Bundeskartellamt untersucht Online-Vergleichsportale

Sie stellen mittlerweile einer der wichtigsten Recherchequellen für Kunden im E-Commerce dar: online Vergleichsportale. Aber wie objektiv sind die Angaben solcher Portale? Das Bundeskartellamt will es jetzt genau wissen und unterzieht die gesamte Branche einer genauen Prüfung. Hierbei ist das Kartellamt nicht die erste Instanz, die Zweifel an der Objektivität solcher Portale hegt.

Immer mehr Kunden recherchieren auf online Vergleichsportalen

„Da check ich alles“ ist nur einer der Ansprüche, den online Vergleichsportale an sich und ihre Nutzer stellen. Und tatsächlich haben solche umfassenden (teils schon lästigen) Marketingkampagnen dazu geführt, dass sich einige solcher Portale am Markt etablieren konnten und von einer stetig wachsenden Zahl an Interessierten genutzt werden. Kunden haben ein Interesse daran, Preise und Angebote zu vergleichen und das beste Produkt beziehungsweise die beste Dienstleistung für sich zu finden. Die Vertrauenswürdigkeit solcher online Portale wird aber seit jeher von unterschiedlicher Seite in Zweifel gezogen. Werden etwa die Angebote bestimmter Unternehmen bevorzugt angezeigt und gelobt, wenn diese den Portalen finanzielle Zuwendungen zukommen lassen? Dieser Frage geht jetzt sogar das Bundeskartellamt nach.

Das Bundeskartellamt leitet eine umfassende Prüfung ein

Übereinstimmenden Berichten unabhängiger Medien zufolge hat das Bundeskartellamt eine behördliche Untersuchung der verschiedenen online Vergleichsportale in die Wege geleitet. Hierbei sollen die Zuverlässigkeit, die Objektivität und die Transparenz der einzelnen Anbieter in den Fokus gerückt werden. Das Amt betont hierbei ausdrücklich, dass nicht einzelne Anbieter geprüft werden, sondern dass die gesamte Branche genau untersucht werden soll. Ein Begriff, der in diesem Zusammenhang oft fällt, ist die „umfassende Sachverhaltsaufklärung“. Auf deutsch heißt das, dass die Verhaltensweisen der einzelnen Portale untersucht und umfassend analysiert werden, um ein eventuelles Fehlverhalten feststellen und nachweisen zu können. Das Ziel ist es, eine Umgebung im Netz zu schaffen, in denen Kunden Zugriff auf objektive und zuverlässige Informationen erhalten können, die ihnen bei einer Kaufentscheidung helfen.

Schon andere Instanzen haben online Vergleichsportale ins Visier genommen

Das Bundeskartellamt ist nicht die erste Behörde, der Zweifel an der Objektivität und Zuverlässigkeit von online Vergleichsportalen kommen. Auch die Verbraucherschützer und der Bundesgerichtshof haben sich bereits mit dem Thema auseinandergesetzt. Letzterer hat sogar klar Stellung bezogen und von den Portalen mehr Transparenz in Bezug auf ihr Unternehmenskonzept und ihre Arbeitsweise gefordert. Die Untersuchung des Bundeskartellamts stellt aber eine deutliche Verschärfung der Situation dar. Immerhin hat das Amt deutlich größere Befugnisse als zum Beispiel Verbraucherschützer und kann somit intensivere und härtere Untersuchungen durchführen. Am Ende dieses Weges wird ein Ergebnis stehen, das den Kunden im E-Commerce deutlich zeigen wird, wie sehr sie sich auf die Angaben von Vergleichsportalen verlassen könnten. Sollte es bisher zu Fehlverhalten gekommen sein, profitieren aber auch die Onlinehändler von dieser Untersuchung. Immerhin werden ihre Angebote dann in Zukunft gleichberechtigt neben denen anderer Anbieter und auch großer Unternehmen angezeigt, ohne dass sie eine Manipulation durch große Konkurrenten befürchten müssen.

> Patrick Tarkowski

Patrick Tarkowski ist studierter Germanist und Anglist und arbeitet bereits seit 2008 als Autor für Onlineshops und Unternehmen. Er ist in ganz unterschiedlichen Themengebieten beheimatet, kennt sich aber speziell in den Bereichen E-Commerce, Onlinemarketing, Familie und Erziehung sowie SEO aus. Neben Fachtexten schreibt er eigene E-Books, Theaterstücke und Romane und entwickelt Unterrichtsmaterialien.

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