Buch Rezension – Internetworking von Christoph Meinel & Harald Sack

Vielleicht mag sich der eine oder andere Internetnutzer noch an die Zeiten Mitte bis Ende der 1990er erinnern. Diejenigen, die sich mit dem Internet befassten, weil sie das Potenzial dieses neuen Mediums erkannten, oder gar versuchten, dort Geld zu verdienen, wurden teilweise als Freaks oder Nerds abgetan. Viele Menschen konnten damals schlicht nichts mit dem WWW anfangen. Vergleichen Sie das nun mit dem heutigen Stand der Dinge, lässt sich wohl nachträglich feststellen, dass das World Wide Web eine der größten Errungenschaften war und ist, welche die Menschheit je geschaffen hat. Kein anderes Medium verfügt heute über so viel Macht wie das Internet. Je nach Altersgruppe sind bis zu 97 Prozent der einzelnen Altersgruppen tagtäglich online und das Internet schafft wirtschaftlich soviele Millionäre, wie kein anderes Medium je zuvor. Selbst politische Umwälzungen und Revolutionen hat es zwischenzeitlich schon ausgelöst. Wie Sie sehen, sind die Gründe für die Internetnutzung sehr unterschiedlich. Doch eins haben sie alle gemeinsam: um das Internet richtig erschließen zu können, ist es essenziell, die Grundlagen des WWW zu verstehen. Christoph Meinel und Harald Sack haben sich der Aufgabe gestellt und versuchen, den Aufbau und die Wirkungsweisen des Internets in der Buchtreihe „Internetworking – technische Grundlagen und Anwendungen“ zu definieren und aufzuarbeiten.

Der Schreibstil: wird das Buch auch Laien gerecht?
Wie schon mit dem Erstlingsband, erschienen 2003, versuchen die beiden Autoren, die Grundlagen und Basics des Internets klar zu erörtern und zu definieren. Was sich zunächst sehr hochtechnisch und kompliziert anhört, mag den einen oder anderen generell am Internet interessierten Leser vielleicht zurückschrecken. Doch das Buch schafft die Grätsche zwischen einer wissenschaftlichen Ausarbeitung für Studenten und Fachanwendern sowie dem Erklärungswerk für den durchschnittlichen Internet-User in einer überraschend guten Art und Weise. Selbstverständlich ist das Buch voll von Fachbegriffen und technischen Kürzeln. Doch wenn Sie sich bereits mit dem Internet auseinandergesetzt haben, wissen Sie ja bereits, dass das WWW schon fast seine eigene Sprache entwickelt hat im Lauf der Jahre. Und wenn Sie das Internet einigermaßen regelmäßig nutzen, dürfte Ihnen das verwendete Vokabular keine großen Schwierigkeiten bereiten. Zwar ließe sich nun anmerken „ja, aber ein Laie braucht ein solches Buch ja nicht lesen!“ Dem ist aber entgegenzuhalten, dass sich das Buch Internetworking nicht nur an die Fachwelt, sondern auch explizit an den durchschnittlichen User richtet. Also ist es genau dessen Verständnis für das in diesem Buch geschrieben Wort, was wichtig ist.

Für alle Internet-User gleichermaßen geeignet
Hier gilt noch besonders anzumerken, dass sämtliche Bereiche, mit denen sich das Buch auseinandersetzt, über wirklich gut ausgearbeitete Glossare erklärt werden. Das Buch wird also durchaus seinem Anliegen gerecht, sich an Laien wie auch Profis zu wenden. Jedoch gilt es auf alle Fälle anzumerken, dass natürlich ein entsprechendes technisches Interesse am Aufbau und an den Wirkungsweisen des Internets gegeben sein muss, denn ansonsten ist das Buch nichts. Nachdem die Autoren auch meinen, dass das knapp 1.000 Seiten umfassende Werk auch für solche Personen interessant sein könnte, die das WWW unter wirtschaftlichen Aspekten betrachten, also hier Geschäfte tätigen wollen, gibt es hier ebenfalls etwas dazu zu sagen: keinesfalls darf Internetworking mit einem Fachbuch über Suchmaschinenoptimierung oder Internet Marketing verwechselt werden. Aber dennoch: es vermittelt einen Eindruck und erweitert vor allem das Wissen darüber, wie das Internet funktioniert. Am ehesten lässt sich das mit dem Schulungs- und Prüfungsumfang zum Führerschein vergleichen: auch hier wird auf die Technik des Automobils eingegangen, es sollen aber keine Automechaniker ausgebildet werden. Es geht einfach darum, Basiswissen zu vermitteln. Von daher ist dieser Ansatz mit Internetworking durchaus lohnenswert, denn das Buch ist auch hervorragend als Nachschlagewerk geeignet.

Ein gutes, umfassendes Nachschlagewerk über die grundsätzliche Internet-Wirkungsweise
Und letztendlich darf ein Umstand keineswegs vergessen werden: das Internet ist inzwischen so fest in unserer Gesellschaft etabliert und angekommen, dass sich sogar klassische Medien in ihrer Existenz bedroht fühlen. Es ist also tiefer integriert, als jedes andere Medium bisher, denn es erlaubt auch die Interaktion seiner User. Dementsprechend ist es immer gut, wenn Sie die Basics des Internets nachvollziehen können. In vielen Bereichen erleichtert das auch die Arbeit enorm, wenn Sie sich eben wirtschaftlich mit dem Netz auseinandersetzen wollen. Es lässt sich also festhalten, dass Internetworking für den professionellen Anwender ebenso gute Lektüre wie für den durchschnittlichen Internetnutzer darstellt. Wer ein grundsätzliches Interesse an der Faszination WWW hat, sollte sich das Buch auf jeden Fall zulegen. Selbst ein Blick zurück zum ersten Teil aus dem Jahr 2003 verdeutlicht noch, wie weitreichend und gleichzeitig tief greifend die Informationen der beiden Autoren sind: sogar heute noch bekennen viele professionelle Internetnutzer, dass zahlreiche Themenausarbeitungen des ersten Bandes auch heute noch aktuell sind. Allerdings – allein schon aufgrund der Zeit der Erscheinung ist es die neue Ausgabe, die die aktuellen Möglichkeiten wie beispielsweise das Mobile Internet, unter die Lupe nimmt. Zusätzlich positiv: über einen Blog liefern die beiden Autoren noch weiter vertiefende Informationen parallel zum Buch.

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Weiterhin sein die Webseite zum Internetworking-Buch empfohlen

Verlag: Springer

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