5 online Start-Ups aus dem Gesundheitsmarkt vorgestellt

Der Gesundheitsmarkt boomt und so finden sich auch immer mehr Health-Startups im Gesundheitswesen, die in erster Linie -natürlich- auf die Patienten ausgerichtet sind. In den USA gilt der Gesundheitsmarkt bereits seit einigen Jahren als ausgesprochen florierend, so dass sich mittlerweile auch in Deutschland viele Unternehmer auf ein eigenes Start-Up in der ausgesprochen lukrativen Branche konzentrieren. 5 der innovativsten und aktuell angesagtesten Start-Ups im Gesundheitswesen sollen im Folgenden einmal genauer betrachtet werden.

Der Onlinedoktor – WeightDoc
WeightDoc’s Zielgruppe sind in erster Linie übergewichtige Kinder und Jugendliche, die mit dem Onlinedoktor vor allem ihre Ess- und Bewegungsgewohnheiten verändern sollen. Das Start-Up wurde vom Gründer Samuel Scheer entwickelt, welcher sich schlagkräftige Hilfe von Spezialisten ins Boot geholt hat. Zusammen mit einem abgesteckten Ärzteteam entwickelt das Start-Up Modelle und neue Ansätze, um den übergewichtigen Jugendlichen zu mehr Bewusstsein bei Sport und Ernährung zu verhelfen. Das Coaching zielt weniger auf leicht übergewichtige Kinder ab, sondern soll Menschen mit starker Adipositas helfen. Sport- und Ernährungspläne werden zusammen mit dem Ärzteteam entwickelt, wöchentlich überprüft und gegebenenfalls neu ausgerichtet. Immer werden verschiedene Ziele festgelegt, die die Patienten durch das Start-Up genauer verfolgen und schließlich erreichen können. Das Ärzteteam, was an WeightDoc arbeitet, kommt von der Universitätsklinik Graz. Das Management wird aus St.Gallen betrieben. Beide Parteien waren bereits 2010 mit NoTube am Unternehmermarkt tätig gewesen und erhoffen sich, durch das Start-Up Patienten und Ärzte einfacher zusammenzubringen und dabei von den modernen Kommunikationswegen zu profitieren.

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Sport und Fitness im Vordergrund – Fitonic
Das Schweizer Start-Up legt seinen Schwerpunkt, anders als viele Kollegen, auf den deutschen Markt. Gegründet wurde das Start-Up vom Inkubator Mark Berger (bekannt für sein Mitwirken am „Partyguide Schweiz“) und dem Gründer Stefan Verling. Fitonic soll eine riesige Datenbank werden, die Anlaufstellen für Fitnessstudios, Ernährungsberater und Coaches in der Nähe des Users bietet. Um die fachliche Kompetenz zu vertiefen, gesellen sich zu Verling und dem Inkubator Berger auch noch der BWLer Sandro Streitenbürger und Personal Coach Dave Baucamp. Fitonic ging Ende 2012 live und versucht sich über ein AdWords-ähnliches Finanzierungsmodell zu finanzieren. Um dem User mehr Transparenz bei der Wahl des Fitnessstudios oder des Ernährungsberaters zu bieten, haben User auch die Möglichkeit die einzelnen Anlaufstellen zu bewerten. So soll sich langfristig eine große Plattform entwickeln, auf der User ihre Meinungen zur jeweiligen Institution kundgeben können und zugleich neue Anlaufstellen für Fitness, Ernährung und verschiedene Health-Manager finden. Neben der allgemeinen Datenbank werden auch Trainingspläne und allgemeine Themen rund um Fitness und Health auf dem Portal behandelt. Das Start-Up soll sich sowohl an erfahrene Sportler und Fitnessbegeisterte aber auch an absolute Neulinge richten. Über eine Smartphone-App wird auch der mobile Zugang zum Projekt gewährleistet.

CancerIQ – die intelligente Plattform für Krebspatienten
CancerIQ wurde von Wissenschaftlern der Universität Chicago entwickelt und richtet sich an Patienten mit Krebserkrankungen. Die Plattform soll die relevanten Daten des Patienten stärker individualisieren und so eine kompetentere und zielgenauere Behandlung gewährleisten. Dafür werden alle Daten vom Patienten, welcher CancerIQ nutzt, in Echtzeit erfasst und über einen eigens integrierten Algorithmus zugleich ausgewertet. Genomische Informationen werden für behandelnde Ärzte, potentielle Ärzte, Forscher und Onkologen auf Wunsch des Users hin bereitgestellt. Durch das umfassende Krankheitsbild und die Masse an relevanten Daten, die sich durch die Echtzeit-Auswertung ergibt, sollen Patienten mit Krebs gezielt Spezialisten und behandelnde Ärzte finden können. Zugleich können anhand der Daten Muster erkannt werden, die den Patienten unter Umständen für Behandlungen entlang der Genetik als geeignet darstellen. Auch mögliche Behandlungsverfahren werden mit Hilfe des Algorithmus kategorisiert. So kann der Patient durch das Start-Up auf neue Erkenntnisse zurückgreifen und wird zugleich auf verschiedene alternative Behandlungsmethoden hingewiesen, jedoch nur, wenn der Algorithmus anhand der Krankheits- und Gesundheitsdaten diese auch für sinnvoll erachtet. Das Start-Up wird komplett in Eigenregie der Universität von Chicago entwickelt und vereint ein großes Team verschiedener Forscher und Wissenschaftler in sich.

ThriveOn – Psychotherapie nach eigenem Ermessen
ThriveOn ist eines der wenigsten existenten Start-Ups überhaupt, die sich vorwiegend im Bereich Psychologie bewegen. Das Start-Up aus dem amerikanischen Markt zielt auf Methoden zur Eigenbehandlung ab. Der Gedanke dahinter ist, dass viele Personen, die nicht aktiv durch die Gesundheitsversorgung erfasst werden oder sich diese nicht leichten können, mit ThriveOn eine Alternative zur Eigenbehandlung erhalten. Verschiedene Symptome wie Stress, Angst, Schlafstörungen oder gar Depressionen werden in der App erfasst, können näher definiert werden und werden dann um einen Behandlungsplan von erfahrenen Fachmännern ergänzt. Das Start-Up wird von verschiedenen Psychologen unterstützt und soll vor allem geringfügigere psychologische Krankheiten angehen. Statt Ärzte zu konsultieren, die häufig aufgrund mangelnden Versicherungsschutzes aus eigener Tasche bezahlt werden müssen, soll ThriveOn einen Wegweiser in die „richtige Richtung“ darstellen. Die Selbsthilfe wird auf den Nutzer und seine vorhandenen Leiden hin personalisiert und soll so mittel- und langfristige Linderung hervorrufen. Während in Deutschland ein Mindestmaß an psychologischen Sitzungen, nach Genehmigung der Kassen, abgedeckt wird, ist das Angebot vor allem für US-Bürger interessant, die auf dieses soziale Gesundheitswesen nicht vertrauen können. Aber auch wer den Gang zum Psychologen scheut, bekommt mit ThriveOn eine erste Hilfe zur Eigenhilfe.

Box – die Cloud für Ärzte, Forscher und weitere Akteure im Gesundheitswesen
Krankenakten werden auch in Deutschland immer noch vorwiegend auf Papier geführt und mit Stift geschrieben. Gerade wenn mehrere Ärzte konsultiert werden müssen, kann es daher schnell zu Verzögerungen kommen, wenn der behandelnde Arzt erst die benötigten Unterlagen vom anderen Arzt anfordern muss. Box ist eine Cloud, die speziell auf Ärzte ausgerichtet wurde. Über einen Zugang, der vom anderen Arzt erteilt werden muss, kann der neue Arzt dann bequem auf die digitale Cloud des Patienten zugreifen. Hier finden sich idealerweise alle Daten und Diagnosen, die der Patient in seiner Krankheitsakte bisher schriftlich vorweisen musste. Die Cloud ermöglicht aber nicht nur einen leichteren Übergang von einem Arzt zu einem behandelnden Facharzt. Auch können, wenn alle Ärzte teilnehmen, umfassendere Diagnosen zur Gesundheit des Patienten getroffen werden, wenn der Arzt auch Zugriff auf eine größere Masse von Informationen erhält. Sinnvoll ist das auch, wenn ein neuer Arzt spontan konsultiert wird. Mit Einverständnis des Patienten können neue Ärzte dann binnen weniger Sekunden einen Zugriff auf den kompletten gesundheitlichen Werdegang des Patienten erhalten und damit eine fundierte Behandlung durchführen.

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