Der Herzen-Hype: herzlich willkommen oder herzlichen Dank

Herzen bei Twitter
Mocho / Pixabay

Überall wo man hinsieht: Herzen. Nein, das liegt nicht nur daran, dass bald Weihnachten ist. In letzter Zeit sieht man aber überall Herzen, besonders in Marketing-Kampagnen. Jeder liebt Sie oder irgendwas. Droht eine Übersättigung der Herzen oder ist das Herz aber auch einfach so toll, dass es einen immer wieder aufs Neue einfängt und berührt. Gehen wir der Sache doch einmal auf den Grund.

Die Königin der Herzen im Marketing ist das Herz selbst

In letzter Zeit gab es besonders in den Themen bezogenen Kanälen des E-Commerce Bereichs in den USA recht viele Diskussionen darüber, dass Twitter sein „gefällt mir“ Symbol, das als „Favorit“ mit einem Stern hinterlegt hatte, auf ein kleines „explodierendes“ Herz umgestellt hat und es nun auch als „like“ bezeichnet. Das sieht nach einer Mischung der Zeichen und Wörter von Instagram und Facebook aus. Was möchte man auch sonst für ein Symbol wählen? Der Daumen bei Facebook ist relativ klar und ein Herz spricht für sich selbst. Der zentrale Punkt unseres Körpers, der unser Blut zirkulieren lässt, es pulsiert: DAS Symbol der Liebe. Manch einer sagt, das Stern als Symbol bei Twitter galt immerhin als Alleinstellungsmerkmal, zumal man auch bei anderen Bewertungen Sterne einsetzt, besonders bei Hotels und Restaurants. Innerhalb der Herz-Erörterungen wurde maßgeblich darauf eingegangen, dass es irgendwann abgedroschen sei, wenn nun alle damit anfingen, ihre Marketing-Strategie und ihre Werbeinhalte auf Herzen aufzubauen, beziehungsweise auf Slogans, wo jeder jeden oder irgendetwas liebt.

Symbole, Slogans und was die Sinne berührt

Was sind Symbole und Zeichen eigentlich und wozu sind sie gut? Zumeist sind es einfach bildhafte Darstellungen einer Botschaft, die uns möglichst schnell erfassen lassen sollen, was in Sätzen zu lange dauern würde. Ein gutes Beispiel hierfür sind Verkehrszeichen. Diese erfüllen einen einfachen Zweck, ohne einen Mehrwert, ohne Gefühle auszudrücken. Andere Symbole sind einfach nur informativ oder praktisch gedacht. Wenn ich einen Autoreifen sehe, dann könnte sich dahinter eine Werkstatt verbergen. Das ist in der Werbung oft anders. Hinter dem gewählten Symbol oder einer Graphik steht eine Nachricht. Alles in ihr hat eine Bedeutung und das Ziel Emotionen auszulösen, uns sogar manchmal eine kleine Herausforderung zu schenken. Wer erinnert sich nicht an die „I  New York“ Shirts? Bald gab es das mit allen Städten. Unser Gehirn assoziiert gerne und mag es, kleine Sinneinheiten zu entdecken

Ein Slogan oder ein paar Wörter unterstreichen das Ganze noch. Angefangen bei McDonalds „Ich liebe es“, gestartet 2003 weltweit, sowie die Coca Cola light Initiative „Hör auf dein Herz“, über den Claim von Edeka, der seit geraumer Zeit mit „Wir lieben Lebensmittel“ deutschlandweit wirbt, bis hin zu lokalen, aktuellen Plakaten und Videos, wie die der Berliner Verkehrsbetriebe mit dem Herzen als Symbol für „Weil wir dich lieben“. Diese Symbolik ist fester Bestandteil von Werbekampagnen geworden. Das alles neben Organisationen, wie ein Herz für Kinder, ein Herz für Tiere oder Dating-Portalen, wie Lovoo mit einem bunten Herzen, und Tinder, deren I-Punkt eine Flamme darstellt, die an ein Herz erinnert. Bei diesen letzteren Beispielen ist das Herz natürlich berechtigt, es geht ja schließlich um Liebe. Doch den Kritikern des Herzen-Hypes sei gesagt, dass es einfach erfolgreich ist. „Never change a running system“ heißt es so schön im englischen Sprachraum. In diesem Fall könnte man sagen: „Never change a running symbol“.

Also, falls Sie sich Gedanken über die Symbole machen, die Sie in nächster Zeit auf Ihren Seiten für Ihr Unternehmen sprechen lassen wollen, zögern Sie nicht, beim Fest der Liebe Herzen zu verwenden. Ansonsten funktionieren an Weihnachten, und auch sonst, Sterne wunderbar. Was auch immer Sie tun, behalten Sie im Hinterkopf, der Mensch LIEBT Symbole.

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