Digitalisierung und Arbeitspsychologie – so begeistern Unternehmen ihre Mitarbeiter für die digitale Transformation

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Die Angst der Arbeitnehmer von Maschinen ersetzt zu werden

Viele Angestellte stehen der Digitalisierung zunächst skeptisch gegenüber. Sie fürchten, durch neue Technologien überfordert oder ersetzt zu werden. In der Zeitschrift „Psychologie heute“ informiert Prof. Günter Maier die Leser darüber, mit welchen arbeitspsychologischen Strategien Unternehmen ihre Angestellten von neuen Technologien und dem digitalen Wandel überhaupt begeistern können. Der Abbau von Berührungsängsten spielt hierbei eine entscheidende Rolle.

Ängste abbauen, Neugier wecken

Der Mensch braucht Routine und Verlässlichkeit. Sich jeden Tag vollkommen neu orientieren zu müssen, ist aufregend, aber ineffizient und anstrengend. Das gilt nicht zuletzt für die Arbeitswelt. Aus diesem Grund tun sich viele Mitarbeiter von Unternehmen mit der Digitalisierung schwer. Diese ist nämlich mit vielen neuen Technologien und Arbeitsweisen verbunden, die Altbewährtes ersetzen und eine neue Herangehensweise an den eigenen Beruf nötig machen. Viele Menschen fürchten, dass ihre Arbeit durch die neuen Maschinen so kompliziert wird, dass sie sie nicht mehr meistern können, oder schlimmer noch, dass sie durch eine Maschine ersetzt werden.

Solche Ängste müssen von den Unternehmen unbedingt ernstgenommen werden. Die beste Technik hilft nichts, wenn die Mitarbeiter Angst haben, sie zu nutzen. Deswegen sollten Entscheider die natürliche Neugier des Menschen für sich nutzbar machen. Denn natürlich ist es spannend, sich mit neuen Technologien auseinanderzusetzen, sich diese spielerisch anzueignen und damit umzugehen. Hierfür ist es aber wichtig, die Haltung der Mitarbeiter gegenüber neuen Methoden zu verändern. Sie müssen die Digitalisierung und alle mit ihr Verbundenen Veränderungen als Chance für mehr Zufriedenheit am Arbeitsplatz verstehen und dürfen diese nicht als Bedrohung empfinden.

So steigert die Arbeitspsychologie das Ansehen der Digitalisierung

Bei der Digitalisierung spielt die Arbeitspsychologie eine entscheidende Rolle. Es ist nun einmal so, dass die digitale Transformation nur gelingen kann, wenn alle Mitarbeiter eines Unternehmens dafür gewonnen werden. Sie kann nicht einfach von der Führungsspitze angeordnet, sondern muss von allen Unternehmensbereichen gelebt werden. Deswegen ist es wichtig, die Angestellten bei der digitalen Transformation nicht einfach vor vollendete Tatsachen zu stellen. „Hier hast du eine neue Technologie, arbeite damit“ ist eine sehr ungünstige Strategie, um die Digitalisierung zum Erfolg zu führen. Stattdessen ist es wichtig, sich frühzeitig mit dem Betriebsrat oder den einzelnen Mitarbeitern zusammenzusetzen und deren Wünsche und Anregungen in Bezug auf die digitale Transformation zu berücksichtigen.

Zudem müssen Berührungsängste, die eventuell gegenüber neuen Technologien bestehen, abgebaut werden. Das kann zum Beispiel dadurch geschehen, dass Mitarbeiter diese Technologien zunächst einmal ausprobieren und Feedback geben können, bevor sie für ein Unternehmen angeschafft und dort eingesetzt werden. Außerdem sind Schulungen und Fortbildungen extrem wichtig. Zum einen lernen die Mitarbeiter hier wichtige Informationen zum Umgang mit der neuen Technologie, zum anderen kommen sie mit dieser in Kontakt und bauen Vorurteile und Ängste ab. Immerhin sprechen solche Fort- und Weiterbildungen bewusst die Neugier der Menschen an und begeistern sie für das jeweilige Thema.

Den richtigen Ansatz bei der Digitalisierung wählen

Damit die Digitalisierung von den Angestellten eines Unternehmens nicht als Bedrohung empfunden wird, darf sie keine sein. Es ist wichtig, dass bei der digitalen Transformation eine menschengerechte, individuelle Arbeitsweise einen ebenso hohen Stellenwert hat wie die Kostenoptimierung. Natürlich geht es bei digitalen Techniken darum, effizienter zu arbeiten und leistungsstärker zu werden. Das funktioniert aber durchaus, ohne dass zahlreiche Mitarbeiter entlassen und ersetzt werden. Wenn die Technik den Menschen dient und nicht umgekehrt, sorgt sie für eine größtmögliche Effizienz und stellt sicher, dass die Angestellten zuverlässig und gerne arbeiten.

Die Digitalisierung kann – und das wird auch in Zukunft der Fall sein – nur bestimmte Arbeitsprozesse digitalisieren. Für andere wird die kreative und individuelle Arbeit des Menschen benötigt. Es ist daher für Unternehmen von Interesse, die Begeisterung ihrer Angestellten für die digitale Transformation zu wecken und nicht für ein Klima der Angst zu sorgen. Digitale Techniken sollten so gewählt werden, dass sie den Bedürfnissen der Menschen gerecht werden und ihnen ihre Arbeit erleichtern. Dann stellt sich der Betrieb bestmöglich für die Zukunft auf.

Digitalisierung und Arbeitspsychologie – so begeistern Unternehmen ihre Mitarbeiter für die digitale Transformation
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> Patrick Tarkowski

Patrick Tarkowski ist studierter Germanist und Anglist und arbeitet bereits seit 2008 als Autor für Onlineshops und Unternehmen. Er ist in ganz unterschiedlichen Themengebieten beheimatet, kennt sich aber speziell in den Bereichen E-Commerce, Onlinemarketing, Familie und Erziehung sowie SEO aus. Neben Fachtexten schreibt er eigene E-Books, Theaterstücke und Romane und entwickelt Unterrichtsmaterialien.

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