Das Online-Weihnachtsgeschäft im Jahr 2015

e-commerce Weihnachten 2016

2015 – Böse Weihnachtsüberraschung für den Einzelhandel?

Das vergangene Weihnachtsgeschäft war für den Einzelhandel mehr als eine frohe Bescherung. Allein der Umsatz für Spielwaren lag 2014 bei 1,74 Milliarden Euro. Die Konsumenten hatten durchschnittlich je 285 Euro für Geschenke eingeplant. In den letzten zwei Monaten im Jahr werden prozentual die meisten Umsätze generiert. Branchen wie Spielwaren- oder Buchhandel erwirtschaften ein Viertel ihres Jahresumsatzes in der Weihnachtszeit.

Aber wird es auch in diesem Jahr für den Handel Grund zum Freuen geben?

Der Einzelhandel wird auch 2015 nicht klagen können. Die Verbraucher verschieben das Sparen und sind auf Shopping programmiert. Es wird sogar mit einem Plus in diesem Jahr gerechnet. Analysten schätzen, dass das Jahr mit einem Umsatz von ca. 583 Milliarden Euro zu Ende geht.

Macht der stationäre Handel das bessere Geschäft?

Der Countdown zum Weihnachtsgeschäft hat begonnen. In den Fachgeschäften, Kaufhäusern und Supermärkten wird bereits mit Weihnachtsangeboten und Werbeaktionen gelockt. Bald werden die Verbraucher noch mit glänzender und leuchtender Dekoration, weihnachtlicher Musik und süßen Düften „verführt“. Der Einzelhandel investiert viel Energie und Geld in Werbung. Waren es früher hauptsächlich Anzeigen in Zeitungen, Werbeplakate, Fernseh- und Radiowerbung so wird sich in den letzten Jahren immer moderner präsentiert. Man geht mit der Zeit. Nicht nur die Shoppingmalls, sondern auch kleine Geschäfte setzen immer mehr auf PC und mobile Endgeräte um für ihre Shops zu werben. 2014 wurden bereits ca. 45 % der Werbeausgaben in die Online-Werbung investiert. Konsumenten schätzen z.B. die lukrativen Gewinnspiele und Deal-Tage, an denen ein bestimmter Artikel sehr günstig angeboten wird. Hauptsächlich fließt das Geld noch in Search Engine Marketing (SEM), Display Advertising und in E-Magazine. Apps, sogenannte Beacons sollen dem Einzelhandel nun zu mehr Kundschaft verhelfen. Dabei wird Werbung aus lokalen Geschäften auf die Smartphones in der Umgebung geschickt. Für 2015 hofft man auf eine messbare Besuchererhöhung und mehr Umsatz.

Der Handel im Internet startet fast zeitgleich mit den Einzelhändlern. Auch hier mit zahllosen Weihnachtsaktionen und –angeboten. Die Top 50 Onlinehändler wie Amazon, Otto, Apple u.a. machen dabei nur einen kleinen Teil der Händler im Internet aus. Die Deutschen kaufen mittlerweile so häufig im Internet ein, wie in kaum einem anderen Land. Es wird geschätzt, dass 2015 jeder Einkäufer bis zu 19-mal im Jahr einkauft haben wird. In 2014 wurde ein Sechstel mehr als im Vorjahr beobachtet. Bis 2018 werden 47 Millionen Menschen in Deutschland online einkaufen. Jeder zweite nutzt das bequeme Shopping und das Vertrauen ist weiter gestiegen. Ein Viertel des Jahresvolumens wird im Online Handel zwischen November und Dezember umgesetzt. Dies bestätigt auch E-Commerce und der Versandhandel Deutschland (bevh).

Der stationäre Handel wird sich im Weihnachtsgeschäft wieder über steigende Umsätze freuen dürfen aber insgesamt sinken die Einnahmen.

Ganz anders in der Online-Branche. Selbst Analysten sind überrascht und haben nicht mit einem derartigen Wachstum gerechnet. Der E-Commerce-Umsatz wird fast 53 Milliarden Euro Gesamtumsatz zum Jahresende betragen. Die Zeichen stehen sehr gut für ein neues Rekordjahr im Online Handel. Und die Tendenz ist weiter steigend.

Streukampagnen oder Guerillamarketing?

Werbung ist wichtig, da sind sich wohl Offline- und Online-Handel einig. Das zeigt sich auch an den Beispielen der derzeit gehypten Fitnesstracker, dem Balance Board oder auch den LED-Echtwachskerzen. Bis zu einigen Millionen online Auftritten und eng getaktete Werbung im offline Marketing. Interessenten haben da die große Auswahl aber viele Händler gehen leer aus, weil die Konsumenten bei der Konkurrenz kaufen. Manch einer glaubt, dass es wahrscheinlicher ist im Casino zu gewinnen.

Offline Werbung spricht alle Sinne an. In der Online Werbung können nur zwei der Sinne befriedigt werden. Daran lässt sich nichts ändern und doch hat die Werbung im Netz mehr Möglichkeiten als man allgemein annimmt.

Im Weihnachtsgeschäft haben sich spezielle Kampagnentage etabliert. Der schwarze Freitag (Black Friday) oder der Cyber Monday im November locken hunderttausende an die Smartphones und PC’s. Der Grund sind einmalige Rabatte und Sonderangebote.

Weitere Beispiele für effektive Mittel und Methoden in der Online Werbung:

  • Call-to-action
  • Crossmedia
  • Guerillamarketing
  • Virales Marketing
  • Online-Targeting

Häufig fehlt es an call-to-action – die Handlungsaufforderung, die Konsumenten zur aktiven Beteiligung anregt. Denn so kann ein gewinnender Text, verknüpft mit einer Handlung zu einem positiven Erlebnis für die potentiellen Kunden führen.

Ein anderes effektives Mittel der Werbung auf dem ECB ist Crossmedia. Hier wird die Werbebotschaft über mindestens drei Medien übermittelt. Der parallele Vertrieb von Produkten über verschiedene Kanäle erreicht so unterschiedliche Endverbraucher.

Werbung als Guerillamarketing verpackt, erzielt eine große Wirkung mit geringem finanziellem Aufwand. Im Gegensatz zu klassischen Streukampagnen punktet das Guerillamarketing mit seiner auffallenden Werbung und hat deutlich mehr Akzeptanz bei den Menschen. Die Werbung überrascht, verblüfft und unterhält. Diese Art der Werbung verbreitet sich auch rasant in den sozialen Netzwerken.

Noch schneller verbreitet sich virales Marketing. Dahinter wird Werbung verstanden, die praktisch von Mund-zu-Mund weiter erzählt wird. Hier empfiehlt ein „Freund“ etwas, dass ihm gefallen hat. Das können ein lustiges Video, ein Bild aber auch originelle Texte sein.

Die Chance von Online-Shops ist es, preiswert und zielgenau Werbung zu platzieren: Online-Targeting. Anders als beim Offline-Marketing, bei dem der gesamte Shop beworben wird, kann hier einzeln für jedes Produkt geworben werden. Der Vorteil liegt klar auf der Hand. Das Produkt steht im Mittelpunkt und geht nicht mehr in einer Fülle aus Produkten unter.

Die Marktsegmentierung

Wie im genannten Beispiel mit den derzeit gehypten Produkten, ist es vor allem für den Internethandel nicht immer leicht, die passende Zielgruppe anzusprechen. 63 % der Deutschen sind täglich im Internet unterwegs. Ein riesiger Markt an Menschen, den es zu segmentieren gilt, denn Idealer Weise erreicht Werbung 100 % der passenden Gruppe, also diejenigen im Netz, die sich für das Produkt auch wirklich interessieren.

Zielgerichtete Werbung mit Forenlinks?

Wird zum Beispiel ein Link in Foren passgenau gesetzt, kann dies erreicht werden – zum Beispiel in Humor-, Auto-, Spiele- oder auch Foren für Spielereien (Gadgets). Lässt sich mit Forenlinks das Weihnachtsgeschäft 2015 anheizen?

Vorzüge für Onlinehändler:

  • Die passende Zielgruppe sieht den Link und besucht vermehrt die Webseite.
  • Die Verbraucher erhoffen sich einen Mehrwert und sich eher bereit zu kaufen.
  • Das Shop Image wird gesteigert und bekannt gemacht.
  • Mehreinnahmen können dadurch generiert werden

Aber…es hört sich leichter an als es umgesetzt werden kann.

Foren gibt es wie Sand am Meer und undifferenziert gesetzte Forenlinks sprechen zu viele oder die falsche Zielgruppe an. Das ist wie blind Dartpfeile zu schießen. Es braucht mehr als Glück um dabei das passende Zielgruppensegment zu treffen. Wesentlich häufiger wird ein negativer Eindruck hinterlassen und der schadet dem Image erheblich.

Echte Themenbeiträge, konstruktive Antworten und ehrlich gemeinte Hilfe sind auch in zielgenauen Foren ein absolutes Muss. Der Link soll zum Erfolg führen und so sollte er:

  • Die Wahrnehmung beeinflussen
  • Emotionen freisetzen
  • Verhalten auslösen
  • Überzeugung zur richtigen Entscheidung festigen

Allerdings ist dies nicht mit wenig Zeitaufwand zu bewältigen.

Günstig, doch nicht billig – Qualität gibt es nicht umsonst. Bei Forenlinks für 4 € passiert im besten Fall nichts. Im schlechtesten Fall reiht sich der Shop in die Liste der No-Go-Shops ein. Also all jenen, deren Image durch billige Forenlinks gelitten hat, weil weder die Beiträge gut noch das Forum angemessen waren.

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