) bisher vor allem im jeweiligen Land erzielt werden. Dies hängt vor allem den Bedenken der Kunden bezüglich des Transports, der Garantieleistungen und der Zahlung der einzelnen europäischen Länder zusammen. Da die Rechte und Pflichten der einzelnen Länder in Europa sich mehr und mehr angleichen, entwickelt sich auch langsam der Handel zwischen den einzelnen Nationen. Auf dem Bereich des europaweiten Handels ist noch jede Menge Entwicklungsspielraum, so dass sich der E-
Commerce-Markt auf diesem Gebiet auch in Zukunft entwickeln kann.
Insgesamt zeigt sich, dass in Europa nur 57 Prozent der Käufe über das Internet getätigt werden. In den USA sind es 66 Prozent. Zudem bieten erst 14 Prozent der Europäischen Firmen ihre Produkte über das Internet an. Die Zahl der Transaktionen, die über die einzelnen Landesgrenzen hinaus liegt sowohl beim Ein- als auch beim Verkauf unter 10 Prozent, so dass es hier für Unternehmen eine Menge Spielraum gibt. ( 21. Oktober 2012)
Wenn sich ein Unternehmen dazu entscheidet, seinen Onlineshop auch für andere Länder zu öffnen, ist damit in der Regel eine Menge Arbeit verbunden. Es reicht nicht aus die Sprache des Internetshops zu ändern. Man muss sich auch mit den rechtlichen Bestimmungen sowie mit den kulturellen Gegebenheiten der einzelnen Länder auskennen. Diese können in der Europäischen Union erheblich voneinander abweichen. Gerade im Bereich Marketing ist eine Menge Recherche nötig, um das Potential eines Internetgeschäfts wirklich nutzen zu können. Ein beliebtes Beispiel ist der Schlussverkauf, mit dem Unternehmen eine Menge neuer Kunden werben können. Dieser findet jedoch nicht in jedem Land zur selben Zeit statt, so dass die Kampagnen für jedes einzelne Land gezielt geplant werden müssen.
Immer wieder gerät der Onlinehandel ins Visier der Verbraucherschützer. Am häufigsten wird dabei der Umgang mit den persönlichen Daten der Käufer kritisiert. Auch die Beschwerden über die Warenlieferungen häufen sich. Dies hat in vielen Fällen mit den unterschiedlichen nationalen Regelungen zu tun, die den europa- beziehungsweise weltweiten Handel im Moment noch sehr erschweren. Auf diesen Gebieten gibt es noch eine Menge Handlungsbedarf, so dass der E-Commerce Markt im Ganzen optimiert werden kann. Bis zum Ende des Jahres 2013 sollen diverse Richtlinien geschaffen werden, die europaweit gelten. Diese werden vor allem das Widerrufsrecht und die Kosten bei der Warenrückgabe betreffen. Daher werden noch weitere europaweit geltende Richtlinien geschaffen werden müssen, damit der wachsende E-Commerce Markt in Zukunft reibungsloser funktionieren kann.

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