Amazon Pop-up-Stores – Wachstum aus dem stationären Handel

Bals bis zu 100 Amazon Popup-Stores

Nun da Amazon Marktführer im Onlinehandel geworden ist, verfolgt der Internetriese eine dezidierte Offline-Strategie. Zu diesem Zweck wurden bereits die Amazon-Bookstores eröffnet, die nun um bis zu 100 Amazon Pop-up-Stores ergänzt werden sollen. Das Ziel ist es, Berührungspunkte zwischen Kunden und Unternehmen herzustellen und diese für das Onlineangebot zu gewinnen.

Die Customer Experience in den Amazon Pop-up-Stores

Die Amazon Pop-up-Stores sind als kleine Erlebniswelten aufgebaut, in denen sich Interessierte über Produkte und Angebote des Unternehmens informieren können. Während die Besucher auf hochwertigen Möbeln Platz nehmen, informiert sie ein fest angestellter Mitarbeiter über Modelle und Konzepte wie Amazon Prime und stellt Produkte wie Tablets der Kindle-Serie vor. Es besteht die Möglichkeit, Geräte und Zubehör direkt vor Ort zu kaufen, die Pop-up-Stores können aber auch als reine Informationsquelle genutzt werden. Das Ziel ist es, ein positives Kundenerlebnis zu erzeugen und die Nutzer mit Produkten vertraut zu machen, mit denen das Einkaufen im Onlinebereich einfacher fällt. Konzeptionell sind die Amazon Pop-up-Stores somit wie die Amazon Bookstores ausgelegt, nur dass keine Bücher angeboten werden. Aktuell gibt es rund 30 dieser Stores. In den nächsten beiden Jahren könnten es aber bis zu 100 werden.

Amazon will weiter wachsen und setzt auf den stationären Handel

Das Erfolgskonzept von Amazon bestand immer in einem konsequenten Wachstum. In seinem berühmt gewordenen Geschäftsmodell „Circle of Growth“ hat Amazon Gründer Jeff Bezos das Wachstum als oberstes Ziel ausgeschrieben, dem alle Unternehmensprozesse und Strategien zu dienen haben. Entsprechend hat Amazon seine Geschäftsfelder immer weiter ausgedehnt und den Buchhandel beispielsweise um Elektronikartikel ergänzt, einen eigenen IT-Bereich ins Leben gerufen und aktuell schickt sich das Unternehmen an, die Modewelt zu erobern und den amerikanischen Modehändler Macys zu überholen.

Entsprechend ist es nur konsequent, dass Amazon sein Geschäftsfeld ein weiteres Mal vergrößert und sich dem stationären Handel zuwendet. Offensichtlich erwartet das Unternehmen die nächsten Wachstumsimpulse aus diesem Bereich. Das liegt nicht zuletzt daran, dass Amazon in nahezu allen Onlinebereichen bereits führend ist und außer in Alternativmärkten wie dem von Indien nur noch lineares Wachstum zu erwarten ist.

Berührungspunkte statt Kaufhäuser

Amazons Strategie ist ein Multi-Channel-Ansatz, der die Dominanz der Onlinewelt nutzt, um im stationären Handel aktiv werden und diesen erobern zu können. Dieses Konzept wird an vielfältigen Bereichen deutlich, in denen der Onlineriese versucht, Berührungspunkte mit den Nutzern und Kunden herzustellen. Neben dem Amazon Prime Modell sind das zum Beispiel die Amazon-Locker und die Pick-up-Stores. Amazon braucht keine großen Kaufhäuser, um Kunden an sich zu binden, sondern kleine Erlebniswelten in den bereits existierenden Geschäften. Somit kann die Brücke zwischen haptisch einkaufenden Menschen und dem Onlinehandel geschlagen werden. Dass Amazon mit großem Wachstumspotential in diesem Bereich rechnet, wird nicht zuletzt daran deutlich, dass die Eröffnung der Pop-up-Stores still erfolgt und beispielsweise von keiner Pressemitteilung begleitet wird. Der nächste Wachstumsschub soll für die Konkurrenz unerwartet kommen.

1 Kommentar

Kommentieren Sie den Artikel