Anbieter für Online Geldtransfers machen Banken Konkurrenz

Die Bankbranche steht vor großen Verwerfungen. Selbst einstige Vorreiter in Sachen Online-Banking haben den nächsten großen E-Commerce Trend verpasst. Konkurrenz entsteht derzeit im Bereich der Zahlungssysteme und Überweisungen ins und aus dem Ausland. Inzwischen können solche Geldgeschäfte komfortabel online sowie mit dem Smartphone mobil erledigt werden.

Große Internetunternehmen werden zu Finanzdienstleistern

Die großen Internetkonzerne wie Google, Apple, Facebook, Ebay und Alibaba haben längst damit begonnen, ihre Publikumsmagneten im revolutionären und stark wachsende Marktsegment der Finanzdienstleistungen auszubauen. Die FAZ beschreibt beispielsweise eine bedrohliche Kulisse für die deutschen Banken.

Zwar nutzen 54 % der Deutschen Online-Banking für ihre Geldtransaktionen. Doch bei der Anwendung von bankenunabhängigen Mobile-Payment und Online-Transaktionen besteht in Deutschland eine gewisse Skepsis. Dahingegen versenden weltweit bereits Millionen Nutzer Geld online und mobil. Besonders beliebt sind diese Zahlungsmethoden in den USA sowie in afrikanischen und asiatischen Ländern, in denen der Zugang zu regulären Bankdienstleistungen nur erschwert möglich ist.

Gebühren senken durch weniger Mittelsmänner

Bei einigen der bekannten deutschen Großbanken wird eine Auslandsüberweisung mit Gebühren von 15-20 EUR pro Auftrag belastet. Über die reinen Überweisungsgebühren hinaus entstehen zudem Kosten für Devisentransaktionen oder Referenzbanken. Je nach Land kann es außerdem zu erheblichen Zeitverzögerungen bei den Überweisungen kommen.

Bisher waren die einzigen Alternativen so genannte Transferdienste. Vor allem Western Union und MoneyGram, die für ihren Service allerdings bis zu 10% der Überweisungssumme berechnen. Der Vorteil Auslandsüberweisungen online abzuwickeln liegt deshalb auf der Hand. Sämtliche Verarbeitungsprozesse laufen automatisiert ab. Außerdem wird ein Filialnetz unnötig. Das ermöglicht deutlich niedrigere Kosten und Gebühren.

Michael Kent, der Co-Founder des Online Anbieters für Auslandsüberweisungen Azimo, sieht den Hauptvorteil darin, dass durch die Digitalisierung auf alle Mittelsmänner verzichtet werden kann und damit die Gebühren niedrig gehalten werden können.

So sind bei Azimo zum Beispiel Überweisungen in nahezu jedes Land der Welt möglich. Es werden Transfers von der Kreditkarte des Senders auf das Bankkonto des Empfängers oder zur Abholung in bar, angeboten. Ob innerhalb Europas, nach Amerika, Asien und Ozeanien oder Afrika. Bei den Gebühren wird für 112 Länder lediglich eine Flat-Fee von 1 EUR berechnet. In der Regel liegen die Gebühren für eine durchschnittliche Überweisung über 500 bis 1.000 EUR damit bei wettbewerbsfähigen 0,5 % bis hin zu 0,1 %.

Was die Sicherheit bei diesen Transaktionen angeht, arbeitet Azimo mit Verschlüsselungen nach modernen Standards. Zudem wird das Startup von der britischen Finanzmarktaufsicht Financial Conduct Authority (FCA) überwacht und erfüllt damit den europäischen Standard.

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