„What happened“ von Hillary Clinton
Foto: Amazon.de

Das kürzlich erschienene Buch „What happened“ von Hillary Clinton löste im Internet heftige Diskussionen aus. Viele Menschen nutzten die Bewertungsfunktion bei Amazon, um ihre Meinung über Clinton kundzutun, statt sich mit ihrem Buch auseinanderzusetzen. Hiergegen ging Amazon vor und löschte hunderte Reviews zum Buch. Während Amazon hierin den Schutz der Objektivität im Netz sieht, werfen Kritiker dem Konzern Zensur vor

„What happened“ löst heftige Reaktionen im Netz aus

In ihrem Buch „What happened“ setzt sich die ehemalige Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton mit den Geschehnissen im Wahlkampf und den Ursachen für ihre Niederlage auseinander. Das Buch hat direkt heftige Reaktionen unter den Lesern und nicht zuletzt im Internet ausgelöst. Hierbei zeigte sich jedoch schnell, dass viele einfach ihre Meinung zu Hillary Clinton loswerden wollten und sich gar nicht mit dem Buch auseinandersetzten. Das wurde besonders in der Kommentarfunktion bei Amazon deutlich. Hier haben zahlreiche Nutzer Kommentare hinterlassen, ohne das Buch bei Amazon gekauft zu haben. Innerhalb kürzester Zeit sind mehrere tausend Bewertungen eingegangen, die sich auf unterschiedliche Weise zu Clinton und gelegentlich sogar zu ihrem Buch äußerten.

Amazon löscht hunderte Reviews

Wenn innerhalb kürzester Zeit tausende Bewertungen zu einem neu erschienenen Produkt eingehen, wird Amazon hellhörig. Denn das bedeutet oftmals, dass die Kommentarfunktion nicht zur Bewertung eines Produkts sondern als Ort der Meinungsäußerung genutzt wird. Genau das soll sie aber nicht sein. Amazon betont, dass es im Netz zahlreiche Foren und Diskussionsplattformen gäbe, auf denen man sich zu kontroversen Themen äußern und seine Meinung kundtun könne. Die Bewertungsfunktion der Amazon-Plattform sei hierfür aber nicht der richtige Ort.

Als logische Konsequenz aus dieser Einschätzung, hat Amazon zahlreiche Kommentare zum Clinton-Buch gelöscht. Hierbei handelte es sich um Einträge, die offensichtlich von Nutzern kamen, die das Buch nicht gelesen hatten beziehungsweise sich in ihrer Bewertung nicht mit dem Buch auseinandersetzten. Ein solches Vorgehen widerspricht Amazon zufolge den Gemeinschaftsrichtlinien und könne daher nicht akzeptiert werden. Durchschnittlich vergaben Kommentatoren, die das Buch nicht bei Amazon gekauft hatten, einen Wert von 3,2 Sternen. Bei Bestellern des Buches lag der Durchschnittswert hingegen bei 4,9. Die Löschung durch Amazon betraf vor allem Ein-Stern-Rezensionen, sodass die Durchschnittsbewertung für das Buch insgesamt bei 4,3 landete.

Kritik und Selbsteinschätzung

Amazon selbst versteht sich in diesem Fall als Hüter der Objektivität. Es gehe bei der Bewertungsfunktion darum, die persönlichen Eindrücke und Erfahrungen mit einem Produkt zu schildern und nicht darum, eine politische Haltung zum Ausdruck zu bringen. Daher schützt der Konzern aus seiner Sicht all die Nutzer, die sich an die Gemeinschaftsrichtlinien halten, vor einer missbräuchlichen Funktion der Bewertungsfunktion. Die Nutzer, deren Kommentare und Bewertungen gelöscht wurden, sprechen hingegen von Zensur und werfen Amazon politische Einflussnahme vor. Ob und wie sich diese Entwicklungen auf den Verkauf des Clinton-Buches auswirken, lässt sich aktuell noch nicht sagen.

> Patrick Tarkowski

Patrick Tarkowski ist studierter Germanist und Anglist und arbeitet bereits seit 2008 als Autor für Onlineshops und Unternehmen. Er ist in ganz unterschiedlichen Themengebieten beheimatet, kennt sich aber speziell in den Bereichen E-Commerce, Onlinemarketing, Familie und Erziehung sowie SEO aus. Neben Fachtexten schreibt er eigene E-Books, Theaterstücke und Romane und entwickelt Unterrichtsmaterialien.

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