Berufswunsch: E-Commerce Experte – Ausbildung zum Online-Händler ab 2018

E-Commerce als Bachelor und Master Studiengang

Die rasant wachsende Bedeutung im E-Commerce macht eine immer größere Zahl an Fachkräften nötig. Deswegen werden an diversen Hochschulen bereits Studiengänge mit Schwerpunkt E-Commerce angeboten. Hier werden betriebswirtschaftliche Themen ebenso behandelt wie IT- und Marketing-Kenntnisse vermittelt. Für 2018 ist nun eine eigene Ausbildung zum Online-Händler geplant. Was diese vermitteln kann und ob sie wirklich die gewünschten Vorteile bringt, darüber scheiden sich aber die Geister.

E-Commerce studieren

Verschiedene Universitäten in Deutschland bieten einen Bachelor-Studiengang „E-Commerce“ an, wobei der Name des Studiengangs variiert. Einen Master-Abschluss in diesem Bereich können Studierende in Deutschland aktuell aber nur an der FH Wedel in Schleswig-Holstein erwerben. Ein wesentliches Merkmal dieser Studiengänge ist die frühe, individuelle Ausdifferenzierung. Einige Studenten legen einen Fokus auf den IT-Bereich, andere konzentrieren sich auf die betriebswirtschaftlichen Aspekte des E-Commerce. Während die ersten eigene Programme entwickeln und einen Onlineshop von Grund auf selbst bauen können, kennen sich die anderen zum Beispiel mit dem Rechnungswesen sehr gut aus und können ihre Produkte und Dienstleistungen besonders gut am Markt positionieren.

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Ebenfalls typisch für einen E-Commerce Studiengang ist die starke Verschmelzung von Theorie und Praxis. So veranstalten viele Hochschulen Workshops wie „Smart Data“ und die FH Wedel kooperiert beispielsweise mit der Otto Group. Schon früh werden die Studenten dazu angehalten, Netzwerke zu bilden und ihr erlerntes Wissen anzuwenden. Hier spielen vor allem die Themen SEO, mobiles Internet und Multi-Channel eine Rolle. Nicht zuletzt werden bei den verschiedenen Veranstaltungen aktuelle Entwicklungen und Trends eingeflochten, um eine möglichst große Praxisnähe zu erzeugen.

Die neue Ausbildung zum Online-Händler

Während es für den Einzelhandel mit dem „Einzelhandelskaufmann“ bereits eine seit Langem etablierte Ausbildung gibt, fehlt eine Ausbildung zum „Onlinehändler“ oder „E-Commerce Experten“ aktuell noch völlig. Das soll ab 2018 anders werden. Zwar stehen noch einige Verfahrensschriften aus, doch aller Wahrscheinlichkeit nach startet in diesem Jahr die erste Ausbildung zum „E-Commerce-Kaufmann“. Die Idee bei dieser vom Handelsverband Deutschland entwickelten Ausbildung besteht einerseits darin, den Beruf des Online-Händlers zu etablieren und gleichzeitig Spezialisierungen innerhalb des Berufs „Einzelhandelskaufmann“ zu ermöglichen. Viele betrachten diese Entwicklungen positiv. Sie halten es für gut, dass der wachsenden Bedeutung des E-Commerce mit einer eigenen Ausbildung Rechnung getragen wird. Andere halten eine solche Ausdifferenzierung für unnötig. Sie hätten lieber weitere Lehrangebote innerhalb der bereits existierenden Ausbildungsgänge.

Die Entwicklung geht zu schleppend voran

Insgesamt lässt sich feststellen, dass die Entwicklung im Bereich der E-Commerce Ausbildung zu schleppend vorangeht. Die große Vielfalt und die schnellen Veränderungen innerhalb der Branche spiegeln sich bei den Ausbildungen nicht wieder. Das zeigt sich zum Beispiel daran, dass zwischen der Idee einer eigenen E-Commerce Ausbildung und deren Realisierung Jahre vergehen. Das ist vor allem im Bereich der IT und der SEO fatal. Basiskenntnisse zum Programmieren und dem Einsatz von Software können in diesem Rahmen natürlich vermittelt werden. Wie diese auf die aktuellen Gegebenheiten beim Führen eines Onlineshops anzupassen sind, lässt sich hingegen bereits weniger gut vermitteln. Ob der neue Ausbildungslehrgang erfolgreich sein wird, wird maßgeblich davon abhängen, ob er diesen Spagat zwischen allgemeingültigen Kenntnissen und Fertigkeiten und aktuellen Entwicklungen in der Branche hinbekommt.

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