E-Commerce Trends für 2011

Welche Neuerungen bringen das Jahr 2011 für den weltweiten E-Commerce? Welche Tendenzen sind auszumachen und welche Verbesserungen stehen auf der To-Do-Liste? Hierfür zunächst einführend einige rückblickende Worte auf das vergangene E-Commerce-Jahr 2010.
Der E-Commerce, also die ganzheitliche und ausschließliche Abwicklung unternehmerischer Aktivitäten im Internet, hat im vergangenen Jahr 2010 einen neuen Höhepunkt erreicht. Marktführende Unternehmen wie Amazon und Facebook, Google oder Ebay, aber auch relativ junge Online-Shops wie Zalando prägen den Handel und die Abwicklung geschäftlicher Aktivitäten im Internet und zeigen einen deutlichen Trend, die sozialen Medien mit in die Verkaufstrategien einzubeziehen. Die sogenannte Online-Reputation, gute Ergebnisse in Suchmaschinen und eine professionelle Verlinkung zu relevanten Seiten gelten als ausschlaggebende Faktoren für ein erfolgreiches Onlinegeschäft. Optimierte Webseiten durch professionelle SEO-Texte, anspruchsvolles Webdesign und multimediale Funktionen für Information und Werbung durch sprachliche, akustische und visuelle Kanäle werden als Garanten für Aufmerksamkeit und Alleinstellungsmerkmale erkannt und dürften im Jahr 2011 weitreichend ausgebaut werden.

Soziale Netzwerke auf der Überholspur
Pünktlich zum Jahresende 2010 hatte Facebook Google als meistaufgerufene Website abgelöst. Dies zeigt, dass Bewegungen und Nutzerentscheidungen im Internet vielseitig und nicht immer vorauszusehen sind. Die Ablösung Googles durch Facebook dürfte vor allem auf zweierlei Gründe zurückzuführen sein: Zum Einem sind Aktualisierungen und neue Clicks in kürzester Zeit bei Facebook nicht nur gewöhnlich, sondern notwendig, um die soziale Kommunikationsplattform in ihrer vollen Bandbreite zu nutzen. Zum Anderen stellt Facebook für die junge und besonders für die jüngste Generation von Internetnutzern oftmals nicht nur den Einstieg in die Welt des Internets dar, sondern wird für eine wachsende Anzahl von jungen Usern quasi als das Internet selbst identifiziert. Deutlich wird hierdurch die wachsende Bedeutung sozialer Netzwerke wie auch Studi- und SchülerVZ sowie LinkedIn oder XING und anderer sozialer Kommunikationsplattformen. Doch der Nutzung sozialer Netzwerke wird im Jahr 2011 besonders durch das zunehmende mobile Internet eine wachsende Bedeutung zuteil, das durch Smartphones, iPhones und anderen mobilen Netzzugängen weltweit Verbreitung findet. Und hierin sind sich Online-Experten weltweit einig, dass hiermit für die E-Commerce-Welt eines der großen Themen des Jahres 2011 abgesteckt ist.

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Social Media und Social-Commerce sind nicht mehr wegzudenken
Auch für Online-Shops sind Funktionen wie Foren, Blogs, Facebook-Darstellungen sowie Twitter-News wichtige Ergänzungen zu den Produktangeboten. Der Siegeszug des Social-Commerce – als Beteiligung der Kunden durch Empfehlungen, Bewertungen und Hinweise zur Optimierung der Angebote und Dienstleitungen – hat die Kaufmentalität im Internet verändert und ist als langfristige Strategie für erfolgreiche Online-Shops im Jahr 2011 ein Muss. Für viele Online-Kunden sind Käuferbewertungen, Empfehlungen und Erfahrungsberichte ausschlaggebende Faktoren, eine Kaufentscheidung zu treffen. Hierfür sind auch Kommunikationsangebote wie Twitter und Facebook von hoher Relevanz, da somit die sogenannte Online-Reputation erhöht wird und sich Kunden in den Rahmen einer Käufer-Community eingebunden fühlen. Vertrauen schaffen – ist hierbei das Zauberwort.

Offenes Potential im Online-Shopping: Emotionalisierung und limitierte Verkaufsaktionen
Ein noch nicht ausgeschöpftes Potential im Online-Handel bieten Waren- und Produktgruppen, die mit relativ hohem Emotionspotential ausgestattet sind und konventioneller Weise im Vertrieb und Handel einhergehend mit ausführlicher Beratung und vergleichender Erklärung abgesetzt werden. Auch sind die Zielgruppen für diese Produkte mitunter noch nicht flächendeckend zu erreichen. Betroffen hiervon sind Produkte aus dem Möbel- und Haushaltswarenhandel sowie persönliche Anschaffungen wie Kleidung, Schmuck und Accessoires. Die steigende Tendenz im Handel in Online-Shops, die angebotene Ware mit Video-Clips, multimedialen und dreidimensionalen Darstellungen zu präsentieren, wird 2011 weiterhin zunehmen und Online-Shop-Betreiber zu aufwendigeren Onlinepräsentationen führen.
Auch werden limitierte Verkaufsaktionen für erhöhte Spontankäufe einen beachtlichen Zuwachs finden. Die explizite Begrenzung des Verkaufsangebots, wie sie im TV-Shopping seit Jahren sehr gut funktioniert, wird als Live-Shopping neue Kundenkreise erschließen, und Shop-Betreiber werden somit auf die vielversprechende Emotionalisierung des Online-Shoppings setzen. Der hierfür verkaufsfördernde Ausbau von Features wie Blätterkataloge, Video-Shopping und Zoom- sowie zunehmend 3D-Präsentationen hat bereits im Jahr 2010 zugenommen und wird in stärkerem Maße auch das weltweite Online-Geschäft im Jahr 2011 prägen.

Optimierung der Online-Shop-Software durch SaaS
Für die Optimierung von Online-Shops gilt SaaS (Software-as-a-Service) weltweit als der wichtigste Trend im Jahr 2011. Als Vorzeigebeispiel gilt salesforce.com, die mit ihrem CRM-Bereich (Customer-Relationship-Management) sowohl im vergangenen Jahr die Zukunfts-Richtung vorgegeben haben, als auch in diesem Jahr das Online-Shop-System vorantreiben werden. Hierbei wird die Software für den Online-Shop aus dem konventionellen Lizenz-Geschäft herausgetrennt und zum hochwertigen Host- bzw. Mietgeschäft befördert. Der Shop-Betreiber erhält nicht nur die Software für seinen Online-Shop, sondern wird rundum mit einem Full-Service ausgestattet; dies umfaßt die Pflege und Aktualisierung der Software genauso wie die übernommene Verantwortung für eine reibungslose Verfügbarkeit des Shops sowie die Übernahme aller entstehenden Wartungs- und Aktualisierungskosten.

Erfolgsfaktoren 2011 im Online-Shopping: Preis und Content
Neben den Versuchen, das Online-Shopping durch Emotionalisierung zu befördern, hat sich allerdings bereits im Jahr 2010 herausgestellt, dass neben aller Bequemlichkeit und attraktiven Darstellungen vor allem eines zählt: der Preis. Für die Mehrheit der Online-Shopper sind Preisvorteile gegenüber dem konventionellen Einzelhandel der wichtigste Grund für Kaufentscheidungen; und dies noch vor dem erfolgreichen Zugpferd „Brand“, also bekannten Marken-Produkten. Neben den Produktpreisen steht auch die versandkostenfreie Lieferung für die Kunden ganz oben auf der Liste, was von einigen Online-Shops bereits flächendeckend angeboten wird und auch 2011 ein wichtiger Erfolgsfaktor sein wird.
Die Präferenzen der Kunden, Produkte nach Rabatten, Gutscheinen und Coupons auszuwählen wird daher nicht nur für die Aufstellung der Online-Shops bedeutend sein, sondern auch das Thema Suchmaschinenoptimierung beeinflussen, da der gezielten Suche der Kunden nach Sonderangeboten von den Shops auch im SEO-Bereich Rechnung getragen werden muß. Die Parole heißt also auch im Jahr 2011 wieder einmal: „Content is King“.

Nachhaltiges Vertrauen durch Sicherheit und Zertifikate
Als eine weitere wichtige Verbesserung für eine flächendeckendere Käuferakquise gilt es im Jahr 2011 auf zertifizierte Sicherheit zu setzen. Hierbei sind besonders die Bezahlmethoden betroffen, in einem weiteren Spektrum allerdings auch der Umgang mit User- und Kundendaten. Das restliche Mißtrauen vieler Kunden gegenüber dem Online-Shopping kann langfristig nur durch entsprechende Sicherheitsgarantien und zertifizierten Zahlungsmethoden sowie ausgeprägtem Datenschutz beseitigt werden. Die Akzeptanz von Online-Shops steigt somit auch innerhalb weniger internetaffinen Personengruppen und gilt im Jahr 2011 weltweit als wichtiger Faktor für nachhaltigen Erfolg im Internet-Geschäft.

Zuschließende Leerstellen in den Weiten des Internets
Trotz hoher Verfügbarkeit nahezu aller Produkte im Internet, werden in der IT-Branche Informationslösungen diskutiert, die den Usern Hinweise auf reale Shops in ihren Städten geben. Obwohl durch schnellen Versand nur noch geringe Wartezeiten in Kauf zu nehmen sind, werden Suchmaschinen debattiert, die als Navigator den nächstgelegenen Laden mit den gewünschten, verfügbaren Produkten anzeigt. Solche Lösungen stünden zunächst weniger in Konkurrenz zu Online-Shops, sondern würden beispielsweise als Apps im mobilen Internet Navigationssysteme und Suchmaschinen revolutionieren, da nach Verfügbarkeit ein neues Kriterium eingeführt wäre.

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1 Kommentar

  1. Interessanter Beitrag zu den Erfolgsfaktoren 2011. Fraglich ist jedoch wie hoch die Kosten für den Aufbau eines überzeugenden Online-Shops in Zukunft sein werden, um den veränderten Ansprüchen gerecht zu werden – Stichwort M-Commerce, Social Commerce. Hierfür wird zusätzliches Personal und neue Technologie benötigt. Wenn der Kunde jedoch hauptsächlich auf den Preis schaut – sprich Discounts – wieviel bleibt dann als Retailer noch übrig?
    3D-Fotografie führt zwar zu besseren Conversions und zu niedrigeren Retourenmanagement. Aber die Kosten für 360 Grad Produktfotografie sind ungemein höher als bei 2D-Fotografien. Sicherlich werden einige Branchen diese Veränderungen mehr Rechnung tragen (wie z.B. Mode, Schmuck) als andere, wo Preisnachlässe alles ist wie z,B. Elektronikmärkte (MediaMarkt oder Saturn haben keinen wirklichen Online-Shop).
    Ich denke, dass in Zukunft das Thema Preis-Leistung (affordable online shop) auch in Bezug auf neue Technologien, Online-Shop Präsentationen und 3D-Produktfotografie einen größeren Stellenwert bei Online-Shop Betreibern genießen wird.

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